Sonntag, 11. Juni 2017

Unabhängige Studie beweist: NZZ berichtet einseitig

NZZ berichtet einseitig über Energie- und Klimathemen
Eine gute Tageszeitung soll, anhand von aussagekräftigen Zusammenfassungen, schnell einen Überblick liefern, andererseits aber bei wichtigen Themen umfassend und differenziert informieren. Historisch stand die NZZ für diese Qualitäten und deshalb griffen vor allem Leser, denen Qualitätsjournalismus am Herzen liegt, zu dieser Zeitung. Wie eine aktuelle
Medienanalyse der Universität Zürich nun zeigt, ist die NZZ zumindest bei Energiethemen nicht neutral und unabhängig. Im Abstimmungsmonitor wurden alle grossen Schweizer Tageszeitungen zur Berichterstattung über Abstimmungsvorlagen, z.B. aktuell zur Energiestrategie untersucht (Webseite Abstimmungsmonitor, Studie als PDF).

NZZ auf BAZ und Weltwoche Niveau

Die NZZ berichtet überwiegend negativ und reiht sich damit in die Liga der BAZ und der Weltwoche ein. Alle anderen untersuchten Deutschschweizer Zeitungen berichten neutral oder positiv! Das ist

besonders bedenklich, da es sich bei der Abstimmung um eine Behördenvorlage handelt, welche im Allgmeinen eher neutral bis positiv aufgenommen werden. Zitat aus dem Bericht: ".. Eine negative Tonalität zeigt sich bei den Schwesterblättern NZZ und NZZ am Sonntag (jeweils -17) sowie sehr viel deutlicher bei der Basler Zeitung (-43) und der Weltwoche (-77). Die NZZaS beispielsweise hält auf der Frontseite die geplante Energiewende für «gefährdet», wenn Elektroautos an Bedeutung zunehmen (14.5.).  ... Trotzdem lässt sich nicht generell sagen, dass «die Medien» gegen das EnG schreiben würden. würden. Denn die medienkommentierende Kritik beschränkt sich im wesentlichen auf die NZZ, NZZ am Sonntag, BaZ und Weltwoche. "

Die Analyse zeigt ausserdem, dass diese Medien die negative Stimmung selber erzeugen, ohne dabei auf auf Fakten oder wirkliche Experten zurückzugreifen. "Bei rund 40% Beiträge wird die Tonalität entscheidend durch die Medien selbst geprägt, und zwar in Form von Kommentaren und (Hintergrund-)Berichten, in denen Medien selber Bewertungen abgeben."

Entwicklung schon seit Jahren

Diese Entwicklung der NZZ zeichnet sich schon seit einigen Jahren ab. Als Klima- und Energieinteressierte verfolge ich diese Themen seit 2008 nicht nur in den Medien, sondern auch in der Forschung und durch Gespräche mit Experten. Dadurch kann ich die Berichterstattung einordnen und vergleichen. Schon 2010 bemerkte ich, dass die NZZ nicht nur zur Klimaverhandlung in Cancun sehr wenig berichtete, sondern den Klimawandel in der Berichterstattung mehrheitlich ingnorierte. Die seltenen Berichte waren oft einseitig, teilweise kamen pseudowissenschaftliche Klimaleugner in gleichem Mass zu Wort, wie anerkannte wissenschaftliche Experten.

Auch in den nächsten Jahren und aktuell zur Abstimmung über die Energiestrategie bestätigt sich meine Beobachtung. Wenn die NZZ ausführliche Artikel zum Thema Energie publiziert, dann meist einseitig, negative Aspekte werden stark beleuchteten oder Angst vor der Energiezukunft wird geschürt. Aus dem Ausland werden oft Probleme geschildert. In vielen Artikeln werden Naturschützer, Wissenschaftler oder besorgte Bürger als Angstmacher, Neider oder auch Fantasten bezeichnet, während fossile Technologien für ihre Verlässlichkeit und Sicherheit gelobt werden. Im Folgenden möchte ich einige Beispiele nennen.

Von gefährlichen Windrädern und sicherer CO2 Abscheidung

Direkt vor der Abstimmung in diesem Jahr wurde in der Überschrift vor der drohenden Stromkrise in Australien gewarnt und dabei Windräder im Bild gezeigt. Im Artikel wurde dann zwar teilweise relativiert, aber der erste Eindruck für den flüchtigen Leser setzt erneuerbare Energie ganz klar mit Stromkrise in Verbindung. Ein weiterer Artikel warnt mit starken Worten vor dem Vorbild Deutschland. Wieder Windräder im Bild.


Im 2011 brachte die NZZ eine Reihe über die "Energie der Zukunft". Anstatt hier nun über interessante neue Entwicklungen, die Fortschritte in der Technik usw. zu berichten, wurden erneuerbare Energien schlecht geredet, Ängste geschürt, die Stromlücke betont und vor allem wurde immer wieder die sehr effiziente Windenergie schlecht gemacht. 

Besonders in Erinnerung ist mir auch ein Artikeln, in dem die Verflüssigung und Abtrennung von CO2 aus der Kohleverbrennung verharmlost und als erprobte und sichere Technologie bezeichnet wurde (es gibt noch keine funktionierende Grossanlage), dagegen in einem anderen Artikel die millionenfach eingesetzte Windkraft verteufelt. Woanders wird betont sachlich und unaufgeregt über die Schmelze der Antarktischen und Aktischen Eismassen berichtet und mit keinen Wort auf die Konsequenzen einer solchen Eisschmelze hingewiesen. Hauseigentümer, die Photovoltaik-Anlagen installieren, werden in einem Bericht in die Ecke von grünen Ideologen gestellt.

