Freitag, 19. Januar 2018

Liebe IG BCE, nehmt den Klimaschutz ernst

Liebe Verwandte, Bekannte und Freunde

Wer wenig Zeit hat: Direkt hier klicken und Unterschreiben

Die Medien sind derzeit mühsam: Die deutsche Politik setzt wieder auf die langweilige GroKo, die Pressefreiheit geht weiter den Bach runter, die Umwelt ist immer kurz vor dem Kollaps und Trump liefert seinen täglichen Twitter-Stumpfsinn.

Kein Wunder sind viele medienverdrossen und bezweifeln, dass sich irgendetwas zum Besseren wenden kann. Da scheint es natürlich auch unsinnig sich für etwas einzusetzen  -  bringt ja eh nichts.

Ich denke das auch oft, raffe mich dann aber doch immer wieder auf. Oder was würdet ihr tun, wenn  ihr verloren im Meer schwimmt und das Ufer nicht seht. Dann geht ihr doch auch nicht einfach unter, sondern versucht mit letzter Kraft in Richtung Ufer zu schwimmen. So ähnlich fühle ich mich oft bei meinem Kampf für Klima und Umwelt. Aber ich schwimme weiter und hoffe, dass wir das Ufer erreichen. Das gilt für mich, aber auch für viele andere, die sich täglich für etwas einsetzen, an das sie glauben. Aufgeben ist keine Option.

Natürlich kommen mir dabei immer viele Ideen, aber nur ein kleiner Bruchteil schafft es in diesen Blog und noch weniger münden in eine Aktion.

Schon lange aber gärt eine Sache in mir, die ich schlecht nachvollziehen kann. Gewerkschaften haben in der Vergangenheit viel Gutes für die Menschen bewirkt und viele von unseren heutigen Arbeiterrechten erreicht. Aber in den letzten Jahren haben Gewerkschaften angefangen sehr protektionistisch für einzelne Firmen und Branchen zu kämpfen, auch wenn diese Umwelt und andere Menschen stark schädigen. Ich rede dabei vor allem von der Kohleindustrie und der IG BCE ( Gewerktschaft für Bergbau, Chemie und Energie).

Diese Gewerkschaft setzt seit längerer Zeit die SPD unter Druck. Sie wollen:

  • die vergleichsweise wenigen Kohlearbeitskräfte bewahren
  • die Kraftwerk-Laufzeiten verlängern
  • in Kauf nehmen
    • dass dadurch in den erneuerbaren Energien hundertausende Jobs verloren gegangen sind
    • dass die Kohleverstromung weltweit Arbeiter und Umwelt schädigt
    • dass ihre Mitglieder und deren Kinder in den anderen Branchen auch geschädigt werden


Deshalb würde ich gerne mit der Gewerkschaft in Kontakt treten und diese auffordern ihre Haltung zu überdenken. Ich glaube, dass es helfen kann, mit den lokalen Gruppen und Vertretern zu sprechen, denn Gewerkschaften sind traditionell regional organisiert.

Ich habe daher eine Petition gestartet und bitte euch mir zu helfen:

A) Bitte unterschreibt die Petition
B) Bitte schickt dieses vorformulierte Mail an die Bezirksvertreter (Liste hier)
C) Bitte meldet euch bei mir, wenn ihr Erfahrungen mit Gewerkschaften habt.
D) Helft mit die Petition zu verbreiten - das Ziel ist 1000 Unterschriften.

Ich würde mich sehr freuen wenn wir das bald schaffen.

Liebe Grüsse, irgendwo aus der Mitte des Atlantiks ;)
Christina

Die Klimabewegung in der Schweiz


Zu diesem Blogpost habe ich auch einen Artikel im Journal 21 veröffentlicht. Es ist schon ein bisschen her. 

Klimagipfel
An der Klimakonferenz COP21 in Paris im 2015 konnte ein Abkommen zwischen 197 Ländern abgeschlossen werden, welches mittlerweile von allen Ländern ratifiziert wurde. Anstatt nun endlich an die Umsetzung zu gehen, gab es nun an der COP 23 in Bonn aber wieder Diskussion, da neben dem grossen Wackelkandidaten USA viele Staaten zwar Zusagen zum zwei Grad Ziel machen, die geplanten Massnahmen allerdings nicht ausreichen. Andere widerum machen ihre Zusagen von anderen Staaten abhängig. Auf diese Art steuern wir derzeit eine Welt mit deutlich höheren Temperaturen an.

Widerstand
Gleichzeitig steigt durch die erstarkende Klimabewegung der Druck auf die Regierungen. Zu Beginn der Konferenz gingen in Bonn 25'000 Menschen auf die Strasse, um vor allem für einen schnellen Ausstieg aus der Kohleverstromung zu protestieren. Immer mehr Bürger realisieren die Dringlichkeit durch die mittlerweile weltweit sichtbaren Auswirkungen des Klimawandels. Auch in den USA gab es dieses Jahre bereits riesige Demonstrationen für den Klimschutz mit über 300'000 Menschen .

Schweizer Klimabewegung
In der Schweiz wurden in den letzten Jahren ebenfalls neue Bewegungen gegründet, die sich mit etablierten Organisationen in der Klima-Allianz zusammengeschlossen haben. Christian Lüthi, Präsident der Klima-Allianz erklärt: "Der Masterplan Klima-Allianz 2016 zeigt, dass der Finanzplatz Schweiz den grösste Hebel für Klimaschutz in der Schweiz bietet, da die mit der Finanzindustrie in Verbindung stehenden Emissionen rund 20mal mehr als die hiesigen Inlandemissionen ausmachen. Deshalb bündelt die Klima-Allianz ihre Kräfte um den Finanzplatz zu desinvestieren. Vor allem die Pensionskassen sind Ziel der aktuellen Kampagne, da sie riesige Mengen unseres Geldes verwalten."

