Sonntag, 11. Juni 2017

Unabhängige Studie beweist: NZZ berichtet einseitig

NZZ berichtet einseitig über Energie- und Klimathemen
Eine gute Tageszeitung soll, anhand von aussagekräftigen Zusammenfassungen, schnell einen Überblick liefern, andererseits aber bei wichtigen Themen umfassend und differenziert informieren. Historisch stand die NZZ für diese Qualitäten und deshalb griffen vor allem Leser, denen Qualitätsjournalismus am Herzen liegt, zu dieser Zeitung. Wie eine aktuelle
Medienanalyse der Universität Zürich nun zeigt, ist die NZZ zumindest bei Energiethemen nicht neutral und unabhängig. Im Abstimmungsmonitor wurden alle grossen Schweizer Tageszeitungen zur Berichterstattung über Abstimmungsvorlagen, z.B. aktuell zur Energiestrategie untersucht (Webseite Abstimmungsmonitor, Studie als PDF).

NZZ auf BAZ und Weltwoche Niveau

Die NZZ berichtet überwiegend negativ und reiht sich damit in die Liga der BAZ und der Weltwoche ein. Alle anderen untersuchten Deutschschweizer Zeitungen berichten neutral oder positiv! Das ist

besonders bedenklich, da es sich bei der Abstimmung um eine Behördenvorlage handelt, welche im Allgmeinen eher neutral bis positiv aufgenommen werden. Zitat aus dem Bericht: ".. Eine negative Tonalität zeigt sich bei den Schwesterblättern NZZ und NZZ am Sonntag (jeweils -17) sowie sehr viel deutlicher bei der Basler Zeitung (-43) und der Weltwoche (-77). Die NZZaS beispielsweise hält auf der Frontseite die geplante Energiewende für «gefährdet», wenn Elektroautos an Bedeutung zunehmen (14.5.).  ... Trotzdem lässt sich nicht generell sagen, dass «die Medien» gegen das EnG schreiben würden. würden. Denn die medienkommentierende Kritik beschränkt sich im wesentlichen auf die NZZ, NZZ am Sonntag, BaZ und Weltwoche. "

Die Analyse zeigt ausserdem, dass diese Medien die negative Stimmung selber erzeugen, ohne dabei auf auf Fakten oder wirkliche Experten zurückzugreifen. "Bei rund 40% Beiträge wird die Tonalität entscheidend durch die Medien selbst geprägt, und zwar in Form von Kommentaren und (Hintergrund-)Berichten, in denen Medien selber Bewertungen abgeben."

Entwicklung schon seit Jahren

Diese Entwicklung der NZZ zeichnet sich schon seit einigen Jahren ab. Als Klima- und Energieinteressierte verfolge ich diese Themen seit 2008 nicht nur in den Medien, sondern auch in der Forschung und durch Gespräche mit Experten. Dadurch kann ich die Berichterstattung einordnen und vergleichen. Schon 2010 bemerkte ich, dass die NZZ nicht nur zur Klimaverhandlung in Cancun sehr wenig berichtete, sondern den Klimawandel in der Berichterstattung mehrheitlich ingnorierte. Die seltenen Berichte waren oft einseitig, teilweise kamen pseudowissenschaftliche Klimaleugner in gleichem Mass zu Wort, wie anerkannte wissenschaftliche Experten.

Auch in den nächsten Jahren und aktuell zur Abstimmung über die Energiestrategie bestätigt sich meine Beobachtung. Wenn die NZZ ausführliche Artikel zum Thema Energie publiziert, dann meist einseitig, negative Aspekte werden stark beleuchteten oder Angst vor der Energiezukunft wird geschürt. Aus dem Ausland werden oft Probleme geschildert. In vielen Artikeln werden Naturschützer, Wissenschaftler oder besorgte Bürger als Angstmacher, Neider oder auch Fantasten bezeichnet, während fossile Technologien für ihre Verlässlichkeit und Sicherheit gelobt werden. Im Folgenden möchte ich einige Beispiele nennen.

