Freitag, 28. Januar 2011

Schwarze Raucher und Manganknollen  

Aktuell
Proteste nun auch in Ägypten. Brisant ist, dass Ägypten der weltgrößte Weizenimporteur ist. Einen Großteil von Getreide kaufte das Land bisher vor allem in Russland, um unter anderem die Bevölkerung mit Brot zu von der Regierung gestützten Preisen zu versorgen. Dieses Jahr muss sich Ägypten aber zu deutlich höheren Preisen unter anderem in der USA eindecken. 90 Prozent der Ägypter essen täglich Mehlfladen, vor allem für kinderreiche und sozial schwache Familien, sind sie die hauptsächliche Nahrung. Schon im 2010 wurde deshalb vor möglichen Unruhen bei steigenden Preisen gewarnt. Oft braucht es dann natürlich noch weitere Auslöser, wie z.B. der Sturz der Regierung in Tunesien, um dann wirklich Proteste auszulösen. Ich hoffe mit den Ägyptern, dass die Krise gelöst wird. Die Problematik der Ernährung wird sich allerdings unabhängig von der Regierungsform in Zukunft vermutlich verschärfen. 
 

Unsere Ozeane ...
bedecken 71 % der Erdoberfläche und sind im Schnitt 3800 m tief. Das Wasservolumen ist damit viel grösser als die Landmasse der Kontinente. Es gibt riesige Gebirge unter Wasser und bis zu 11 km tiefe Gräben. Über 97% des Wassers auf der Erde ist in den Meeren, 2% liegt als Eis vor und nur 0.02% ist Süsswasser. Es ist schwer vorstellbar, dass der Mensch in nur 100 Jahren diese riesige Menge Wasser und die darin lebenden Abermilliarden von Lebewesen an den Rande der Ausrottung gebracht hat.
An Land ist uns die grosse Vielfalt der Pflanzen und Tiere bewusster, da wir uns darin bewegen können und die Tiere und Pflanzen auch eher sichtbar sind. Der grösste Teil der Meerespflanzen (Plankton) dagegen ist sehr klein und nicht oder kaum sichtbar für unser Auge. Das Plankton ist aber zu 95% verantwortlich für die Photosynthese im Meer, also die Umwandlung von CO2 zu Sauerstoff. Dem Plankton verdanken wir auch, dass wir überhaupt Luft zum Atmen haben, denn ursprünglich enthielt unsere Luft keinen Sauerstoff. Auch die schützende Ozonschicht bildete sich aus dem Sauerstoff. Ca. 18 Mio Quadratkilometer Naturschutzgebieten an Land, stehen nur 1.9 Mio km2 Meeresschutzgebieten gegenüber. Aber die Artenvielfalt in den Ozeanen ist viel grösser als die an Land, ebenso wichtig für die Welt und oft leben Arten nur in ganz bestimmten Meeresregionen.
 
Es gibt unter dem Wasser immer noch viel zu entdecken, z.B. schwarze Raucher sind Quellen im Meer,  wo heisses, Schwefel- und Metallsalzhaltiges Wasser austritt. Dabei bilden sich riesige Gebilde, die wie Schornsteine aussehen. Es gibt unzählige Lebewesen, die an diesen heissen  Quellen in der Tiefsee leben und sich z.B. vom Schwefel ernähren. Seit man entdeckt hat, dass die schwarzen Raucher in hohen Konzentrationen wertvolle Metalle enthalten, wird der Abbau geplant. Ebenso sehr wertvoll sind die sogenannten Manganknollen, die an bestimmten Stellen der Tiefsee einfach auf dem Meeresboden liegen und auch wertvolle Metalle enthalten. Leider hat der Abbau beider Gebilde unter Umständen drastische Folgen für die Umwelt und ist wegen der grossen Tiefe sehr schwer. Deswegen versuchen Forscher im Wettlauf mit der Industrie und Regierungen möglichst viel über die biologischen Zusammenhänge herauszubekommen und Richtlinien zu verfassen, wie der Abbau verträglich gestaltet werden könnte. Das gleiche gilt auch für die Ölbohrungen in der Tiefsee, wo ja das Unglück letztes Jahr gezeigt hat, dass die Menschen diesen Abbau längst noch nicht im Griff haben.