Divestment
Angetrieben wird die Entwicklung von der vor wenigen Jahren gegründeten NGO fossil-free.ch, die eng mit der gleichnamigen internationalen Kamapgne von 350.org zusammen arbeitet. Das Hauptziel des Vereins ist, alle grossen Investoren in der Schweiz anzusprechen und auf die Risiken der Anlagen im Bereich der fossilen Energien hinzuweisen. Dabei spielt sowohl der Umweltgedanke, wie auch die finanziellen Risiken eine Rolle. Allein in den letzten Jahren haben z.B. Kohlekraftwerke weltweit massiv an Wert verloren, einige mussten sogar schliessen. Das stellt natürlich ein beträchtliches Risiko für die Altersguthaben der Schweizer dar. Fossil-free vereinigt Menschen aller Altersgruppen und politischen Ausrichtungen. Im Vorstand finden sich Senioren, sowie junge Studenten. Organisiert werden die zahlreichen Veranstaltungen mehrheitlich durch Freiwillge. So hat fossil-free unter anderem die grosse Klimademo in Zürich im Winter 2015 mit über 2000 Menschen organisiert. Mittels Dokumentarfilmen und auch spektakulären Aktionen versucht die NGO die Menschen auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam zu machen, aber auch aufzuzeigen, dass es sehr einfach sein kann, etwas zu tun, indem man z.B. sein Konto wechselt, das Geld anders anlegt oder eine Petition z.B. renten-ohne-risiko.ch  mitmacht.

Recht für das Klima
Relativ neu sind die KlimaSeniorinnen, die mittels Klage die Grundrechte auf ihr unversehrtes Leben und Erhalt ihrer Umwelt einfordern. Besonders ältere Menschen leiden sehr unter Hitzewellen, sind daher von einer Klimaerwärmung stark betroffen. Auch in anderen Ländern klagen Bürger gegen ihre Regierungen, weil sie nicht genug gegen die Klimaerwärmung tun, unter anderem in den USA (Our childrens trust) und in Norwegen. In Holland hat vor zwei Jahren die Klage von Urgenda für weltweites Aufsehen gesorgt. In Neuseeland hat die Rechtsstudentin Sarah Thomson geklagt und gerade jetzt erster Instanz verloren. Sie will den Fall weiter ziehen. Die kleine niederländische Umweltorganisation forderte vom Staat eine 25-Prozentige Reduktion des CO2-Ausstosses bis ins Jahr 2020 – und bekam recht.

Jeder kann etwas beitragen
Einen anderen Weg geht die Organisation myblueplanet, die seit 2006 in der Schweiz konstruktiven Klimaschutz "bei de Lüt" betreibt. Mit über 2000 engagierten Freiwilligen werden Projekte umgesetzt die einfache Handlungsmöglichkeiten im Alltag aufzeigen. Unter dem Motto "Jede Zelle zählt" werden Solaranlagen auf Schulhausdächern geplant, "Jedes Kilo zählt" Freundeskreise zum CO2 sparen motiviert, "bluecamp" Lehrlinge zum Klimaschutz inspiriert, "bike4car" e-bikes gegen das Auto ausgetauscht und mit dem "Klimamenu" auf den CO2 Ausstoss unserer Nahrungsmittelproduktion hingewiesen. myblueplanet engagiert dabei Menschen in jedem Alters und versucht lokal erfolgreiche Projekte mit Partnern zu nationalen Kampagnen zu machen.

Kompensation, wenn keine Einsparung möglich
Schon vor etwas längerer Zeit ist myclimate als Schweizer Stiftung aus der Idee der CO2 Kompensation entstanden und mittlerweile zu einer beachtenswerten internationalen Initiative herangewachsen, die pro Jahr über 12 Millionen CHF umsetzt. Aus der reinen Kompensation mit den dazugehörigen internationalen CO2 Einsparungsprojekten, z.B. Biogasanlagen oder Aufforstungsprojekte, ist mittlerweile eine breite Dienstleistungspalette entstanden. So bietet myclimate sowohl Kinder- wie Erwachsenenbildung, aber auch KMU Umweltberatung und vieles mehr. myclimate hat 2016 weltweit rund eine Million Tonnen CO2 Emissionen reduziert.


Erwähnenswerte Aktivitäten
Weiterhin erwähnt werden sollten die Westschweizer Organisationen Association Climat Geneve und
die Coordination Climat Justice Sociale, die lokal Veranstaltungen und Informationskampagnen durchführen. CareforClimate unterstützt Projekte im globalen Süden und informiert über den Klimawandel. Das jährlich stattfindende Klimacamp vernetzt Aktivisten und zeigt auf praktische Art, wie ein einfaches Leben im Einklang mit der Erde möglich ist. Mit den Climate Games soll auf spielerische Weise ziviler Widerstand für ein stabiles Klima erprobt werden. Die Spiele fanden diesen September in Basel statt. Auf der effizienten Webseite climatiq.ch kann man mittels automatisiert gesammelten Artikel und Berichte über den Klimawandel jederzeit über alle Aspekte des Klimawandels informiert bleiben. Climate-KIC, eine europäisches Förderprogramm unterstützt auch in der Schweiz Innovationen zum Klimaschutz und hilft damit vor allem Start-Ups.

Natürlich gibt es noch viele weitere Organisationen und die grossen NGO's z.B. Greenpeace und WWF leisten auch wertvolle Arbeit in diesem Bereich. Aber gerade die vielen neuen Organisationen bringen Dynamik und sprechen die Menschen auf andere Art an. Es bleibt spannend zu beobachten wie die Bewegung hilft die Schweizer Klimaziele zu erreichen und die Bevölkerung für das Thema sensibilisiert.

Freitag, 22. Dezember 2017

Fake News, die BAZ mal wieder ganz gross

Falsche Aussagen zur Solarenergie in der BAZ

Vor zwei Tagen wurde in der BAZ mit grossen Worten behauptet, dass die "Fotovoltaik mehr Energie verschlingt , als sie erzeugt" Angeblich durch Schweizer Forscher berechnet. Geht man der Sache auf den Grund dann entpuppen sich die Forscher als sehr umstrittene Personen, die gar nicht in der Forschung tätig sind. Die angeblich wissenschaftliche Publikation wurde von vielen renomierten Schweizer Forschern widerlegt. Aber nicht nur Forscher widerlegen diese Behauptung. Auch tausende von installierten Anlagen und Berechnungen dazu zeigen, dass die Photovoltaik immer günstiger und attraktiver wird und bei optimalem Eigenverbrauch durchaus kostendeckend betrieben werden können. Das Zombi-Argument dass die Sonne nicht immer scheint, wird immer wieder ausgegraben, obwohl ja gerade die Schweiz mit den Pumpspeicherkapazitäten kein Problem hat, überschüssige Energie zu speichern und später wieder zu benutzen.