Fazit: NZZ bei Energiethemen zweifelhaft

Ich habe über die Jahre sehr viele Leserbriefe an die NZZ geschrieben und immer wieder auf diese Missstände hingewiesen, allerdings ohne Erfolg. (Die Leserbriefe können in meinem Blog nachgelesen werden). Das Fazit ist für mich klar. Ich bezahle die NZZ nicht mehr, da ich solche Art von Journalismus nicht unterstützen möchte. Ich lese sie zwar ab und zu noch in der App, aber mehr um zu kontrollieren, wie berichtet wird.

Wie es in anderen Ressorts aussieht, kann ich nicht beurteilen, aber bin natürlich nach den Erfahrungen in "meinen Kernthemen" sehr misstrauisch. Es würde mich interessieren, was Kollegen denken. Hat sich die NZZ generell an SVP-Themen angenähert? Wem ist gedient mit dieser einseitigen Berichterstattung. Wer steckt dahinter? Ich freue mich auf Kommentare.

Christina


Links und Leserbriefe


Artikel im Tagi über die NZZ Abstimmungsparole
NZZ beschliesst, nachdem sie erst JA beschlossen hatte, kurzfristig ein NÊIN als Abstimmungsparole zur Energiestrategie.
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/unruhe-in-der-nzz-nach-kurswechsel/story/16588250#mostPopularComment

Deutschland macht alles falsch

https://www.nzz.ch/wirtschaft/energiepolitik-das-falsche-vorbild-deutschland-ld.1290233

Probleme in Australien
https://www.nzz.ch/wirtschaft/energie-krise-in-australien-wenn-der-strom-zu-teuer-wird-um-die-maschinen-laufen-zu-lassen-ld.153658

Abschmelzen Arktis
https://www.nzz.ch/die_empfindlichkeit_des_eises-1.15973389


17.08.2015 Betreff:  Ihren Artikel in der NZZ am Sonntag: Kraftwerk Haus

Hallo Herr Hirstein

Ich finde es gut, dass Sie sich in der NZZ mit dem Gebäudepark beschäftigen und erwähnen, dass dieser von zentraler Bedeutung für die Energiestrategie ist. Ansonsten, muss ich gestehen, war ich überrascht, wie einseitig ihr Artikel gegen die neue Verordnung mobil macht. Ich weiss auch nicht, was Sie bezwecken wollen, indem Sie Schüler bei der Installation von PV Elementen zu diesem Artikel zeigen? Wollen Sie ausdrücken, dass nur grüne Ideologen PV installieren.

Ich denke, dass wir in der Schweiz die Gelegenheit nutzen müssen jedes Dach, welches neu gebaut oder renoviert wird, für die Energiegewinnung zu nutzen und natürlich zusätzlich gut gedämmte Gebäude zu bauen. Wir bauen hier für die nächsten 50-80 Jahre und haben schon zu viel Zeit mit reden verschwendet. Die Technologie wäre heute schon weiter und es ist durchaus möglich gegen einen kleinen Aufpreis bereits Plusenergiehäuser zu bauen. Jenni und co machen vor, wie es geht. Öl, Gas, Kernkraft, wer weiss wie lange wir diese noch nutzen können. Sowohl der Klimawandel, wie ein extrem unsicheres politisches Klima in vielen Ländern, wie auch Kernkraftunfälle können diese Nutzung jäh beenden. Die Sonne dagegen wird uns hoffentlich erhalten bleiben, so wie auch Wasser und Wind. Also ich persönlich wohne lieber in einem Haus mit PV Anlage, gut gedämmt, so dass die Wände schön warm sind und  dem warmen Wasser von der Sonne. Wir haben auch bereits einen kleinen Speicher gekauft, so dass wir den Solarstrom zwischenspeichern können. Besonders mit der aufkommenden Elektromobiliät gibt es noch mehr Möglichkeiten den Solarstrom selber zu nutzen. 

Sie sprechen häufig vom unsinnigen Mittags- oder Sommerstrom. So wie wir bereits heute in der Lage sind, sehr viel Nachtstrom aus z.B. AKWs für die nächsten Tage oder Wochen zu speichern, so können wir das sicher auch mit Solarstrom schaffen. Mit unseren grossen Pumpspeicherwerken ist es ohne weiteres möglich auch den Solarstrom für die Nacht oder den Winter zu speichern. Wir sind aber leider in den nächsten Jahren noch weit davon entfernt Solarstrom in Mengen herzustellen, die ins Gewicht fallen. Herr Prof. Gunzinger, unter anderem, hat berechnet, dass Speicher erst ab einen Solar/Windstromanteil von über 50% wirklich wichtig werden. Der zögerliche Ausbau liegt unter anderem auch an vielen Medien, die Panik machen und falsche Informationen verbreiten. z.B mit der Aussage : ... solarthermische Anlagen ... deren Installation und Betrieb
aufwendiger ist und die einen niedrigeren Wirkungsgrad erreichen... Der Wirkungsgrad eines Solarkollektors ist sehr hoch, mit 50% also deutlich höher als von PV Zellen. Die Technologie ist ganz einfach und die Anlagen. Und schon nach 1-2 Jahren ist der Solarkollektor energetisch amortisiert. 

Es ist doch schade, wenn sich Hausbesitzer aufgrund von falschen Informationen gegen Anlagen entscheiden, die z.B. bei uns im Haus von April bis Oktober gratis Warmwasser erzeugen. Ich würde mich freuen, wenn Sie diese Information bei Gelegenheit korrigieren könnten, gerne können wir auch einmal persönlich über die neuen erneuerbaren Energien diskutieren. 