Mit den steigenden Preisen für Rohstoffe wachsen die Begehrlichkeiten. Neben Deutschland haben China, Indien, Japan, Korea, Frankreich, Russland und ein osteuropäisches Konsortium von der Meeresbehörde der Vereinten Nationen die Lizenz erhalten, die Manganknollen selbst und damit auch ihr wirtschaftliches Potential zu erkunden. Die Bundesrepublik hat sich über das Wirtschaftsministerium 75.000 Quadratkilometer Meeresboden gesichert, gelegen im sogenannten Knollengürtel des Pazifiks, zwischen Hawaii und Mexiko. Diese Gebiet wird scherzhaft das 17. Bundesland von Deutschland genannt. Die Hoffnung besteht, dass die Rohstoffprobleme der Zukunft sich mit diesem Gebiet lösen lassen.

http://www.n-tv.de/wissen/Forscher-jagen-die-Super-Knolle-article824020.html,
Infos auf Wikipedia mit Stichwort: Schwarze Raucher, Manganknolle
Für Leseratten: “Der Kampf um die Tiefsee. Wettlauf um die Rohstoffe der Erde” hat mir eine ganz neue Welt  eröffnet. Alles über die Schwarzen Raucher, Manganknollen usw. spannend und unterhaltend geschrieben.

Ausblick
So gross wie das Meer, so vielfältig die Themen dazu, deshalb mehr beim nächsten Mal.

Lichtblick
Eine Zukunft mit 100 % erneuerbaren Energien bis 2050 ist möglich und wir brauchen keine Zwischenlösungen mit neuen Kohle- oder Atomkraftwerken. Das zeigt der aktuelle Bericht des Sachverständigenrates für Umweltfragen der deutschen Regierung. Der Bericht wurde vorgestern an Umweltminister Röttgen übergeben. Hier die Kurzversion:
http://www.umweltrat.de/SharedDocs/Downloads/DE/02_Sondergutachten/2011_Sondergutachten_100Prozent_Erneuerbare_KurzfassungEntscheid.pdf?__blob=publicationFile

Der Sachverständigenrat berät die deutsche Bundesregierung in Umweltfragen und ist unabhängig. www.umweltrat.de/

Sonntag, 23. Januar 2011

Folgen der Klimaerwärmung: Milliarden

Aktuell - Belo Monte Damm
In Brasilien sollt der drittgrösste Staudamm der Welt gebaut werden, ausgerechnet in den wertvollen Regenwäldern des Amazonasgebietes. Dabei sollen riesige Waldgebiete überflutet und ganze Flüsse umgeleitet werden. Schon seit Jahren wehren sich Umweltverbände dagegen. Nun soll der Bau dieses Jahr losgehen. Aus diesem Grund trat letzte Woche der Präsident der brasilianischen Umweltbehörde zurück, er ist nämlich auch gegen den Damm. Für den Klimaschutz bringen solch riesige Wasserkraftwerke übrigens wenig, denn durch die Überflutung von Waldgebieten werden riesige Mengen Methan freigesetzt. Oft bleibt die erzeugte Elektrizitätsmenge hinter den Erwartungen zurück, vor allem da dieser Fluss jahreszeitlich sehr unterschiedlich Wasser führt. Avaaz sammelt Unterschriften für eine Petition, die den Druck auf die neue brasilianische Präsidentin erhöhen soll, um das Projekt noch zu stoppen.