Ferrucio Ferroni und Reichmuth bekannt für tendenziöse Artikel
Herr Ferroni hatte bereits 2014 in der Weltwoche behauptet, dass PV-Strom mehr CO2 erzeugt als Kohlestrom. Das wurde schon damals als falsch widerlegt. Jetzt wird das Thema in der BAZ unter anderem Titel nochmals aufgewärmt.  Tatsächlich wird oft der grauen Energie zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt und wir verbrauchen in der Schweiz viel zu viel davon. Diese Rechnung aber nur auf die Solarherstellung anzuwenden und nicht auf alle Energieerzeugung kann natürlich nicht sein. Anzustreben ist natürlich, dass nach und nach die Produktion auf erneuerbare Energien umgestellt wird und somit wird die Bilanz immer besser. Es steht auch jedem frei seine PV-Panels in einem Land zu beziehen, in dem der Strommix besser ist. Zusätzlich haben viele PV-Werke nun auch schon Panel auf dem eigenen Dach und verbessern ihre Umweltbilanz. Ökonomisch sind die Vollkosten wichtig und dabei schneiden die neuen erneuerbaren Energien mittlerweile deutlich besser ab, als neue Kern- oder Kohlekraftwerke.

Zweifel an der Wissenschaft
Schlimm ist auch, dass der Artikel neben den Falschaussagen sehr tendenziös geschrieben ist. Sätze wie «Glaubt man Lobbyisten und PV freundlichen Wissenschaftlern…» sind hochproblematisch, da sie die letztendlich die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft in Frage stellen. Die Strategie erinnert an das Vorgehen der Klimaskeptiker und Tabakindustrie: Zweifel säen an wissenschaftlichen Ergebnissen durch Verweis auf die grosse Spanne von Studienergebnissen, ohne zu sagen, dass die Spanne eigentlich nur durch wenige «Outlier» produziert wird. Dass solche Praktiken von der BAZ kommen, wundert leider anhand der Historie wenig und zeigt wohin die Reise gehen kann, wenn die Medienlandschaft zunehmend politisiert und zentralisiert wird.

Ergebnisse der Studien und Antworten dazu:
Artikel:
https://bazonline.ch/schweiz/die-verheerende-bilanz-von-solarenergie/story/26546197

Veröffentlichung der umstrittenen Autoren
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0301421516301379
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0301421517302914

Antwort und Forschung zum Thema
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0301421516307066
http://www.swissolar.ch/services/medien/news/detail/n-n/stellungnahme-zum-artikel-die-verheerende-bilanz-von-solarenergie-baz-vom-201217/

Freitag, 27. Oktober 2017

Von disruptiven Autos und PV-Zellen

Aktuell

Wer hat schon von disruptiven Technologien gehört? Das sind solche Neuheiten, die einen Markt komplett ändern, also häufig bestehende Firmen oder Technologien in relativ kurzer Zeit verdrängen, z.B. das Smartphone oder der Flachbildschirm.


Experten sagen voraus, dass sowohl Elektroautos, wie auch die dezentrale Stromversorgung solche disruptiven Effekte haben werden.

Bereits in den nächsten 1-2 Jahren werden Elektroautos zu gleichen oder tieferen Preisen, wie normale Autos auf den Markt kommen, aber fast GRATIS im Verbrauch sein. Strom ist billig und auch die Wartung der sehr viel einfacheren Motoren ist günstiger. Die Ausstattung der Tankstellen mit Stromladestationen kommt auch voran.



Ich konnte heute den Sion von Sono Motors testfahren, der 330 sehr effiziente Solarzellen hat und damit pro Tag zusätzlich zur Reichweite von 250 km bis zu 30 km weit kommt. Dieses Auto wurde nicht etwa von unserer "innovativen" deutschen Autoindustrie gebaut, sondern von drei Studenten mit Hilfe von Crowdfunding (also gesammeltem Geld). Er soll 2019 auf den Markt kommen und unter 20'000 Euro kosten. 

Auch die Post musste auf andere Anbieter zurückgreifen, da die "tolle" deutsche Industrie nicht in der Lage war einen Elektotransporter zu bauen. Die RTW Hochschule Aachen hat nun mit der Post einen Transporter auf den Markt gebracht, der schon eingesetzt wird. Zusätzlich wurde nun von Professor Schuh auch ein kleines günstiges Elektroauto e.go life entwickelt, welches schon nächstes Jahr käuflich ist.

Ich bin gespannt, wie sich VW, Mercedes und BMW gegen die neue Konkurrenz behaupten. Auch China wird zeigen, dass man günstig grosse Serien von Elektroautos produzieren kann. Hoffen wir, dass es die deutsche Industrie schafft, sich zu wandeln damit Sie nicht in diesem disruptiven Markt untergeht.



Ebensolches zeigt sich mit der Solarstrom-Produktion ab. Bereits jetzt ist es vielerorts günstiger, selbst produzierten Strom zu brauchen. Es wird erwartet, das Batterien in den nächsten 2-3 Jahren nochmal deutlich günstiger werden. Damit kann dann der Eigenverbrauchsanteil deutlich gesteigert werden und das Netz ist dann wirklich nur noch Backup für den Ausnahmefall. Im Gegenteil, jedes Einfamilienhaus kann potentiell noch Nachbarn mitversorgen. Schon rund 10 qm Solarzellen auf der Garage z.B. reichen um das eigene Elektrofahrzeug über 10'000 km zu fahren.

Sowohl die Effizienz, wie auch die Gestaltung der Solarzellen werden besser. Bunte oder rahmenlose Module (siehe links) erlauben das ganze Haus günstig in solaraktive Hüllen zu packen und ein Plus-Energiehaus zu werden. Sogar weisse Zellen sind möglich.

Ich bin sehr gespannt, was sich in den nächsten Jahren tut und ich würde jedem raten, mit dem Kauf eines neuen Autos noch 1-2 Jahre auf die neue emissionsfreie Welt zu warten oder sich eines der  neuen Modell vorzubestellen und damit neue innovative Firmen zu fördern.

Auch wenn wir damit natürlich nicht alle Klima oder Verkehrsprobleme lösen, so drehen wir doch immerhin den Ölländern den Geldhahn zu.

Viel Spass beim Lesen.

Die folgenden Bilder wurden von Prof. Ballif von der EPFL zur Verfügung gestellt - DANKE.