Herzliche Grüsse und danke
Christina Marchand

Antwortmail an mich von einem anderen Leser:

Guten Morgen Frau Marchand
Besten Dank für Ihre Antworten an den Klimaleugner Andreas Hierstein. Ihre klaren Worte zu seinen Artikeln im Juni 2011 in der NZZ unter "Wissen - Energie für die Zukunft", haben mich beeindruckt. Wie Sie richtig schreiben, sollten wir die Erfahrung mit der Tabakindustrie betreffend "verbogenen wissenschaftlichen Gutachten zur Harmlosigkeit des Tabakgenusses" nicht vergessen. Die Befürworter und Profiteure der fossilen Energien fürchten um ihre Pfründen. Gekaufte Gutachter sind wieder voll am Wirken und wir gehen ihnen auf den Leim. Dass unsere Medien bei diesem Verwirrspiel voll mitmachen, kann kaum verhindert werden. Es ist ihr tägliches Brot. Aber mehr Transparenz hineinbringen, das ist unsere Pflicht. Bleiben wir dran. Guten Start in eine neue Woche.

Freundliche Grüße
xxx (Name ist mir bekannt)


Leserbrief am 22.9.2014

Ich verstehe nicht, dass die NZZ keinen Bericht über die riesige Demonstration in NewYork zum Klimawandel berichtet und auch nicht, dass in dem Zusammenhang erstmalig weltweit umspannende Demonstrationen mit fast einer Million Menschen durchgeführt wurden. Darunter auch in der Schweiz eine grössere Kundgebung stattfand, bei der ein Brief an Doris Leuthard von 500 Menschen unterschrieben wurde. In New York gingen über 300'000 Menschen für den Klimawandel auf die Strasse, ab morgen kommen hier hochrangige Politiker der ganze Welt zusammen und nichts dazu in der NZZ - unglaublich.

Leserbrief von Oliver Marchand 11.9.2012
Sehr geehrte NZZ Redaktion, Sehr geehrter Herr Schwarz,
Gerne möchte ich Ihnen folgenden Leserbrief zum Artikel "Schleichende
Gefährdungen der Freiheit" vom 08.09.2012 zustellen. Mein Kommentar
bezieht sich auf den Klimawandel Teil des Artikels.
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In dem Artikel werden Leute die umfangreiche Klimaschutzmassnahmen
befürworten für ihre Haltung kritisiert. Wenn ich die Kritik aus Sicht
des Autors zusammenfassen darf: Klimaschützer untermauern ihr Wissen
mit Fakten und Erkenntnissen aus der Wissenschaft, sorgen sich um die
Zukunft ihrer Kinder und Enkel, und räumen globalen Probleme mit
potentiell dramatischen Folgen eine prioritäre Wichtigkeit ein. Ich
frage mich wirklich: Wo ist hier eigentlich das Problem? Ich verstehe
wirklich nicht was Herr Schwarz möchte: sollen sie sich von Gefühlen
leiten lassen, egoistisch und rücksichtlslos handeln und wichtige
Probleme die sie sehen als nichtig abtun?

Stattdessen merkt Herr Schwarz an, dass wir auch genausogut in Sibiren
oder der Sahara leben können. Einfach mal als Realitätscheck: Sibirien
ist extrem schwach besiedelt, die Bevölkerungsdichte liegt im Mittel
bei nur 2,9 Menschen pro km². Die Sahara hat insgesamt nur etwa
260'000 Einwohner. Die grösste Wüste der Erde beherbergt also noch
nicht mal die Einwohner von Zürich. Die ursprüngliche Aussage kann
also in keinster Weise als Beleg für die Adaptionsfähigkeit des
Menschen und Geosystems angeführt werden - ganz im Gegenteil!

Oder Schwarz behauptet das angeblich das Konzept von
Opprtunitätskosten im allgemeinen nicht verstanden wird. Klimaforscher
sind jedenfalls mit durchaus komplizierteren Sachverhalten als dieses
sehr einfache ökonomische Konzept konfrontiert. Das eigentliche
Problem ist aber, das die Rechnung nicht aufgeht. Die Kosten für den
Umbau von Küstenstädten, der Rettung von Menschen in
Entwicklungsländern, die Ernteausfälle, die Schutzmassnahmen vor
Extremwetter, die Rettung der Ozeane - das alles wird schlicht viel zu
teuer. Herr Schwarz, rechnen Sie doch mal vor, wenn Sie sich so
auskennen mit Opportunitätskosten! Sich auf das Prinzip alleine
abstützen ist dann doch allzu billig.

Man kann den Artikel bezüglich Klimaschutz ergo nur als wirr und
abstrus bezeichnen. Das einzige Ziel scheint mir die Öffentlichkeit zu
verwirren und wiederholt Zweifel an der Klimawissenschaft zu
verbreiten. Wie kommt es eigentlich zu solchen seltsamen
Gedankengängen? Die neue Studie von Lewandowski und Oberauer (Uni
Zürich) gibt eine klare Antwort: eine laissez-faire Konzeption der
freien Marktwirtschaft (wie bei Avenir
Suisse) korrelliert stark mit der Ablehnung der wissenschaftlichen
Erkenntnisse der Klimawissenschaft. Es reisst ein zu grosses Loch in
das Weltbild vieler marktgläubiger Ökonomen. Herr Schwarz ist ein
perfektes Beispiel dafür.
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Link zur Studie:
http://websites.psychology.uwa.edu.au/labs/cogscience/documents/LskyetalPsychScienceinPressClimateConspiracy.pdf


Leserbrief am 23.03.2012 an die NZZ
http://www.nzz.ch/nachrichten/hintergrund/wissenschaft/die_empfindlichkeit_des_eises_1.15973389.html
Danke für den interessanten Artikel. Es ist unglaublich wie abstrakt und technisch hier von Vorgängen geredet wird, die die Zukunft der Menschheit massiv bedrohen. Würde es sich um einen Asteroiden handeln, der die Erde mit der gleichen Wahrscheinlichkeit trifft, wie der Klimawandel, dann wäre die gesamte Menschheit in Aufregung. Da der Klimawandel aber schleichend kommt und zuerst die Ärmsten der Armen trifft, lassen wir uns Zeit,  forschen und feilen an Details, wenn doch das Gesamtbild und die wichtigen Prognosen schon klar sind und die Auswirkungen sich bereits zeigen. Der Klimawandel stellt aber nur ein Teilstück am Raubbau an der Natur dar. Zur Lösung müsste sich die Menschheit leider komplett anders orientieren. Weg vom Massenkonsum und Wachstum, hin zu Suffizienz und kleinteiliger Organisation. Ich bin gespannt, wann das die Politik und Menschen endlich einsehen und nicht nur Scheinlösungen für die nächsten Jahre präsentieren.