Von gefährlichen Windrädern und sicherer CO2 Abscheidung

Direkt vor der Abstimmung in diesem Jahr wurde in der Überschrift vor der drohenden Stromkrise in Australien gewarnt und dabei Windräder im Bild gezeigt. Im Artikel wurde dann zwar teilweise relativiert, aber der erste Eindruck für den flüchtigen Leser setzt erneuerbare Energie ganz klar mit Stromkrise in Verbindung. Ein weiterer Artikel warnt mit starken Worten vor dem Vorbild Deutschland. Wieder Windräder im Bild.


Im 2011 brachte die NZZ eine Reihe über die "Energie der Zukunft". Anstatt hier nun über interessante neue Entwicklungen, die Fortschritte in der Technik usw. zu berichten, wurden erneuerbare Energien schlecht geredet, Ängste geschürt, die Stromlücke betont und vor allem wurde immer wieder die sehr effiziente Windenergie schlecht gemacht. 

Besonders in Erinnerung ist mir auch ein Artikeln, in dem die Verflüssigung und Abtrennung von CO2 aus der Kohleverbrennung verharmlost und als erprobte und sichere Technologie bezeichnet wurde (es gibt noch keine funktionierende Grossanlage), dagegen in einem anderen Artikel die millionenfach eingesetzte Windkraft verteufelt. Woanders wird betont sachlich und unaufgeregt über die Schmelze der Antarktischen und Aktischen Eismassen berichtet und mit keinen Wort auf die Konsequenzen einer solchen Eisschmelze hingewiesen. Hauseigentümer, die Photovoltaik-Anlagen installieren, werden in einem Bericht in die Ecke von grünen Ideologen gestellt.

Fazit: NZZ bei Energiethemen zweifelhaft

Ich habe über die Jahre sehr viele Leserbriefe an die NZZ geschrieben und immer wieder auf diese Missstände hingewiesen, allerdings ohne Erfolg. (Die Leserbriefe können in meinem Blog nachgelesen werden). Das Fazit ist für mich klar. Ich bezahle die NZZ nicht mehr, da ich solche Art von Journalismus nicht unterstützen möchte. Ich lese sie zwar ab und zu noch in der App, aber mehr um zu kontrollieren, wie berichtet wird.

Wie es in anderen Ressorts aussieht, kann ich nicht beurteilen, aber bin natürlich nach den Erfahrungen in "meinen Kernthemen" sehr misstrauisch. Es würde mich interessieren, was Kollegen denken. Hat sich die NZZ generell an SVP-Themen angenähert? Wem ist gedient mit dieser einseitigen Berichterstattung. Wer steckt dahinter? Ich freue mich auf Kommentare.

Christina


Links und Leserbriefe


Artikel im Tagi über die NZZ Abstimmungsparole
NZZ beschliesst, nachdem sie erst JA beschlossen hatte, kurzfristig ein NÊIN als Abstimmungsparole zur Energiestrategie.
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/unruhe-in-der-nzz-nach-kurswechsel/story/16588250#mostPopularComment

Deutschland macht alles falsch

https://www.nzz.ch/wirtschaft/energiepolitik-das-falsche-vorbild-deutschland-ld.1290233

Probleme in Australien
https://www.nzz.ch/wirtschaft/energie-krise-in-australien-wenn-der-strom-zu-teuer-wird-um-die-maschinen-laufen-zu-lassen-ld.153658

Abschmelzen Arktis
https://www.nzz.ch/die_empfindlichkeit_des_eises-1.15973389


17.08.2015 Betreff:  Ihren Artikel in der NZZ am Sonntag: Kraftwerk Haus

Hallo Herr Hirstein

Ich finde es gut, dass Sie sich in der NZZ mit dem Gebäudepark beschäftigen und erwähnen, dass dieser von zentraler Bedeutung für die Energiestrategie ist. Ansonsten, muss ich gestehen, war ich überrascht, wie einseitig ihr Artikel gegen die neue Verordnung mobil macht. Ich weiss auch nicht, was Sie bezwecken wollen, indem Sie Schüler bei der Installation von PV Elementen zu diesem Artikel zeigen? Wollen Sie ausdrücken, dass nur grüne Ideologen PV installieren.