Ziegelfarbene Solarzellen

Schöne Schindeln mit denen auch komplexe Dachformen ästetisch bedeckt werden können


Die weissen Module haben zwar eine reduzierte Leistung, aber dafür können auch Fassaden ansprechende gestaltet werden.




Donnerstag, 31. August 2017

You caused Harvey !


Komisch :(
Der x-te Reporter fragt den x-ten Klimaforscher, ob der Klimawandel für die Überschwemmung in Houston verantwortlich ist. Und die Antwort: Dauert lange, besteht aus ganz vielen Worten und bedeutet: Ja und Nein.

Wie blöd sind wir eigentlich? Der Zusammenhang zwischen warmem Wasser und Verdunstung und mehr Regen ist so klar wie Klosbrühe. Der zwischen schmelzenden Eismassen und steigendem Meeresspiegel auch, genauso wie der zwischen CO2 und dem Treibhauseffekt.

Das ist ja das Groteske: Die grundlegenden Mechanismen zum Klimawandel sind ganz einfach und trotzdem WILL es niemand verstehen.

Lange bekannt
Die Forscher sagen seit Jahren genau solche Ereignisse voraus. Sie warnen seit langem, dass der Meeresspiegel steigt und mehr Regen kommen wird. Dass Wetterfronten dauerhafter über einer Region bleiben. Dass Küstenstädte unbewohnbar werden. Sie trauen sich aber immer weniger das ganz klar zu sagen, da sie in den letzten Jahren stark angegriffen wurden.

Nun passiert genau, was vorausgesagt wurde und alle machen lange Gesicher: "So überraschend! Ein Jahrhundertereignis. Wieviel Prozent davon ist denn nun der Klimawandel?"

Ist doch SCHEISSEGAL wieviel Prozent. Ohne den Klimawandel wäre der Sturm nicht so nass gewesen, wäre der Meeresspiegel tiefer und hätten vielleicht stärkere Westwinde geherrscht. Kann man alles nicht ganz genau wissen. Aber alles Genannte wird durch den Klimawandel verstärkt und das ist 100% sicher.

Und wir sind erst bei 1 Grad. Ohne massive Einschränkungen unseres CO2 Ausstosses landen wir bei über 3 Grad. Denkt einfach drei Mal mehr Houston, Tropenstürme neu auch in Südeuropa, stärkere Überflutungen an der norddeutschen Küste, 3 mal mehr Hitzewellen - ganz vereinfacht gesprochen.

Auch bei uns
Und wer sich nun in Europa freut, dass es die Richtigen trifft, nämlich die amerikanischen Klimasünder mit ihrem grotesken Präsidenten, der sogar den Klimavertrag gekündigt hat, der sollte sich nicht zu früh freuen. Auch Europa wird stark betroffen werden und dass nicht erst in der Zukunft. Die Folgeschäden von solchen Überschwemmungen sind oft viel grösser. Fukushima war so ein Folgeschaden und die Explosion einer Chemiefabrik mit potentiell giftigen Chemikalen auch.

Und schuld sind NICHT die anderen, schuld sind WIR ALLE. Mit jedem unnötigen Autokilometer in einem unnötig schweren Auto, jedem Ferienflug, jedem Kilo Fleisch, jedem Kilowatt Kohlestrom heizen wir dem Klima weiter ein. Weil es ja so bequem ist und wir es uns so verdient haben und weil wir sparen wollen - für den nächsten Urlaubsflug - oder den Wiederaufbau nach der Katastrophe.

Houston ist überall
Houston ist nur ein Ort. Bereits dieses Jahr sind über 1000 Menschen in Asien an Überschwemmungen gestorben.

Und wenn wir mal ganz ehrlich sind, dann bemerken wir den Klimawandel selber auch schon. Aber wir dürfen es natürlich nicht zugeben. Sonst müssten wir vielleicht was ändern.

Donnerstag, 24. August 2017

Auf ins Rheinland




Über 6000 Menschen werden am Wochenende im Rheinland zu den bisher grössten Protesten gegen Braunkohleabbau und Kohleverstromung erwartet. Sie wollen zeigen, dass Klimaschutz und Gerechtigkeit nicht mit Kohleverbrennung vereinbar sind.

Mit Hochdruck werden Zelte und Infrastruktur aufgestellt. Mindestens 6000 Teilnehmer werden ab morgen im rheinischen Klimacamp in der Nähe des Braunkohleabbaus Garzweiler erwartet, so viele wie nie zuvor. Sogar die Tagesschau berichtete letzte Woche im Schwerpunkt über die Klimabewegung.

Bewegung ist in der Mitte angekommen
Über die Jahre ist, nach dem Erfolg der Anti-AKW Bewegung, ein neues Protestbündnis gegen Kohle entstanden und vereint Menschen aller politischen Ausrichtungen und Alters. Im Camp geht es natürlich etwas linker und jünger daher, aber im Hintergrund sind in der Bewegung die verschiedensten Organisationen aktiv, z.B. in der Schweiz die KlimaSeniorinnenfossil-free.ch und Klima-Allianz. In Deutschland haben die Klimacamps im Rheinland und der Lausitz eine mehrjährige Tradition. In den Camps gelingt es sich zu vernetzen und neben den Protesten wird ein grosser Schwerpunkt auf Weiterbildung gelegt. „Die Anti-Braunkohle-Proteste sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, kommentiert die Pressesprecherin des Camps Janna Aljets.

Sicher und friedlich
Die Medien berichten verhalten über die Grossaktion und oft wird der Augenmerkt auf potentielle Gewaltausbrüche gelegt. Die Organisatoren des Camps betonen deshalb auch die langjährige Friedenskultur der Anti-Kohlebewegung und suchen den Kontakt zur lokalen Bevölkerung und Behörden.