Leserbrief vom 14.6.2011
Sehr geehrter Herr Hierstein

Mit Interesse verfolgen mein Mann und ich ihre Artikel in der NZZ am Sonntag. Als wir das erste Mal gesehen haben, dass es eine Reihe zum Thema "Energie für die Zukunft" gibt, waren wir hoch erfreut. Als wir dann aber gesehen haben, wie es umgesetzt wird, konnte wir es kaum glauben.
 Ich weiss nicht genau, ob sie zu dem Klimaleugnern (Skeptiker wäre ein zu grosses Kompliment) gehören, aber ihre Artikel klingen ganz danach. Sehr subtil machen sie alle Formen von erneuerbaren Energien schlecht, schüren Ängste, betonen die Mängel, vergleichen Äpfel mit Birnen, und nun im letzten Artikel (der allerdings nicht zur Serie gehört) über die Windenergie bemühen sie sogar einen sehr fragwürdigen Artikel aus dem New Scientist und hängen ihren Artikel gross daran auf. Das ist kein neutraler Journalismus mehr, das ist Populismus und stinkt stark nach einer gezielten Diffamierung der Erneuerbaren Energien, mit dem Ziel der Verunsicherung und der Angstmache. Zu einer Zeit, in der sich 99% der seriösen Wissenschaftler einig sind, dass wir dringend Massnahmen gegen den Klimawandel ergreifen müssen, schreiben sie Artikel, als wäre das ein "Nice to Have" Thema, wo wir erst mal warten können, bis alles stimmt und nichts mehr schief gehen kann. Das mit der jetzigen Technologie alles schief geht und zwar mit 95%iger Sicherheit, das erwähnen sie aber nicht.

Leider ist der Normalleser meist nicht in der Lage ihren subitlen Ton zu durchschauen. Wenn man aber Experte ist und sich wie mein Mann und ich seit Jahren  mit Wetter und Energie beschäftigt, dann streuben sich einem die Nackenhaare beim Lesen. Ihre Serie ist mit ein Grund, warum wir die NZZ am Sonntag nun auch noch abbestellen.

Offenbar sind sich die Medien ihrer Verantwortung noch nicht gewahr, die sie beim Bekämpfen des Klimawandels haben. Oder es ist zu vermuten, dass es starke Kräfte gibt, die die Medien nun dazu nutzen den nötigen Wandel gar zu verlangsamen.

Leserbrief am 19.5.2011 an die NZZ
Aufmerksam habe ich den Artikel online gelesen. Ich bin entäuscht von der NZZ und dieser einseitigen Berichterstattung, wo die Argumente der Naturschützer und Bevölkerung nur in der 3. Person und herabwürdigend dargestellt werden z.B. das Wort suggeriert im folgenden Abschnitt: ".. .Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (Bund) suggeriert in einer Studie .. ". Die gesamte Berichterstattung der NZZ zum Klimawandel ist eine Farce und dient mehr der Verschleierung als der Aufklärung. Kohlekraftwerke sind eine Technologie der Vergangenheit und jede Zusatztechnologie dazu dient der Verlängerung der veralterten Technologie und ist kein Weg in die Zukunft. Erst mal bauen und dann später über die Speicher nachdenken, das kennen wir doch schon irgendwoher. Bis jetzt gibt es noch kein Endlager, obwohl die Atomkraftwerke schon seit rund 50 Jahre laufen. Wir haben aber keine weiteren 50 Jahre um nach einem CO2 Lager zu suchen. Der CO2 Ausstoss muss so schnell wie möglich verringert werden, steigende Strompreise und Sparsamkeit müssen dafür in Kauf genommen werden. Die Politik muss endlich mal dazu offen sprechen. Und die Medien sollten die notwenige Entwicklung unterstützen, anstatt sie immer wieder durch so einseitige Artikel zu torpedieren. Ich verstehe dabei die NZZ nicht. Eigentlich dachte ich dass, es sich um eine unabhängige Zeitung handelt. Aber mehr und mehr wird mir klar, dass es nicht so sein kann, denn wenn man die Thematik kennt und auch die wissenschaftlichen Hintergründen, dann sieht man die Einseitigkeit der Berichte so deutlich, dass man sich fragt, wer und was da dahintersteckt. Oder liegt es daran, dass es vor allem mittelalterliche, bis alte  Männer sind, die bei euch das sagen haben. Solche die immer noch im BMW, Mercedes oder Offraoder unterwegs sind und denen die Zukunft der Jungen völlig egal ist, solange das eigene Konto stimmt.


Leserbrief am 9.12.2010

Ich bin treuer Leser der NZZ. Sowohl online, wie auch in der NZZ am Sonntag verfolge ich die Nachrichten. Leider muss ich feststellen, dass sie zum Thema Klimawandel, das ja aktuell in Cancun verhandelt wird, nur sehr wenige Berichte bringen. Ich lese daher die Berichte auf anderen Medien und erwäge sogar ganz umzusteigen. Der Klimawandel ist eines der wichtigsten Themen, die die Menschheit in den nächsten Jahren und Jahrzehnten beschäftigen wird und die Verhandlungen in Cancun sind zentral für die Entwicklungen in den nächsten Jahren. Leider steht diese Bedeutung in krassem Missverhaltnis zur Berichterstattung. Ich fordere sie hiermit auf, regelmässig und intensiv über den Klimawandel und die Auswirkungen zu berichten und die wichtigen Ereignisse, z.B. Cancun in ihrer Berichterstattung zu würdigen. Ihre Zeitung hat eine grosse Verantwortung wie das Thema in der Öffentlichkeit betrachtet wird. Ich hoffe, dass sie in Zukunft mehr berichten und meinen Text auch als Leserbrief veröffentlichen.
 