>> Aktueller Nachtrag Okt. 2012
Aktuelle Ereignisse rund um den Bau des Dams. Kampf der Indigenen gegen den Bau.
http://plattformbelomonte.blogspot.ch/
Ein interessanter Artikel in der Zeit
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2012-08/amazonas-staudamm-brasilien-energie



Milliarden und Milliarden von Euro / Franken / Dollar
Schon jetzt führen die Folgen der Klimaerwärmung (wir sind immerhin schon bei fast 1 Grad plus) zu riesigen Schäden. Die genaue Kostenberechnung ist sehr schwierig, es kommt darauf an, was man alles mit einberechnet. Es ist aber bereits klar, dass es pro Jahr viele Milliarden von Euro sind, die auf uns zukommen. Die grossen Katastrophen in letzter Zeit - Trockenheit und dadurch auch Brände in Russland und China, Überschwemmungen in Pakistan, Australien, Brasilien, Kolumbien, China, Nordkorea, Sri Lanka und Deutschland haben Auswirkungen auf der ganzen Welt.  Schon allein in Australien wird mit über 30 Mrd Euro gerechnet. Der stellvertretende Premierminister Australiens wird mit den Worten zitiert: “ Es sieht so aus, als die Flut wirtschaftlich betrachtet das größte Naturdesaster unserer Geschichte wird”. Das Problem ist nur, dass mit den steigenden Temperaturen diese Naturdesaster bald keine Einzelereignisse mehr bleiben. Es ist fraglich, was mit Regionen passiert, in denen alle paar Jahre solch eine Katastrophe passiert. Es kann sein, dass sich die Bewohner dann bald in die Reihe der Klimaflüchtlinge einordnen, die bereits jetzt weltweit unterwegs sind.
http://mobil.handelsblatt.com/ticker/2736789

Kolumbien
Die ungewöhnlich schweren Regenfälle, die Kolumbien seit neun Monaten heimsuchen, haben ein historisches Ausmass angenommen und es wird von der schlimmsten Naturkatastrophe des Landes geredet. Die Unwetter haben bisher 2.2 Mio. Menschen und 300’000 Häuser betroffen, über 300 Todesopfer gefordert und geschätzte Schäden in der Grössenordnung von mehr als 5 Milliarden Dollar verursacht. Der Schulanfang von Kindern ist in Frage gestellt worden, da ca. 1400 Schulen zerstört worden sind und 400 als Lager von Obdachlosen dienen. Auch hier wird der Wiederaufbau Jahre brauchen und das ganze Land beschäftigen.
http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/katastrophe_auf_raten_in_kolumbien_1.9167416.html

Irgendwie seltsam
Es erscheint schon als seltsamer Zufall, dass in den letzten Jahren die Naturkatastrophen so zunehmen. Zufällig sind es auch genau jene Ereignisse, die Klimaforscher schon seit Jahren vorraussagen. Und in allen Artikeln werden Regierungschefs mit erstaunten Aussagen zu den Jahrhundertereignissen zitiert und ganze Landstriche zu Notgebieten erklärt. Es fällt anscheinend wirklich schwer die Verknüpfung von der Erwärmung zu den Folgen herzustellen. Dabei ist es so einfach: Man erwärmt Wasser in einem Topf, dabei verdampft mehr Wasser je mehr der Topf erwärmt wird und dadurch tropft es auch stärker vom kalten Topfdeckel. Überall auf der Welt werden die steigenden Temperaturen der  Meere gemessen. Die Meere haben einen grossen Teil der Erwärmung aufgenommen. sind also im Verhältnis mit der Atmosphäre überproportional wärmer geworden und verdampfen auch mehr Wasser. Das ist auch einer der Gründe, warum 2010 bisher das nasseste gemessene Jahr überhaupt war. Ihr könnt darauf wetten, dass es das nicht lange bleiben wird.