Lokale und globale Auswirkungen
Neben den schrecklichen lokalen Auswirkungen des Kohleabbaus, wie zum Beispiel der Vernichtung von ganzen Dörfern, Wäldern, Quecksilber- und Staubbelastung, will das Camp besonders auf die weltweite Ungerechtigkeit des Klimawandels hinweisen. Der Klimawandel betrifft zwar alle Menschen und zeigt auch in Deutschland und der Schweiz schon deutliche Auswirkungen, aber oft werden gerade arme Länder, die selber nur sehr wenig zum CO2 Ausstoss beitragen, besonders in Mitleidenschaft gezogen. Für Janna Aljets bedeutet dies: „Diese Unterstützung ist gleichzeitig eine Mahnung: wenn wir in Deutschland nicht sofort aus der Kohle aussteigen, riskieren wir die Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen im globalen Süden.“

Paris umsetzen
Die Klimaverhandlungen in Paris haben gezeigt, dass alle Länder anerkennen, dass Klimaschutz wichtig ist und die Erwärmung unter 2 Grad bleiben sollte. Laut Wissenschaftlern reichen die zugesagten Massnahmen dafür allerdings nicht aus. Wie man am verschleppten Kohleausstieg und dem Agieren der deutschen Regierung im Dieselskandal sieht, werden ausserdem die beschlossenen Massnahmen nur zögerlich angepackt.

Effizienter Klimaschutz
Das Klimacamp will die Regierung und Bevölkerung erinnern, wie wichtig Klimaschutz ist und dass Braunkohle schnell ersetzt werden könnte. Die Chancen stehen nicht schlecht, da Kohle in der allgemeinen Bevölkerung keinen grossen Rückhalt geniesst und mit Solar-, Wind- und Wasserkraftwerken gute und günstige Alternativen zur Verfügung stehen, die zügig voran getrieben werden könnten und neben der Klimafreundlichkeit lokal Wertschöpfung bieten. 

Links
Klimaretter berichtet: http://www.klimaretter.info/protest/hintergrund/23531-der-trend-geht-zum-klimacamp



Sonntag, 11. Juni 2017

Unabhängige Studie beweist: NZZ berichtet einseitig

NZZ berichtet einseitig über Energie- und Klimathemen
Eine gute Tageszeitung soll, anhand von aussagekräftigen Zusammenfassungen, schnell einen Überblick liefern, andererseits aber bei wichtigen Themen umfassend und differenziert informieren. Historisch stand die NZZ für diese Qualitäten und deshalb griffen vor allem Leser, denen Qualitätsjournalismus am Herzen liegt, zu dieser Zeitung. Wie eine aktuelle
Medienanalyse der Universität Zürich nun zeigt, ist die NZZ zumindest bei Energiethemen nicht neutral und unabhängig. Im Abstimmungsmonitor wurden alle grossen Schweizer Tageszeitungen zur Berichterstattung über Abstimmungsvorlagen, z.B. aktuell zur Energiestrategie untersucht (Webseite Abstimmungsmonitor, Studie als PDF).

NZZ auf BAZ und Weltwoche Niveau

Die NZZ berichtet überwiegend negativ und reiht sich damit in die Liga der BAZ und der Weltwoche ein. Alle anderen untersuchten Deutschschweizer Zeitungen berichten neutral oder positiv! Das ist

besonders bedenklich, da es sich bei der Abstimmung um eine Behördenvorlage handelt, welche im Allgmeinen eher neutral bis positiv aufgenommen werden. Zitat aus dem Bericht: ".. Eine negative Tonalität zeigt sich bei den Schwesterblättern NZZ und NZZ am Sonntag (jeweils -17) sowie sehr viel deutlicher bei der Basler Zeitung (-43) und der Weltwoche (-77). Die NZZaS beispielsweise hält auf der Frontseite die geplante Energiewende für «gefährdet», wenn Elektroautos an Bedeutung zunehmen (14.5.).  ... Trotzdem lässt sich nicht generell sagen, dass «die Medien» gegen das EnG schreiben würden. würden. Denn die medienkommentierende Kritik beschränkt sich im wesentlichen auf die NZZ, NZZ am Sonntag, BaZ und Weltwoche. "

Die Analyse zeigt ausserdem, dass diese Medien die negative Stimmung selber erzeugen, ohne dabei auf auf Fakten oder wirkliche Experten zurückzugreifen. "Bei rund 40% Beiträge wird die Tonalität entscheidend durch die Medien selbst geprägt, und zwar in Form von Kommentaren und (Hintergrund-)Berichten, in denen Medien selber Bewertungen abgeben."

Entwicklung schon seit Jahren

Diese Entwicklung der NZZ zeichnet sich schon seit einigen Jahren ab. Als Klima- und Energieinteressierte verfolge ich diese Themen seit 2008 nicht nur in den Medien, sondern auch in der Forschung und durch Gespräche mit Experten. Dadurch kann ich die Berichterstattung einordnen und vergleichen. Schon 2010 bemerkte ich, dass die NZZ nicht nur zur Klimaverhandlung in Cancun sehr wenig berichtete, sondern den Klimawandel in der Berichterstattung mehrheitlich ingnorierte. Die seltenen Berichte waren oft einseitig, teilweise kamen pseudowissenschaftliche Klimaleugner in gleichem Mass zu Wort, wie anerkannte wissenschaftliche Experten.

Auch in den nächsten Jahren und aktuell zur Abstimmung über die Energiestrategie bestätigt sich meine Beobachtung. Wenn die NZZ ausführliche Artikel zum Thema Energie publiziert, dann meist einseitig, negative Aspekte werden stark beleuchteten oder Angst vor der Energiezukunft wird geschürt. Aus dem Ausland werden oft Probleme geschildert. In vielen Artikeln werden Naturschützer, Wissenschaftler oder besorgte Bürger als Angstmacher, Neider oder auch Fantasten bezeichnet, während fossile Technologien für ihre Verlässlichkeit und Sicherheit gelobt werden. Im Folgenden möchte ich einige Beispiele nennen.

Von gefährlichen Windrädern und sicherer CO2 Abscheidung

Direkt vor der Abstimmung in diesem Jahr wurde in der Überschrift vor der drohenden Stromkrise in Australien gewarnt und dabei Windräder im Bild gezeigt. Im Artikel wurde dann zwar teilweise relativiert, aber der erste Eindruck für den flüchtigen Leser setzt erneuerbare Energie ganz klar mit Stromkrise in Verbindung. Ein weiterer Artikel warnt mit starken Worten vor dem Vorbild Deutschland. Wieder Windräder im Bild.


Im 2011 brachte die NZZ eine Reihe über die "Energie der Zukunft". Anstatt hier nun über interessante neue Entwicklungen, die Fortschritte in der Technik usw. zu berichten, wurden erneuerbare Energien schlecht geredet, Ängste geschürt, die Stromlücke betont und vor allem wurde immer wieder die sehr effiziente Windenergie schlecht gemacht. 