Ich denke, dass wir in der Schweiz die Gelegenheit nutzen müssen jedes Dach, welches neu gebaut oder renoviert wird, für die Energiegewinnung zu nutzen und natürlich zusätzlich gut gedämmte Gebäude zu bauen. Wir bauen hier für die nächsten 50-80 Jahre und haben schon zu viel Zeit mit reden verschwendet. Die Technologie wäre heute schon weiter und es ist durchaus möglich gegen einen kleinen Aufpreis bereits Plusenergiehäuser zu bauen. Jenni und co machen vor, wie es geht. Öl, Gas, Kernkraft, wer weiss wie lange wir diese noch nutzen können. Sowohl der Klimawandel, wie ein extrem unsicheres politisches Klima in vielen Ländern, wie auch Kernkraftunfälle können diese Nutzung jäh beenden. Die Sonne dagegen wird uns hoffentlich erhalten bleiben, so wie auch Wasser und Wind. Also ich persönlich wohne lieber in einem Haus mit PV Anlage, gut gedämmt, so dass die Wände schön warm sind und  dem warmen Wasser von der Sonne. Wir haben auch bereits einen kleinen Speicher gekauft, so dass wir den Solarstrom zwischenspeichern können. Besonders mit der aufkommenden Elektromobiliät gibt es noch mehr Möglichkeiten den Solarstrom selber zu nutzen. 

Sie sprechen häufig vom unsinnigen Mittags- oder Sommerstrom. So wie wir bereits heute in der Lage sind, sehr viel Nachtstrom aus z.B. AKWs für die nächsten Tage oder Wochen zu speichern, so können wir das sicher auch mit Solarstrom schaffen. Mit unseren grossen Pumpspeicherwerken ist es ohne weiteres möglich auch den Solarstrom für die Nacht oder den Winter zu speichern. Wir sind aber leider in den nächsten Jahren noch weit davon entfernt Solarstrom in Mengen herzustellen, die ins Gewicht fallen. Herr Prof. Gunzinger, unter anderem, hat berechnet, dass Speicher erst ab einen Solar/Windstromanteil von über 50% wirklich wichtig werden. Der zögerliche Ausbau liegt unter anderem auch an vielen Medien, die Panik machen und falsche Informationen verbreiten. z.B mit der Aussage : ... solarthermische Anlagen ... deren Installation und Betrieb
aufwendiger ist und die einen niedrigeren Wirkungsgrad erreichen... Der Wirkungsgrad eines Solarkollektors ist sehr hoch, mit 50% also deutlich höher als von PV Zellen. Die Technologie ist ganz einfach und die Anlagen. Und schon nach 1-2 Jahren ist der Solarkollektor energetisch amortisiert. 

Es ist doch schade, wenn sich Hausbesitzer aufgrund von falschen Informationen gegen Anlagen entscheiden, die z.B. bei uns im Haus von April bis Oktober gratis Warmwasser erzeugen. Ich würde mich freuen, wenn Sie diese Information bei Gelegenheit korrigieren könnten, gerne können wir auch einmal persönlich über die neuen erneuerbaren Energien diskutieren. 