Ich war auch bei einigen Protestaktionen und Demonstrationen dabei und auch dort viel auf, dass die Zeitungen (nicht nur die NZZ) lieber für eine überfahrene Katze berichten, als von einer Bewegung und Aktion, die oft mehrere hundert Menschen umfasste.


Montag, 6. März 2017

Neuigkeiten brandaktuell

Aktuell

Jetzt ist doch schon einige Zeit seit meinem letzten Post vergangen, deshalb hier erst mal die Neuigkeiten:

Ich bin seit Januar Teilzeit an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZHAW in der Energieforschung tätig. Bin noch in der Einarbeitung, aber es ist schon toll, sich den ganzen Tag mit seinen Lieblingsthemen beschäftigen zu können. Leider komme ich deshalb sehr wenig zum bloggen, denn myNewEnergy will ja auch noch betreut sein.

International: Bitte Petition unterschreiben !
Das Dorf Tamaquito ringt um sauberes Wasser nach Vertreibung durch Kohleabbau.
Wir kennen den Regisseur persönlich, der das Dorf Tamaquito bei der Umsiedlung begleitet hat und die krassen Umstände im Film "Das gute Leben" festhält. Leider hat sich auch nach drei Jahren die Situation dort nicht verbessert.

Stromlandschaft.ch
myNewEnergy konnte zusammen mit dem WWF ein tolles Projekt umsetzen. Die Qualität der Standardstromprodukte der Schweiz anhand einer Karte aufzeigen - schaut mal rein.

Nachhaltigkeitswoche
Diese Woche gibt es spannende Events an der Nachhaltigkeitswoche der Zürcher Hochschulen. Ich war bei der Vorbereitung dabei, ein höchst engagiertes, ehrenamtliches Team von über 50 Studenten sorgt für ein abwechslungsreiches Programm, von Ernährung. über Kleidung, bis zur Wirtschaft. Ich werde sicher morgen abend (Dienstag) dabei sein. Am Samstag Nachmittag organisiere ich mit fossil-free einen Workshop zum Thema Divestment. Die meisten Veranstaltungen kann man ohne Anmeldung besuchen.

Nebenrolle Natur Film Festival
Nächste Woche Donnerstag bis Sonntag findet das NNFF statt, mit vielen spannenden Filmen. Ich werde am Donnerstag Abend den Film " Klimaschützer gegen Stromriesen" moderieren und freue mich auf bekannte Gesichter.

Lichtblick: Divestment international
So und hier noch etwas positives als Gegengewicht zu den ganzen Schreckensmeldungen aus der Presse. Das Divestment Movement nimmt Fahrt auf. Es haben schon 701 Institutionen, Firmen usw. einen Ausstieg aus fossilen Investitionen angekündigt. Eine Summe von 5.46 Billionen wurde bereits divested oder der Ausstieg ist geplant.

Liebe Grüsse
Christina

 





Montag, 21. November 2016

Atomausstieg und Hohlkugeln


Liebe Verwandte, Bekannte und Freunde

Seit kurzen habe ich die Ehre für Journal21 zu schreiben, ein Online-Journal von erfahrenen Journalisten. Am Sonntag ist die Abstimmung über den Schweizer Atomausstieg, die Abstimmung wird knapp - informiert euch und geht stimmen. Ich freue mich, wenn ihr meinen Artikel lest und natürlich auch über Kommentare.

Nur kurz ein paar weitere spannende Themen:Der sehr reiche Klimaaktivist Steyer (Milliardär) hat angekündigt, mit allen Mitteln für Klimaschutz in den USA kämpfen zu wollen. Gemeinsam mit seiner Klimaorganisation nextgenclimate.org hat er Donald Trump den Kampf angesagt. Mmh, frage mich nur warum man davon nichts im Wahlkampf gemerkt hat. Aber besser spät als nie :)

Es gibt einen neuartigen Stromspeicher, der direkt bei Windanlagen im Meer betrieben werden kann. Es handelt sich um eine Hohlkugel, die im Meer versenkt, wie ein Pumpkraftwerk funktioniert. Wasser wird unter Stromverbrauch rausgepumpt. Wenn es zurückströmt, dann lässt sich wieder Strom erzeugen. Mehr dazu hier.

Ausserdem gibt es tolle Neuigkeiten von unserem Verein fossil-free.ch.Die Kampagne Renten ohne Risiko läuft super und es haben schon diverse tolle Aktionen stattgefunden, z.B. in Zürich auf dem Paradeplatz mit einer 5 m hohen CO2 Wolke.





Viel Spass beim Lesen
Christina

Sonntag, 20. November 2016

Atomausstieg planen Ja oder Nein ?

Noch eine Woche bis zur Entscheidung über die wichtige Frage eines geordneten Atomausstiegs. Dieser Artikel will die Fakten in den Fokus rücken um einen rationalen Entscheid ableiten zu können. Die folgenden fünf Punkte sind zentral in der Diskussion um den Entscheid.

Wie gross ist das Risiko eines Supergaus
Das Risiko ist gering, das ist klar. Aber trotz des geringen Risikos hat es weltweit zwei grosse und einige kleine Unfälle in AKW's gegeben. Laut Statistik hätten es nicht so viele sein dürfen. Allein die Tatsache, dass es keine Versicherung für den Gau gibt, zeigt schon, dass die Risiken schwer zu schätzen und finanziell desaströs sind. Jeder Konservative sollte für Vorsicht sein und daher sicherheitshalber das Abstellen planen.
  ð  Das Risiko ist klein, aber zu gross um es wirklich zu riskieren.