Besonders in Erinnerung ist mir auch ein Artikeln, in dem die Verflüssigung und Abtrennung von CO2 aus der Kohleverbrennung verharmlost und als erprobte und sichere Technologie bezeichnet wurde (es gibt noch keine funktionierende Grossanlage), dagegen in einem anderen Artikel die millionenfach eingesetzte Windkraft verteufelt. Woanders wird betont sachlich und unaufgeregt über die Schmelze der Antarktischen und Aktischen Eismassen berichtet und mit keinen Wort auf die Konsequenzen einer solchen Eisschmelze hingewiesen. Hauseigentümer, die Photovoltaik-Anlagen installieren, werden in einem Bericht in die Ecke von grünen Ideologen gestellt.

Fazit: NZZ bei Energiethemen zweifelhaft

Ich habe über die Jahre sehr viele Leserbriefe an die NZZ geschrieben und immer wieder auf diese Missstände hingewiesen, allerdings ohne Erfolg. (Die Leserbriefe können in meinem Blog nachgelesen werden). Das Fazit ist für mich klar. Ich bezahle die NZZ nicht mehr, da ich solche Art von Journalismus nicht unterstützen möchte. Ich lese sie zwar ab und zu noch in der App, aber mehr um zu kontrollieren, wie berichtet wird.

Wie es in anderen Ressorts aussieht, kann ich nicht beurteilen, aber bin natürlich nach den Erfahrungen in "meinen Kernthemen" sehr misstrauisch. Es würde mich interessieren, was Kollegen denken. Hat sich die NZZ generell an SVP-Themen angenähert? Wem ist gedient mit dieser einseitigen Berichterstattung. Wer steckt dahinter? Ich freue mich auf Kommentare.

Christina


Links und Leserbriefe


Artikel im Tagi über die NZZ Abstimmungsparole
NZZ beschliesst, nachdem sie erst JA beschlossen hatte, kurzfristig ein NÊIN als Abstimmungsparole zur Energiestrategie.
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/unruhe-in-der-nzz-nach-kurswechsel/story/16588250#mostPopularComment

Deutschland macht alles falsch

https://www.nzz.ch/wirtschaft/energiepolitik-das-falsche-vorbild-deutschland-ld.1290233

Probleme in Australien
https://www.nzz.ch/wirtschaft/energie-krise-in-australien-wenn-der-strom-zu-teuer-wird-um-die-maschinen-laufen-zu-lassen-ld.153658

Abschmelzen Arktis
https://www.nzz.ch/die_empfindlichkeit_des_eises-1.15973389


17.08.2015 Betreff:  Ihren Artikel in der NZZ am Sonntag: Kraftwerk Haus

Hallo Herr Hirstein

Ich finde es gut, dass Sie sich in der NZZ mit dem Gebäudepark beschäftigen und erwähnen, dass dieser von zentraler Bedeutung für die Energiestrategie ist. Ansonsten, muss ich gestehen, war ich überrascht, wie einseitig ihr Artikel gegen die neue Verordnung mobil macht. Ich weiss auch nicht, was Sie bezwecken wollen, indem Sie Schüler bei der Installation von PV Elementen zu diesem Artikel zeigen? Wollen Sie ausdrücken, dass nur grüne Ideologen PV installieren.

Ich denke, dass wir in der Schweiz die Gelegenheit nutzen müssen jedes Dach, welches neu gebaut oder renoviert wird, für die Energiegewinnung zu nutzen und natürlich zusätzlich gut gedämmte Gebäude zu bauen. Wir bauen hier für die nächsten 50-80 Jahre und haben schon zu viel Zeit mit reden verschwendet. Die Technologie wäre heute schon weiter und es ist durchaus möglich gegen einen kleinen Aufpreis bereits Plusenergiehäuser zu bauen. Jenni und co machen vor, wie es geht. Öl, Gas, Kernkraft, wer weiss wie lange wir diese noch nutzen können. Sowohl der Klimawandel, wie ein extrem unsicheres politisches Klima in vielen Ländern, wie auch Kernkraftunfälle können diese Nutzung jäh beenden. Die Sonne dagegen wird uns hoffentlich erhalten bleiben, so wie auch Wasser und Wind. Also ich persönlich wohne lieber in einem Haus mit PV Anlage, gut gedämmt, so dass die Wände schön warm sind und  dem warmen Wasser von der Sonne. Wir haben auch bereits einen kleinen Speicher gekauft, so dass wir den Solarstrom zwischenspeichern können. Besonders mit der aufkommenden Elektromobiliät gibt es noch mehr Möglichkeiten den Solarstrom selber zu nutzen. 

Sie sprechen häufig vom unsinnigen Mittags- oder Sommerstrom. So wie wir bereits heute in der Lage sind, sehr viel Nachtstrom aus z.B. AKWs für die nächsten Tage oder Wochen zu speichern, so können wir das sicher auch mit Solarstrom schaffen. Mit unseren grossen Pumpspeicherwerken ist es ohne weiteres möglich auch den Solarstrom für die Nacht oder den Winter zu speichern. Wir sind aber leider in den nächsten Jahren noch weit davon entfernt Solarstrom in Mengen herzustellen, die ins Gewicht fallen. Herr Prof. Gunzinger, unter anderem, hat berechnet, dass Speicher erst ab einen Solar/Windstromanteil von über 50% wirklich wichtig werden. Der zögerliche Ausbau liegt unter anderem auch an vielen Medien, die Panik machen und falsche Informationen verbreiten. z.B mit der Aussage : ... solarthermische Anlagen ... deren Installation und Betrieb
aufwendiger ist und die einen niedrigeren Wirkungsgrad erreichen... Der Wirkungsgrad eines Solarkollektors ist sehr hoch, mit 50% also deutlich höher als von PV Zellen. Die Technologie ist ganz einfach und die Anlagen. Und schon nach 1-2 Jahren ist der Solarkollektor energetisch amortisiert. 

Es ist doch schade, wenn sich Hausbesitzer aufgrund von falschen Informationen gegen Anlagen entscheiden, die z.B. bei uns im Haus von April bis Oktober gratis Warmwasser erzeugen. Ich würde mich freuen, wenn Sie diese Information bei Gelegenheit korrigieren könnten, gerne können wir auch einmal persönlich über die neuen erneuerbaren Energien diskutieren. 