Herzliche Grüsse und danke
Christina Marchand

Antwortmail an mich von einem anderen Leser:

Guten Morgen Frau Marchand
Besten Dank für Ihre Antworten an den Klimaleugner Andreas Hierstein. Ihre klaren Worte zu seinen Artikeln im Juni 2011 in der NZZ unter "Wissen - Energie für die Zukunft", haben mich beeindruckt. Wie Sie richtig schreiben, sollten wir die Erfahrung mit der Tabakindustrie betreffend "verbogenen wissenschaftlichen Gutachten zur Harmlosigkeit des Tabakgenusses" nicht vergessen. Die Befürworter und Profiteure der fossilen Energien fürchten um ihre Pfründen. Gekaufte Gutachter sind wieder voll am Wirken und wir gehen ihnen auf den Leim. Dass unsere Medien bei diesem Verwirrspiel voll mitmachen, kann kaum verhindert werden. Es ist ihr tägliches Brot. Aber mehr Transparenz hineinbringen, das ist unsere Pflicht. Bleiben wir dran. Guten Start in eine neue Woche.

Freundliche Grüße
xxx (Name ist mir bekannt)


Leserbrief am 22.9.2014

Ich verstehe nicht, dass die NZZ keinen Bericht über die riesige Demonstration in NewYork zum Klimawandel berichtet und auch nicht, dass in dem Zusammenhang erstmalig weltweit umspannende Demonstrationen mit fast einer Million Menschen durchgeführt wurden. Darunter auch in der Schweiz eine grössere Kundgebung stattfand, bei der ein Brief an Doris Leuthard von 500 Menschen unterschrieben wurde. In New York gingen über 300'000 Menschen für den Klimawandel auf die Strasse, ab morgen kommen hier hochrangige Politiker der ganze Welt zusammen und nichts dazu in der NZZ - unglaublich.

Leserbrief von Oliver Marchand 11.9.2012
Sehr geehrte NZZ Redaktion, Sehr geehrter Herr Schwarz,
Gerne möchte ich Ihnen folgenden Leserbrief zum Artikel "Schleichende
Gefährdungen der Freiheit" vom 08.09.2012 zustellen. Mein Kommentar
bezieht sich auf den Klimawandel Teil des Artikels.
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In dem Artikel werden Leute die umfangreiche Klimaschutzmassnahmen
befürworten für ihre Haltung kritisiert. Wenn ich die Kritik aus Sicht
des Autors zusammenfassen darf: Klimaschützer untermauern ihr Wissen
mit Fakten und Erkenntnissen aus der Wissenschaft, sorgen sich um die
Zukunft ihrer Kinder und Enkel, und räumen globalen Probleme mit
potentiell dramatischen Folgen eine prioritäre Wichtigkeit ein. Ich
frage mich wirklich: Wo ist hier eigentlich das Problem? Ich verstehe
wirklich nicht was Herr Schwarz möchte: sollen sie sich von Gefühlen
leiten lassen, egoistisch und rücksichtlslos handeln und wichtige
Probleme die sie sehen als nichtig abtun?

Stattdessen merkt Herr Schwarz an, dass wir auch genausogut in Sibiren
oder der Sahara leben können. Einfach mal als Realitätscheck: Sibirien
ist extrem schwach besiedelt, die Bevölkerungsdichte liegt im Mittel
bei nur 2,9 Menschen pro km². Die Sahara hat insgesamt nur etwa
260'000 Einwohner. Die grösste Wüste der Erde beherbergt also noch
nicht mal die Einwohner von Zürich. Die ursprüngliche Aussage kann
also in keinster Weise als Beleg für die Adaptionsfähigkeit des
Menschen und Geosystems angeführt werden - ganz im Gegenteil!

Oder Schwarz behauptet das angeblich das Konzept von
Opprtunitätskosten im allgemeinen nicht verstanden wird. Klimaforscher
sind jedenfalls mit durchaus komplizierteren Sachverhalten als dieses
sehr einfache ökonomische Konzept konfrontiert. Das eigentliche
Problem ist aber, das die Rechnung nicht aufgeht. Die Kosten für den
Umbau von Küstenstädten, der Rettung von Menschen in
Entwicklungsländern, die Ernteausfälle, die Schutzmassnahmen vor
Extremwetter, die Rettung der Ozeane - das alles wird schlicht viel zu
teuer. Herr Schwarz, rechnen Sie doch mal vor, wenn Sie sich so
auskennen mit Opportunitätskosten! Sich auf das Prinzip alleine
abstützen ist dann doch allzu billig.