Interessanterweise gibt es ausgerechnet in den Ländern besonders viele Klimaskeptiker, die auch stark unter der Klimaerwärmung leiden werden und gleichzeitig grosse CO2 Produzenten sind. Die Leute, z.B. in Australien und den USA scheinen den Mechanismus der Verdrängung nötig zu haben. Denn Ihren Lebenswandel müssten sie ja drastisch ändern, wenn sie die Klimaerwärmung zugeben würden.
All diese Ereignisse zeigen aber auch, dass der Klimawandel das wichtigste Thema der nächsten Jahre sein muss. Das Wetter kann eine gewaltige Macht entfachen und unser ganzes Leben beeinflussen und alle normalen Abläufe lahmlegen. Dagegen sind wir auch mit modernster Technik machtlos. Wir sollten deshalb alles daran setzten, unser, in den letzten 10’000 Jahren relativ freundliches, Wetter zu erhalten. Klar ist auch dass Zersiedelung, Abholzung, Überbevölkerung das Problem verschärfen. Massnahmen dagegen kommen aber auch dem Klimawandel zugute.
http://climateprogress.org/2011/01/14/abc-news-australia-floods-extreme-weather-global-warming-climate-change/

Lichtblick
In Berlin sind am letzten Samstag Tausende von Menschen auf die Strasse gegangen. Ein breites Bündnis von Bauern, Umweltschützern und Verbrauchern hat in Berlin eine grundlegende Reform der Agarpolitik und eine Abkehr von der industriellen Landwirtschaft gefordert. Unter dem Motto "Wir haben es satt!" verlangten die Demonstranten gentechnikfreie, gesunde und fair produzierte Lebensmittel, eine bäuerlich-ökologische Landwirtschaft in Europa und eine tiergerechte und klimaschonende Landwirtschaft auf der ganzen Welt.
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-01/demonstration-tierhaltung

Schön, dass wir sowohl beim Strom, wie auch bei den Lebensmitteln bereits jetzt selber entscheiden können, was wir kaufen. In Zürich z.B. gibt es die Möglichkeit Biolebensmittel im Abo zu kaufen, was dem Bauern faire Preise und die Abnahme seiner Produkte garantiert. In den letzten Jahren sind auch diverse Genossenschaften entstanden, die selber zusammen mit Gärtnern Land pachten und Gemüse anbauen.
http://www.bruederhof.ch/index.php
http://www.dunkelhoelzli.ch/
http://www.ortoloco.ch
Wir selber haben zur Zeit ein BioAbo beim Brüderhof, überlegen aber, ob wir uns nicht auch eher einer Genossenschaft anschliessen sollen, um dann auch wirklich ab und zu in der Erde zu wühlen und unter fachkundiger Anleitung unser Gemüse selber zu produzieren.

Liebe Grüsse
Christina

Mail an Jelmoli: Versandhandel für Kleider und Möbel

Liebe Jelmoli Mitarbeiter

Ich möchte keinen Katalog mehr von Ihnen. Obwohl ich die Produkte und Kataloge gut finde, kann ich leider nicht mehr bei euch bestellen.

Ich habe mir vorgenommen nur noch Produkte zu kaufen, von denen ich weiss, wie, wo und zu welchen Konditionen sie hergestellt worden sind. Das gilt für Kleider und auch Möbel. Wenn in Ländern produziert wird, die die Menschenrechte nicht einhalten, Umweltschutz und Arbeiterrecht nicht wichtig finden, dann möchte ich diese Produkte nicht mehr kaufen. Auch lege ich grossen Wert darauf, dass bei Textilien nur noch Bio Baumwolle verwendet wird, Mindestlöhne usw. gezahlt werden.

Sehr gerne würde ich wieder bei euch bestellen, wenn ihr in euren Katalogen klar das Herkunftsland, Herstellungsmethoden, Fairtrade, Biobaumwolleverwendung usw. ausweist, so dass man entscheiden kann, ob das jeweilige Produkt sozial, ökologie und ökonomisch korrekt hergestellt wurde.
Ich und auch sicher viele andere Konsumenten wären sicher bereit dafür einen höheren Preis zu zahlen. Diese Bereitschaft kann durch euch noch unterstützt werden, indem ihr über Eure Projekte berichtet und damit Aufklärungsarbeitet leistet.