Herzliche Grüsse und danke
Christina Marchand

Antwortmail an mich von einem anderen Leser:

Guten Morgen Frau Marchand
Besten Dank für Ihre Antworten an den Klimaleugner Andreas Hierstein. Ihre klaren Worte zu seinen Artikeln im Juni 2011 in der NZZ unter "Wissen - Energie für die Zukunft", haben mich beeindruckt. Wie Sie richtig schreiben, sollten wir die Erfahrung mit der Tabakindustrie betreffend "verbogenen wissenschaftlichen Gutachten zur Harmlosigkeit des Tabakgenusses" nicht vergessen. Die Befürworter und Profiteure der fossilen Energien fürchten um ihre Pfründen. Gekaufte Gutachter sind wieder voll am Wirken und wir gehen ihnen auf den Leim. Dass unsere Medien bei diesem Verwirrspiel voll mitmachen, kann kaum verhindert werden. Es ist ihr tägliches Brot. Aber mehr Transparenz hineinbringen, das ist unsere Pflicht. Bleiben wir dran. Guten Start in eine neue Woche.

Freundliche Grüße
xxx (Name ist mir bekannt)


Leserbrief am 22.9.2014

Ich verstehe nicht, dass die NZZ keinen Bericht über die riesige Demonstration in NewYork zum Klimawandel berichtet und auch nicht, dass in dem Zusammenhang erstmalig weltweit umspannende Demonstrationen mit fast einer Million Menschen durchgeführt wurden. Darunter auch in der Schweiz eine grössere Kundgebung stattfand, bei der ein Brief an Doris Leuthard von 500 Menschen unterschrieben wurde. In New York gingen über 300'000 Menschen für den Klimawandel auf die Strasse, ab morgen kommen hier hochrangige Politiker der ganze Welt zusammen und nichts dazu in der NZZ - unglaublich.

Leserbrief von Oliver Marchand 11.9.2012
Sehr geehrte NZZ Redaktion, Sehr geehrter Herr Schwarz,
Gerne möchte ich Ihnen folgenden Leserbrief zum Artikel "Schleichende
Gefährdungen der Freiheit" vom 08.09.2012 zustellen. Mein Kommentar
bezieht sich auf den Klimawandel Teil des Artikels.
------------------------------
------------
In dem Artikel werden Leute die umfangreiche Klimaschutzmassnahmen
befürworten für ihre Haltung kritisiert. Wenn ich die Kritik aus Sicht
des Autors zusammenfassen darf: Klimaschützer untermauern ihr Wissen
mit Fakten und Erkenntnissen aus der Wissenschaft, sorgen sich um die
Zukunft ihrer Kinder und Enkel, und räumen globalen Probleme mit
potentiell dramatischen Folgen eine prioritäre Wichtigkeit ein. Ich
frage mich wirklich: Wo ist hier eigentlich das Problem? Ich verstehe
wirklich nicht was Herr Schwarz möchte: sollen sie sich von Gefühlen
leiten lassen, egoistisch und rücksichtlslos handeln und wichtige
Probleme die sie sehen als nichtig abtun?

Stattdessen merkt Herr Schwarz an, dass wir auch genausogut in Sibiren
oder der Sahara leben können. Einfach mal als Realitätscheck: Sibirien
ist extrem schwach besiedelt, die Bevölkerungsdichte liegt im Mittel
bei nur 2,9 Menschen pro km². Die Sahara hat insgesamt nur etwa
260'000 Einwohner. Die grösste Wüste der Erde beherbergt also noch
nicht mal die Einwohner von Zürich. Die ursprüngliche Aussage kann
also in keinster Weise als Beleg für die Adaptionsfähigkeit des
Menschen und Geosystems angeführt werden - ganz im Gegenteil!

Oder Schwarz behauptet das angeblich das Konzept von
Opprtunitätskosten im allgemeinen nicht verstanden wird. Klimaforscher
sind jedenfalls mit durchaus komplizierteren Sachverhalten als dieses
sehr einfache ökonomische Konzept konfrontiert. Das eigentliche
Problem ist aber, das die Rechnung nicht aufgeht. Die Kosten für den
Umbau von Küstenstädten, der Rettung von Menschen in
Entwicklungsländern, die Ernteausfälle, die Schutzmassnahmen vor
Extremwetter, die Rettung der Ozeane - das alles wird schlicht viel zu
teuer. Herr Schwarz, rechnen Sie doch mal vor, wenn Sie sich so
auskennen mit Opportunitätskosten! Sich auf das Prinzip alleine
abstützen ist dann doch allzu billig.

Man kann den Artikel bezüglich Klimaschutz ergo nur als wirr und
abstrus bezeichnen. Das einzige Ziel scheint mir die Öffentlichkeit zu
verwirren und wiederholt Zweifel an der Klimawissenschaft zu
verbreiten. Wie kommt es eigentlich zu solchen seltsamen
Gedankengängen? Die neue Studie von Lewandowski und Oberauer (Uni
Zürich) gibt eine klare Antwort: eine laissez-faire Konzeption der
freien Marktwirtschaft (wie bei Avenir
Suisse) korrelliert stark mit der Ablehnung der wissenschaftlichen
Erkenntnisse der Klimawissenschaft. Es reisst ein zu grosses Loch in
das Weltbild vieler marktgläubiger Ökonomen. Herr Schwarz ist ein
perfektes Beispiel dafür.
------------------------------
------------
Link zur Studie:
http://websites.psychology.uwa.edu.au/labs/cogscience/documents/LskyetalPsychScienceinPressClimateConspiracy.pdf


Leserbrief am 23.03.2012 an die NZZ
http://www.nzz.ch/nachrichten/hintergrund/wissenschaft/die_empfindlichkeit_des_eises_1.15973389.html
Danke für den interessanten Artikel. Es ist unglaublich wie abstrakt und technisch hier von Vorgängen geredet wird, die die Zukunft der Menschheit massiv bedrohen. Würde es sich um einen Asteroiden handeln, der die Erde mit der gleichen Wahrscheinlichkeit trifft, wie der Klimawandel, dann wäre die gesamte Menschheit in Aufregung. Da der Klimawandel aber schleichend kommt und zuerst die Ärmsten der Armen trifft, lassen wir uns Zeit,  forschen und feilen an Details, wenn doch das Gesamtbild und die wichtigen Prognosen schon klar sind und die Auswirkungen sich bereits zeigen. Der Klimawandel stellt aber nur ein Teilstück am Raubbau an der Natur dar. Zur Lösung müsste sich die Menschheit leider komplett anders orientieren. Weg vom Massenkonsum und Wachstum, hin zu Suffizienz und kleinteiliger Organisation. Ich bin gespannt, wann das die Politik und Menschen endlich einsehen und nicht nur Scheinlösungen für die nächsten Jahre präsentieren.