Man kann den Artikel bezüglich Klimaschutz ergo nur als wirr und
abstrus bezeichnen. Das einzige Ziel scheint mir die Öffentlichkeit zu
verwirren und wiederholt Zweifel an der Klimawissenschaft zu
verbreiten. Wie kommt es eigentlich zu solchen seltsamen
Gedankengängen? Die neue Studie von Lewandowski und Oberauer (Uni
Zürich) gibt eine klare Antwort: eine laissez-faire Konzeption der
freien Marktwirtschaft (wie bei Avenir
Suisse) korrelliert stark mit der Ablehnung der wissenschaftlichen
Erkenntnisse der Klimawissenschaft. Es reisst ein zu grosses Loch in
das Weltbild vieler marktgläubiger Ökonomen. Herr Schwarz ist ein
perfektes Beispiel dafür.
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Link zur Studie:
http://websites.psychology.uwa.edu.au/labs/cogscience/documents/LskyetalPsychScienceinPressClimateConspiracy.pdf


Leserbrief am 23.03.2012 an die NZZ
http://www.nzz.ch/nachrichten/hintergrund/wissenschaft/die_empfindlichkeit_des_eises_1.15973389.html
Danke für den interessanten Artikel. Es ist unglaublich wie abstrakt und technisch hier von Vorgängen geredet wird, die die Zukunft der Menschheit massiv bedrohen. Würde es sich um einen Asteroiden handeln, der die Erde mit der gleichen Wahrscheinlichkeit trifft, wie der Klimawandel, dann wäre die gesamte Menschheit in Aufregung. Da der Klimawandel aber schleichend kommt und zuerst die Ärmsten der Armen trifft, lassen wir uns Zeit,  forschen und feilen an Details, wenn doch das Gesamtbild und die wichtigen Prognosen schon klar sind und die Auswirkungen sich bereits zeigen. Der Klimawandel stellt aber nur ein Teilstück am Raubbau an der Natur dar. Zur Lösung müsste sich die Menschheit leider komplett anders orientieren. Weg vom Massenkonsum und Wachstum, hin zu Suffizienz und kleinteiliger Organisation. Ich bin gespannt, wann das die Politik und Menschen endlich einsehen und nicht nur Scheinlösungen für die nächsten Jahre präsentieren.


Leserbrief vom 14.6.2011
Sehr geehrter Herr Hierstein

Mit Interesse verfolgen mein Mann und ich ihre Artikel in der NZZ am Sonntag. Als wir das erste Mal gesehen haben, dass es eine Reihe zum Thema "Energie für die Zukunft" gibt, waren wir hoch erfreut. Als wir dann aber gesehen haben, wie es umgesetzt wird, konnte wir es kaum glauben.
 Ich weiss nicht genau, ob sie zu dem Klimaleugnern (Skeptiker wäre ein zu grosses Kompliment) gehören, aber ihre Artikel klingen ganz danach. Sehr subtil machen sie alle Formen von erneuerbaren Energien schlecht, schüren Ängste, betonen die Mängel, vergleichen Äpfel mit Birnen, und nun im letzten Artikel (der allerdings nicht zur Serie gehört) über die Windenergie bemühen sie sogar einen sehr fragwürdigen Artikel aus dem New Scientist und hängen ihren Artikel gross daran auf. Das ist kein neutraler Journalismus mehr, das ist Populismus und stinkt stark nach einer gezielten Diffamierung der Erneuerbaren Energien, mit dem Ziel der Verunsicherung und der Angstmache. Zu einer Zeit, in der sich 99% der seriösen Wissenschaftler einig sind, dass wir dringend Massnahmen gegen den Klimawandel ergreifen müssen, schreiben sie Artikel, als wäre das ein "Nice to Have" Thema, wo wir erst mal warten können, bis alles stimmt und nichts mehr schief gehen kann. Das mit der jetzigen Technologie alles schief geht und zwar mit 95%iger Sicherheit, das erwähnen sie aber nicht.