Wohin mit dem Müll
Zur Mülllagerung ist nicht viel zu sagen, der Fall ist klar: Es gibt noch keine Lösung für eine sichere Lagerung des Abfalls. Allerdings kommt es auf ein paar Jahre mehr AKW auch nicht an. Es kommt aber doch darauf an, wo in den nächsten Jahren Geld hin fliesst. In die Verbesserung und Wartung von einigen wenigen auslaufenden AKW oder in den Ausbau unserer Energiezukunft.
  ð  Der Müll muss sowieso entsorgt werden, aber jedes Jahr wird das Problem etwas grösser.

Die Stromversorgung im Auge behalten
Die Netze haben bereits bewiesen, dass selbst das Abschalten aller Schweizer AKW für einige Zeit verkraftbar ist (im 2015 waren alle AKW gleichzeitig aus). Dieses Winter gehen neben Beznau noch Leibstadt für die Revision vom Netz und unser Stromnetz wird immer noch funktionieren. Das zeigt, dass es möglich ist die Schweiz mit Strom zu versorgen, welcher im Inland produziert wird. Der Rest wird übergangsweise importiert. Hierbei kann man Kohlestrom auch ausschliessen. In anderen Ländern hat sich der Anteil von Wind und Solarstrom in wenigen Jahren vervielfältigt. Das könnten wir in der Schweiz auch erreichen, wenn erst einmal ein klarer Ausstiegspfad festgelegt ist. Eine rasante Entwicklung und Verbesserung der Technologien für erneuerbare Stromerzeugung und Speicherung macht den Umstieg immer einfacher.
  ð  Technisch ist es lösbar, wenn die Planung stimmt.

Klimaschutz ist heikel
Neben Wind, Wasser und Sonne ist die Atomkraft eine CO2 arme Technologie. Der Klimawandel ist ein riesiges Problem, mit dem Potential die Erde nachhaltig für Menschen unbewohnbar zu machen. Deshalb ist der schnelle Umstieg von fossilen- auf erneuerbaren Energie zwingend. Einem Land mit Kohle- und Kernkraftwerken, würde man wohl raten erst aus der Kohle und dann aus der Kernkraft auszusteigen, denn das Risiko eines katastrophalen Klimawandels ist fast 100% und damit viel gefährlicher als ein Atomgau. Und wir sehen am Beispiel von Deutschland, dass es nicht damit getan ist neue Anlagen zu bauen. Man muss auch alte Kraftwerke abschalten, damit der Markt nicht überschwemmt wird und die Preise in den Keller sinken. Auch für die Schweiz macht es Sinn Planungssicherheit zu schaffen und parallel zum Ausbau, den Ausstieg festzulegen. Denn für die Wirtschaft und Unternehmen ist Unsicherheit das schlimmste Szenario und der Pfad in einer erneuerbare Zukunft ist viel gradliniger mit einem klaren Zeitplan.
  ð  Aussteigen dürfen wir nur, wenn wir auch bereits sind den Ausbau und Stromeffizienzmassnahmen mit der nötigen Geschwindigkeit voran zu treiben. Dauerhafter Import von Deckstrom ist keine Alternative.

Ist das alles nicht viel zu teuer?
Im Moment leben wir in der grotesken Welt, dass Strom immer billiger wird und deshalb nicht mal mehr ein Anreiz besteht diesen sparsam zu nutzen. Im Vergleich zu allen Nachbarländern und auch Generationen vor uns, zahlen wir so wenig für Strom wie noch nie. Gleichzeitig gehen wir mit der Atomkraft ein riesiges Risiko ein und jammern, dass Alternativen zu teuer sind. Es gibt sowohl bezahlbare Alternativen für die Herstellung, wie auch Geräte zum Stromsparen. Und wenn der Strompreis nur wenig teurer wäre, dann würden sich beides lohnen, so dass wir am Ende für wenig mehr Franken, sehr viel mehr Sicherheit, weniger Abfälle und schnelleren Ausbau hätten. Es ist erstaunlich, dass es sich eine der reichsten Nationen der Welt nicht leistet für den Preis eines Kinoeintritts pro Monat, die Energieversorgung für das 21. Jahrhundert fit  zu machen.
  ð  Beim Strom ist die Umstellung und der Ausbau vergleichsweise günstig zu haben und schafft erst noch viele Arbeitsplätze im Inland.


Fazit: Die Fakten zeigen, dass ein Ausstieg technisch und finanziell machbar ist. Ein Ja würde die Energiewende beschleunigen und absichern, ein Nein wird wieder zu mehr Unsicherheit im Strommarkt führen und die Planung für die Unternehmen erschweren. 

Freitag, 4. November 2016

Du bist NICHT allein

Aktuell

Oft hat man den Eindruck, dass man sich als Einziger für etwas einsetzt oder als Einziger auf etwas verzichtet und dass alles gar nichts bringt.


"Das Flugzeug fliegt sowieso."
"Das Auto steht ja schon da und alle anderen fahren auch."
"Das Rindfleisch im Supermarkt wird dann halt von anderen Leute gekauft."
"Was ändert es, wenn ich verzichte?"
"Ich gönne mir ja sonst nichts, ein bisschen Spass wird ja wohl noch erlaubt sein."

Es ist tatsächlich schwierig auf solche Aussagen zu antworten. Auch mir fehlen oft die Worte und wer ist schon gerne eine Spassbremse.