Leserbrief vom 14.6.2011
Sehr geehrter Herr Hierstein

Mit Interesse verfolgen mein Mann und ich ihre Artikel in der NZZ am Sonntag. Als wir das erste Mal gesehen haben, dass es eine Reihe zum Thema "Energie für die Zukunft" gibt, waren wir hoch erfreut. Als wir dann aber gesehen haben, wie es umgesetzt wird, konnte wir es kaum glauben.
 Ich weiss nicht genau, ob sie zu dem Klimaleugnern (Skeptiker wäre ein zu grosses Kompliment) gehören, aber ihre Artikel klingen ganz danach. Sehr subtil machen sie alle Formen von erneuerbaren Energien schlecht, schüren Ängste, betonen die Mängel, vergleichen Äpfel mit Birnen, und nun im letzten Artikel (der allerdings nicht zur Serie gehört) über die Windenergie bemühen sie sogar einen sehr fragwürdigen Artikel aus dem New Scientist und hängen ihren Artikel gross daran auf. Das ist kein neutraler Journalismus mehr, das ist Populismus und stinkt stark nach einer gezielten Diffamierung der Erneuerbaren Energien, mit dem Ziel der Verunsicherung und der Angstmache. Zu einer Zeit, in der sich 99% der seriösen Wissenschaftler einig sind, dass wir dringend Massnahmen gegen den Klimawandel ergreifen müssen, schreiben sie Artikel, als wäre das ein "Nice to Have" Thema, wo wir erst mal warten können, bis alles stimmt und nichts mehr schief gehen kann. Das mit der jetzigen Technologie alles schief geht und zwar mit 95%iger Sicherheit, das erwähnen sie aber nicht.

Leider ist der Normalleser meist nicht in der Lage ihren subitlen Ton zu durchschauen. Wenn man aber Experte ist und sich wie mein Mann und ich seit Jahren  mit Wetter und Energie beschäftigt, dann streuben sich einem die Nackenhaare beim Lesen. Ihre Serie ist mit ein Grund, warum wir die NZZ am Sonntag nun auch noch abbestellen.

Offenbar sind sich die Medien ihrer Verantwortung noch nicht gewahr, die sie beim Bekämpfen des Klimawandels haben. Oder es ist zu vermuten, dass es starke Kräfte gibt, die die Medien nun dazu nutzen den nötigen Wandel gar zu verlangsamen.

Leserbrief am 19.5.2011 an die NZZ
Aufmerksam habe ich den Artikel online gelesen. Ich bin entäuscht von der NZZ und dieser einseitigen Berichterstattung, wo die Argumente der Naturschützer und Bevölkerung nur in der 3. Person und herabwürdigend dargestellt werden z.B. das Wort suggeriert im folgenden Abschnitt: ".. .Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (Bund) suggeriert in einer Studie .. ". Die gesamte Berichterstattung der NZZ zum Klimawandel ist eine Farce und dient mehr der Verschleierung als der Aufklärung. Kohlekraftwerke sind eine Technologie der Vergangenheit und jede Zusatztechnologie dazu dient der Verlängerung der veralterten Technologie und ist kein Weg in die Zukunft. Erst mal bauen und dann später über die Speicher nachdenken, das kennen wir doch schon irgendwoher. Bis jetzt gibt es noch kein Endlager, obwohl die Atomkraftwerke schon seit rund 50 Jahre laufen. Wir haben aber keine weiteren 50 Jahre um nach einem CO2 Lager zu suchen. Der CO2 Ausstoss muss so schnell wie möglich verringert werden, steigende Strompreise und Sparsamkeit müssen dafür in Kauf genommen werden. Die Politik muss endlich mal dazu offen sprechen. Und die Medien sollten die notwenige Entwicklung unterstützen, anstatt sie immer wieder durch so einseitige Artikel zu torpedieren. Ich verstehe dabei die NZZ nicht. Eigentlich dachte ich dass, es sich um eine unabhängige Zeitung handelt. Aber mehr und mehr wird mir klar, dass es nicht so sein kann, denn wenn man die Thematik kennt und auch die wissenschaftlichen Hintergründen, dann sieht man die Einseitigkeit der Berichte so deutlich, dass man sich fragt, wer und was da dahintersteckt. Oder liegt es daran, dass es vor allem mittelalterliche, bis alte  Männer sind, die bei euch das sagen haben. Solche die immer noch im BMW, Mercedes oder Offraoder unterwegs sind und denen die Zukunft der Jungen völlig egal ist, solange das eigene Konto stimmt.


Leserbrief am 9.12.2010

Ich bin treuer Leser der NZZ. Sowohl online, wie auch in der NZZ am Sonntag verfolge ich die Nachrichten. Leider muss ich feststellen, dass sie zum Thema Klimawandel, das ja aktuell in Cancun verhandelt wird, nur sehr wenige Berichte bringen. Ich lese daher die Berichte auf anderen Medien und erwäge sogar ganz umzusteigen. Der Klimawandel ist eines der wichtigsten Themen, die die Menschheit in den nächsten Jahren und Jahrzehnten beschäftigen wird und die Verhandlungen in Cancun sind zentral für die Entwicklungen in den nächsten Jahren. Leider steht diese Bedeutung in krassem Missverhaltnis zur Berichterstattung. Ich fordere sie hiermit auf, regelmässig und intensiv über den Klimawandel und die Auswirkungen zu berichten und die wichtigen Ereignisse, z.B. Cancun in ihrer Berichterstattung zu würdigen. Ihre Zeitung hat eine grosse Verantwortung wie das Thema in der Öffentlichkeit betrachtet wird. Ich hoffe, dass sie in Zukunft mehr berichten und meinen Text auch als Leserbrief veröffentlichen.
 
Ich war auch bei einigen Protestaktionen und Demonstrationen dabei und auch dort viel auf, dass die Zeitungen (nicht nur die NZZ) lieber für eine überfahrene Katze berichten, als von einer Bewegung und Aktion, die oft mehrere hundert Menschen umfasste.