Bis das nicht gegeben ist, wandert der Katalog sowieso nur in den Müll und es spart also Kosten und Material, wenn ich keine Kataloge mehr bekomme.

Ich hoffe auf Ihr Verständnis.

Christina Marchand

Mail an Jako-o (Versand von Spielwaren und Kinderkleidern)

Liebe Jako-o Mitarbeiter

Ich möchte keinen Katalog mehr von Ihnen. Obwohl ich die Produkte und Kataloge gut finde, kann ich leider nicht mehr bei euch bestellen.

Ich habe mir vorgenommen nur noch Produkte zu kaufen, von denen ich weiss, wie, wo und zu welchen Konditionen sie hergestellt worden sind. Das gilt für Kleider und noch mehr für Spielzeug. Wenn in Ländern produziert wird, die die Menschenrechte nicht einhalten, Umweltschutz und Arbeiterrecht nicht wichtig finden, dann möchte ich diese Produkte nicht mehr kaufen. Auch lege ich grossen Wert darauf, dass bei Textilien nur noch Bio Baumwolle verwendet wird, Mindestlöhne usw. gezahlt werden.

Sehr gerne würde ich wieder bei euch bestellen, wenn ihr in euren Katalogen klar das Herkunftsland, Herstellungsmethoden, Fairtrade, Biobaumwolleverwendung usw. ausweist, so dass man entscheiden kann, ob das jeweilige Produkt sozial, ökologie und ökonomisch korrekt hergestellt wurde.
Ich und auch sicher viele andere Konsumenten wären sicher bereit dafür einen höheren Preis zu zahlen. Diese Bereitschaft kann durch euch noch unterstützt werden, indem ihr über Eure Projekte berichtet und damit Aufklärungsarbeitet leistet.

Bis das nicht gegeben ist, wandert der Katalog sowieso nur in den Müll und es spart also Kosten und Material, wenn ich keine Kataloge mehr bekomme.

Ich hoffe auf Ihr Verständnis.

Christina Marchand

Samstag, 15. Januar 2011

Folgen der Klimaerwärmung: Missernten

Aktuell - Dioxin im Essen
Der Dioxinskandal in Deutschland offenbart die Fehler in unserem Ernährungssystem. Immer billiger und mehr - koste es was es wolle. Statt 50%, wie noch vor einigen Jahrzehnten, geben wir heute nur noch 12 % für unser Essen aus, wollen aber trotzdem Fleisch, Wurst, Käse, Eier, Fisch, exotische Früchte rund um die Uhr einkaufen und geniessen. Ein Liter Milch für 60 Cent, 500 Gramm Hackfleisch für nicht mal zwei Euro oder die Zehner-Packung Eier, Bodenhaltung, für 1,29 Euro? Wie soll man gute Nahrung nachhaltig zu diesen Preisen erzeugen?
Es geht nicht! Und zahlen tun wir, wenn auch nicht im Supermarkt!
Subventionen, Überdüngung, Vergiftungen, Allergien, Verlust der Artenvielfalt, Überfischung, hohe CO2 Emissionen, Massentierhaltung kosten auf die Dauer mehr als faire Preise für nachhaltig erzeugtes Essen. So richtig draufzahlen werden aber die verhungernden Menschen in anderen Weltregionen und unsere Nachkommen, deren Ressourcen wir derzeit verbrauchen.

Noch Aktueller
Auf Anregung einer Freundin werde ich meine Mails ab jetzt immer mit einer positiven Nachricht - also einem Lichtblick - beenden.