Leider ist der Normalleser meist nicht in der Lage ihren subitlen Ton zu durchschauen. Wenn man aber Experte ist und sich wie mein Mann und ich seit Jahren  mit Wetter und Energie beschäftigt, dann streuben sich einem die Nackenhaare beim Lesen. Ihre Serie ist mit ein Grund, warum wir die NZZ am Sonntag nun auch noch abbestellen.

Offenbar sind sich die Medien ihrer Verantwortung noch nicht gewahr, die sie beim Bekämpfen des Klimawandels haben. Oder es ist zu vermuten, dass es starke Kräfte gibt, die die Medien nun dazu nutzen den nötigen Wandel gar zu verlangsamen.

Leserbrief am 19.5.2011 an die NZZ
Aufmerksam habe ich den Artikel online gelesen. Ich bin entäuscht von der NZZ und dieser einseitigen Berichterstattung, wo die Argumente der Naturschützer und Bevölkerung nur in der 3. Person und herabwürdigend dargestellt werden z.B. das Wort suggeriert im folgenden Abschnitt: ".. .Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (Bund) suggeriert in einer Studie .. ". Die gesamte Berichterstattung der NZZ zum Klimawandel ist eine Farce und dient mehr der Verschleierung als der Aufklärung. Kohlekraftwerke sind eine Technologie der Vergangenheit und jede Zusatztechnologie dazu dient der Verlängerung der veralterten Technologie und ist kein Weg in die Zukunft. Erst mal bauen und dann später über die Speicher nachdenken, das kennen wir doch schon irgendwoher. Bis jetzt gibt es noch kein Endlager, obwohl die Atomkraftwerke schon seit rund 50 Jahre laufen. Wir haben aber keine weiteren 50 Jahre um nach einem CO2 Lager zu suchen. Der CO2 Ausstoss muss so schnell wie möglich verringert werden, steigende Strompreise und Sparsamkeit müssen dafür in Kauf genommen werden. Die Politik muss endlich mal dazu offen sprechen. Und die Medien sollten die notwenige Entwicklung unterstützen, anstatt sie immer wieder durch so einseitige Artikel zu torpedieren. Ich verstehe dabei die NZZ nicht. Eigentlich dachte ich dass, es sich um eine unabhängige Zeitung handelt. Aber mehr und mehr wird mir klar, dass es nicht so sein kann, denn wenn man die Thematik kennt und auch die wissenschaftlichen Hintergründen, dann sieht man die Einseitigkeit der Berichte so deutlich, dass man sich fragt, wer und was da dahintersteckt. Oder liegt es daran, dass es vor allem mittelalterliche, bis alte  Männer sind, die bei euch das sagen haben. Solche die immer noch im BMW, Mercedes oder Offraoder unterwegs sind und denen die Zukunft der Jungen völlig egal ist, solange das eigene Konto stimmt.


Leserbrief am 9.12.2010

Ich bin treuer Leser der NZZ. Sowohl online, wie auch in der NZZ am Sonntag verfolge ich die Nachrichten. Leider muss ich feststellen, dass sie zum Thema Klimawandel, das ja aktuell in Cancun verhandelt wird, nur sehr wenige Berichte bringen. Ich lese daher die Berichte auf anderen Medien und erwäge sogar ganz umzusteigen. Der Klimawandel ist eines der wichtigsten Themen, die die Menschheit in den nächsten Jahren und Jahrzehnten beschäftigen wird und die Verhandlungen in Cancun sind zentral für die Entwicklungen in den nächsten Jahren. Leider steht diese Bedeutung in krassem Missverhaltnis zur Berichterstattung. Ich fordere sie hiermit auf, regelmässig und intensiv über den Klimawandel und die Auswirkungen zu berichten und die wichtigen Ereignisse, z.B. Cancun in ihrer Berichterstattung zu würdigen. Ihre Zeitung hat eine grosse Verantwortung wie das Thema in der Öffentlichkeit betrachtet wird. Ich hoffe, dass sie in Zukunft mehr berichten und meinen Text auch als Leserbrief veröffentlichen.
 