Aber ihr könnt euch sicher sein. Ihr seid NICHT die einzigen. Auf der ganzen Welt machen sich Menschen Sorgen um das Klima.  Viele warten allerdings darauf, dass andere aktiv werden, um selber den ersten Schritt zu machen. Schaut euch um, es gibt schon viele erste Schritte und viele aktive Menschen. Schliesst euch an und macht mit. Ihr seid NICHT allein.

Als ersten Schritt muss man nicht gerade mit dem Fliegen oder Fleisch essen aufhören, es gibt auch andere Wege sich für das Klima einzusetzen. Wichtig ist, dass wir die Regeln so ändern, dass es einfach ist sich klimafreundlich zu verhalten.

Aktuelle Beispiele und Lichtblicke von Aktiven

Renten ohne Risiko
Vor drei Jahren haben Olli, ich mit ein paar Freunden den Verein fossil-free gegründet. Mittlerweile hat der Verein mehrere hundert Mitglieder und fast 20 Aktive. Heute startet gemeinsam mit der Klimaallianz eine Kampagne zum Thema Rentengelder und wir machen mit einer Aktion auf dem Paradeplatz auf die Gefahr aufmerksam. Das Fernsehhen hat sich auch schon angekündigt.

Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass ihre Renten in fossilen Industrien angelegt sind und damit der Klimawandel finanziert wird. Zusätzlich sind die Gelder gefährdet, da viele dieser Unternehmen massiv überbewertet sind und Kursverluste drohen.
Hier unterschreiben und mehr erfahren >>

Klimaseniorinnen
In der Schweiz hat eine Gruppe von mittlerweile über 460 Seniorinnen eine Klage gegen den Bund eingereicht. Das ganze wurde von nur wenigen Frauen initiiert. Diese haben wahrscheinlich auch oft gedacht, dass Sie mit Ihren Sorgen allein dastehen, bis sie Gleichgesinnte gefunden haben und nun aktiv sind. Diese Idee lässt sich super auf andere Länder übertragen. klimaseniorinnen.ch/

Public Eye Petition
Eine Schweizer Umweltorganisation will, dass auch Diesel, der in Afrika verkauft wird schwefelarm sein sollte. Hier kann man die Petition unterschreiben.

Energieagentur korrigiert Prognosen für den Ausbau der Erneuerbaren
Die Internationale Energie Agentur musste nun schon zum dritten Mal ihre Prognose für den Ausbau von Erneuerbaren nach oben korrigieren, da der weltweise Umbau viel schneller fortschreitet, als sie prognostiziert hat. Mehr dazu auf Klimaretter und  auf Englisch im Guardian

Fairphone
Eine Gruppe von jungen Menschen hat sich 2010 zum Ziel gesetzt, dass ihr Telefon nicht mit Ausbeutung hergestellt werden soll. Mittlerweile wird das Fairphone weltweit vertrieben und hat 50 Mitarbeiter. Eine Besonderheit ist, dass Ersatzteile einfach selber ausgetauscht werden können.

Positive Aussichten
Eine Gruppe von Journalisten wollte nicht mehr unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten und nur über aktuelle, negative Nachrichten berichten. Sie gründeten perspective-daily eine Nachrichtenseite, die zukunftsorientiert, verständlich und langfristig kommunizieren. Seit Anfang Jahr kann man nun gegen eine kleine Gebühr die gründlich recherchierten Artikel geniessen.

Journal 21
Eine Gruppe von pensionierten Journalisten wollte den Zerfall der Schweizer Medienlandschaft nicht länger hinnehmen und hat ein eigenen Online-Magazin gegründet. Die gründlich recherchierten Artikel sind mehrheitlich von sehr erfahrenen und professionellen Journalisten geschrieben. Es ist mir daher eine Ehre, dass ich auch dort publizieren durfte.

Weiter schauen
Ich könnte noch lange so weiter schreiben, aber ich glaube der Film auf folgender Webseite zeigt am besten was ich meine - Unbedingt bis zum Ende schauen.


Liebe Grüsse und hoffentlich bis bald
Christina

Mittwoch, 17. August 2016

Ich grille, du grillst, wir grillen Grillen

Aktuell

Obwohl es einem in Deutschland eventuell nicht so vorkommt, ist der Sommer doch noch gekommen und bricht wieder Rekorde. Juli 2016 ist weltweit der wärmste jemals gemessene Monat und auch das Jahr 2016 als gesamtes dürfte sehr warm werden. Das muss aber nicht heissen, dass wir hier in Europa davon profitieren, kann es doch gleichzeitig auch feuchter und schwüler und bewölkter werden.

http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2016-08/juli-2016-heissester-monat-rekord-nasa

Sommer = Grillen

Trotz schlechtem Wetter bedeutet Sommer auch Grillzeit - vor allem in der Schweiz. Und natürlich zirpen an sommerlichen Abenden die Grillen besonders lieblich. Macht keinen Sinn - Doch!

Was kommt denn bei euch so auf den Grill und warum?
Wer von euch denkt, dass er ohne Fleisch seinen Protein und Vitaminbedarf nicht decken kann? Ich (Vitamin B12) !
Wer will aber trotzdem Klimaschonend und Tiergerecht essen. Ich !

Gerade dieses Jahr hat sich bei mir ein gefährlicher Vitamin B12 Mangel eingestellt. Das ist eines der wenigen Vitamine, die man ausschliesslich aus tierischen Produkten bezieht. Glücklicherweise habe ich es noch rechtzeitig bemerkt und habe es nun sogar gespritzt bekommen. Lieber würde ich meinen Bedarf allerdings aus natürlichen Quellen decken und da bin ich nun auf eine spannende Alternative gestossen.