Wetterextreme
Das neue Jahr fängt gut an. Es bietet mir gleich zum Jahreswechsel ein weiteres Beispiel für die Folgen der Klimaerwärmung. So muss ich nicht auf Katastrophen vom letzten Jahr zurückgreifen. Eine weitere Jahrhundertflut - diesmal trifft es Australien - und wieder ist eine Ernte vernichtet und Landstriche grösser als Deutschland und Frankreich zusammen betroffen. Der Klimawandel wird in den Zeitungen im Zusammenhang allerdings nur selten erwähnt. Wetterextreme hat es zwar schon immer gegeben, auch ohne die Klimaerwärmung. Aber nun werden sie häufiger und extremer. Zusammen mit der steigenden Weltbevölkerung und dem steigenden Fleischkonsum, sollten wir uns für die Zukunft auf knappere und teurere Lebensmittel einrichten.

Weizen –  wichtigstes Grundnahrungsmittel nach Reis
Der Preis für Nahrungsmittel hat sich Ende 2010 stark erhöht und liegt beim Weizen nun um 50% höher als Anfang 2010. Denn die von den Wetterextremen betroffenen Länder sind allesamt wichtige Getreideexporteure. Russland (Top 3) und Ukraine (Top 5) haben im 2010 keinen Weizen exportiert. Australien (Top 4) kann die Hälfte seiner nächsten Ernte bestenfalls noch als Futtermittel verwenden. Viele Länder wie z.B. Brasilien und Indonesien sind stark auf den Import von Weizen angewiesen. In vielen armen Ländern Afrikas wird ein Teil der Nahrungsmittel durch Entwicklungshilfe, mit begrenztem Budget zur Verfügung gestellt. Eine starker Anstieg des Weltmarkpreises wird in vielen Regionen daher zu Knappheit führen und kann Unruhen auslösen.
Eigentlich gäbe es natürlich genug Weizen bzw. pflanzliche Nahrung für alle Menschen. Aber da eine immer steigende Zahl von Menschen sich Fleisch leisten kann und dadurch die Preise für Soja und Mais (als Futtermittel) in den letzten Jahren attraktiver waren, hat sich die Anbaufläche von Weizen sogar verkleinert. Zusätzlich werden Pflanzen jetzt noch zu Treibstoff verarbeitet, so dass noch weniger als Nahrungsmittel übrig bleibt.

Prognosen für die Landwirtschaft
Durch die Klimaerwärmung wird der Wasserkreislauf verstärkt, d.h. mehr Wasser verdunstet und es gibt mehr Regen. Allerdings leider nicht gleichmässig, sondern regional und zeitlich versetzt. Das ist auch ein Grund, warum es immer mehr Erdrutsche (z.B. Brasilien) und Überschwemmungen gibt. Für Europa sagen die Prognosen trockenere Sommer und feuchtere Winter vorraus, was uns z.B. erst mal mehr Schnee bringt, solange es noch kalt genug ist. In Südeuropa wird es zu Dürren und extremer Hitze und in anderen Teilen im Winter zu Überflutungen führen. Die grossen Anbaugebiete in der Mitte der USA (Top 1 Weizenexporteur) sollen trockener und heisser werden. Insgesamt wird geschätzt, dass die weltweite landwirtschaftliche Produktivität durch den klimabedingten Temperaturanstieg zurückgeht. Die Verluste durch die immer häufiger auftretenden Überflutungen, Dürren oder Stürme sorgen dann noch zusätzliche für Ernteverluste. Wenn wir die Erwärmung nicht stoppen können, dann sind in 50 Jahren Sommer wie 2003 Normalität. Die Temperaturen und Auswirkungen eines Extremsommers im Jahr 2060 möchte ich mir lieber nicht vorstellen.