Ich war auch bei einigen Protestaktionen und Demonstrationen dabei und auch dort viel auf, dass die Zeitungen (nicht nur die NZZ) lieber für eine überfahrene Katze berichten, als von einer Bewegung und Aktion, die oft mehrere hundert Menschen umfasste.


Kommentare:

  1. Kommentar von einem ehemaligen Journalisten der NZZ

    Ich habe mit grossem Interesse Ihren Beitrag "Die NZZ auf Weltwoche- und BaZ-Niveau" gelesen. Da ich mich als verantwortlicher Redaktor von 2009 (Klimagipfel in Kopenhagen) bis Ende 2015 (Klimagipfel in Paris) in der NZZ mit der Klimapolitik (innenpolitische Berichterstattung und Abdeckung der Uno-Klimakonferenzen) beschäftigt habe, war ich auf Ihre diesbezügliche Einschätzung natürlich gespannt. Und ich erkenne mich nicht darin überhaupt nicht. In keinem Artikel habe ich die anthropogenen Urschen des Klimawandels in Zweifel gezogen. Auch habe ich mich immer für eine wirksame Klimapolitik eingesetzt; unter anderem in vielen Blogs (online nicht mehr abrufbar). Dafür wurde ich oft von bürgerlicher Seite, aber auch von Weltwoche- und BaZ-Journalisten angegriffen. In meinem letzten Leitartikel für die NZZ habe nochmals zu einem Umdenken im Umgang mit Umwelt und Natur aufgerufen: https://www.nzz.ch/meinung/kommentare/die-selbstgemachte-erde-1.18668051
    Seit 2016 arbeite ich bei Radio SRF und beobachte von der Ferne, wie das Dossier "Umwelt" von der NZZ behandelt wird. Auf die Energieabstimmung hatte ich keinen Einfluss mehr. Zudem wurde die ursprüngliche Ja-Parole der NZZ kurz vor der Abstimmung gedreht: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/unruhe-in-der-nzz-nach-kurswechsel/story/16588250

    Mit freundlichen Grüssen

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  2. Als ich noch Studentin an der Uni Zürich war, habe ich mich bei der Initiative Psychologie im Umweltschutz (IPU) engagiert. Ich und eine Kommilitonin hatten im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche der Uni Zürich einen Workshop zum Thema Energiesparen im Alltag geleitet, über den später ohne unseres Wissens einen kurzen Bericht im energeia, dem Magazin des Bundesamts für Energie (BFE) erschienen ist. Noch ein wenig später hat ein Journalist in der Onlineausgabe der NZZ in einem kurzen Bericht sehr abschätzig über den Inhalt unseres Workshops geschrieben. Der Sinn unserer Botschaft wurde total verdreht wiedergegeben, und es wurden auch falsche Fakten genannt. So wurde z.B. behauptet, die „Entwicklung“ unserer Tipps zum Energiesparen sei „vom Bund subventioniert“ worden. Wir hatten diesen Workshop aber ehrenamtlich geleitet, und auch nicht speziell für das BFE durchgeführt, sondern für Studierende der Uni Zürich und alle Interessierten. Die Schlussfolgerung, dass der Journalist nicht an unserem Workshop teilgenommen hatte, lag nahe. Ich vermute, dass er diesen Bericht nur geschrieben hat, um das BFE zu diskreditieren.
    Von Noëmi Bumann

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