Seit heute gibt es auf Kickstarter (einer Crowdfunding Plattform) ein neues Projekt SENSBAR, wobei aus Grillenmehl Energie- und Proteinriegel hergestellt werden. Diese enthalten sehr viel B12, Eisen und Magnesium und eigenen sich darum besonders für Sportler und andere energiehungrige Menschen. Ich habe eine Probepackung bekommen und die verschiedenen Geschmacksrichtungen probiert. Ist schon etwas gewöhnungsbedürftig - aber mir hat Dark Chocolate & Orange gut geschmeckt und Oliver fand Pineapple & Coconut lecker. Bei der Herstellung wird im Vergleich zu anderen tierischen Produkten nur ein Bruchteil an Wasser und Energie verbraucht.

Ich bin gespannt, was ihr zu dem Thema denkt. In der Schweiz gibt es noch ein weiteres Startup, das sich mit essbaren Insekten beschäfigt (Essento.ch). Immerhin düften ab 1.1.2017 endlich Insekten als offizielle Nahrungsmittel in der Schweiz  zugelassen werden.

Ich denke, es lohnt sich, das Projekt Sensbar zu verfolgen. Ich werde mir auf jeden Fall mal ein paar Riegel bestellen und damit die Kampagne unterstützen.

Liebe Grüsse und noch viele schöne Sommerabende
Christina







Montag, 20. Juni 2016

Flashmob: Wo ist der Sommer? erfolgreich

Der Flashmob heute war mit 15 Teilnehmern klein und fein und sehr gelungen. Die Teilnehmerschar in bunten Badekleidern erregten auf dem Weg zum Paradeplatz sehr viel Aufmerksamkeit und auch Lacher. Das Wetter war zwar warm und sonnig, aber die Botschaft kam trotzdem an: Das Klima ändert sich und damit auch unser Wetter. Wissenschaftler und Meteorologen warnen vor den dramatischen Folgend des Klimawandels. Folgende Medienmitteilung habe ich heute morgen an die Presse verschickt:
Flashmob: Wo ist der Sommer ?
Zürich 20.06.2016 Wissenschaftler schrecken auf: Der Jetstream verändert sich und mit dem fortschreitenden Klimawandel müssen wir mit immer grösseren Abweichungen von unserem gewohnten Wetter rechnen. So scheint uns sowohl der Winter, wie auch der Sommer abhanden zu kommen. Eine Gruppe besorgter Mitbürger macht sich deshalb heute Mittag auf die Suche.

Der Klimawandel ist eine Bedrohung, nicht nur für unser Leben, sondern auch für unseren Lebensstil. Skifahren im Winter und unbeschwertes Baden im Sommer – wird das in Zukunft noch möglich sein?

Praktisch Jahr für Jahr wurden seit 2000 globale Temperaturrekorde gebrochen, 2015 ergriffen Hitzewellen und Dürre auch Europa. Neu zeigen Messdaten der NASA und der World Meteorologial Organisation (WMO), dass auch das Jahr 2016 neue Rekorde setzt. "Der bisherige Zustand des Klimas in diesem Jahr ist alarmierend", sagt David Carlson von der WMO. "Außergewöhnlich hohe Temperaturen, Eisschmelzraten im März und Mai, die wir so normalerweise bis Juli nicht sehen und Jahrhundert-Regenfälle. Abnormal ist das neue normal." Rekordhohe Temperaturen in der Arktis bedeuten aber mitnichten einen schönen Badesommer für uns Schweizer. Dafür sind sogar Todesfälle durch Überschwemmungen in Deutschland und auch bei uns, Warnungen vor Erdrutschen keine Seltenheit und weiterhin kein Badewetter in Sicht. Wir wollen das nicht länger tatenlos hinnehmen und setzen uns für eine Eindämmung des Klimawandels ein. Zwei interessante Bewegungen gibt es dazu in der Schweiz:

Divestment – Fossil-free.ch
Fossil-Free.ch versucht die Menschen dort zu packen, wo es ihnen am meisten wehtut, beim Geldbeutel. Indem die Bewegung aufzeigt, dass unsere wertvollen Pensionskassen und Versicherungsgelder in Unternehmen stecken, die potentiell mit dem Klimawandel massiv an Wert verlieren, konnten schon über 3500 Menschen motiviert werden, ihre Pensionskassen, Versicherungen und Banken zum Divestment aufzufordern. Erst vor wenigen Tagen gab die Pensionskasse des Bundes  Publica bekannt, erste Schritte zum Ausstieg aus Kohleinvestitionen einzuleiten.

Volksinitiative zur Eindämmung von CO2
Eine Gruppe von Menschen um den Autor Marcel Hänggi lotet aus, gegebenenfalls eine Volksinitiative zur Änderung des Energieartikels zu starten. Laut Hänggi liesse sich Paris ganz einfach umsetzen, wenn der Verbrauch und Import von fossilem Kohlenstoff klar reguliert und ab 2051 ganz verboten wäre. Hänggi schreibt dazu: "Das Epochale am Abkommen von Paris ist der beschlossene Ausstieg aus der Energieform, die zweihundert Jahre lang der Motor der Weltwirtschaft war." Eine Änderung des Energieartikel in Hänggis Sinne wäre radikal. "So radikal wie das, was Frau Leuthard in New York unterschrieben hat." Aber nur eine gesetzliche Eindämmung des Klimagifts CO2 wäre konsequent. Oder ist es radikal, dass wir keine ungeklärten Abwässer in unsere Flüsse mehr leiten, den Sicherheitsgurt eingeführt haben und unsere Abfallverbrennung nur mit Filteranlagen betreiben?

Pressekontakt:          
Dr. Christina Marchand, 078 733 43 22
christina.marchand@fossil-free.ch
Eventinfos: www.facebook.com/events/183339422068314/

weitere Infos:            
fossil-free.ch,
blog.tagesanzeiger.ch/politblog/index.php/65141/paris-ernst-nehmen/

Fotos: Kontaktieren Sie uns. Gerne stellen wir Ihnen Fotos und Filmmaterial zum Event zur Verfügung