Klimakiller - Kohle
Einzig positiv fürs Klima ist, dass auch einige Kohleminen in Australien überschwemmt worden sind, so dass Kohle auf dem Weltmarkt kurzfristig knapp ist und sich der Kohlepreis erhöht. Dadurch wird hoffentlich auch die Planung von neuen Kohlekraftwerken beeinflusst. Positiv ist auch, dass sich immer mehr Partner vom Bau des geplanten Kohlekraftwerks in Brunsbüttel verabschieden. So schliesst sich denn der Kreis, denn die Kohleverbrennung ist eine der Hauptursachen für die Klimaveränderung. Wenn dann diese Veränderung zu Überschwemmung der Kohleminen führt, dann hat es doch endlich mal die Richtigen getroffen, was ja selten genug vorkommt.

Ausblick
Der Chef des Energiekonzerns RWE, Jürgen Großmann, wurde mit dem Negativpreis "Dinosaurier 2010" ausgezeichnet. Mehr dazu und weitere Klimafolgen im nächsten Mail.

Lichtblick
Immer mehr Menschen erkennen, dass biologisch erzeugte Nahrungsmittel besser sind. Die Schweizer sind dabei Bio-Weltmeister mit steigender Tendenz, aber auch in Deutschland stieg die Zahl der Personen, die regelmässig Bio kaufen in den letzten 3 Jahren von 17% auf 21%.

Artikel und Links zum Thema
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2011-01/dioxin-konsequenzen-bewusstsein
http://www.footprint.at/index.php?id=einefueralle
http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Klima%C3%A4nderungen_und_Landwirtschaft
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Das-Essen-wird-knapp/story/10175215
http://blogs.ethz.ch/klimablog/2010/01/25/klimaschutz-entscharft-kunftige-ernahrungsprobleme/
http://www.bionetz.ch/cms/kurzmeldungen/oekobarometer-2010-bio-produkte-ueberzeugen.htm
http://www.swissinfo.ch/ger/Home/Archiv/Schweizer_sind_Bio-Weltmeister,_aber....html?cid=6499094

Liebe Grüsse
Christina

Montag, 27. Dezember 2010

Gute Aussichten für 2011

Aktuell
Vor Weihnachten hat mich doch noch der Stress eingeholt und ich habe es nicht mehr geschafft meine wöchentliche Mail zu schreiben. Aber nun kehrt langsam Ruhe ein. Obwohl der Blog erst seit 4 Monaten läuft, gehört er schon fest zu meinem Leben dazu. Wenn ich mit Menschen über meine Aktivitäten spreche, dann bekomme ich oft positive Rückmeldungen. Gleichzeitig erstaunt es Viele, wie ich Zeit dafür finde. Einige wären gerne auch aktiv, aber es fehlt ihnen die Zeit oder die Energie am Ende des Tages. Andere bezweifeln, dass man als Einzelner etwas bewirken kann oder finden selbst die Schweiz oder Deutschland zu unwichtig im Vergleich zum Rest der Welt.

Angesichts der neuen globalen Temperaturrekorde (trotz schneereichem Winter !), Klima-Katastrophen, dem ungebremsten Anstieg an Treibhausgasen und der weiter stark steigenden Weltbevölkerung erscheinen die Probleme wirklich unbezwingbar.

Trotzdem bin ich dieses Jahr wesentlich zuversichtlicher als in anderen Jahren, in denen ich noch nicht aktiv war. Denn nun weiss ich, dass es unzählige Menschen gibt, die sich unermüdlich für eine “bessere” Welt einsetzen. Ich habe im letzten Jahr viele interessante, nette und engagierte Menschen kennengelernt, mit einigen bin ich nun bereits befreundet. Ich weiss, dass die Welt heute sehr anders aussehen würde, wenn sich nicht jeden Tag unzählige Menschen für eine “bessere” Welt einsetzen würden.

Was genau die “bessere” Welt ist, dazu gibt es natürlich verschiedene Ansichten. Schön, dass es die unterschiedlichsten Organisationen gibt, bei denen man sich engagieren kann. Klar, Geld zu spenden ist einfacher und auch wichtig, aber viel befriedigender ist es selber aktiv beizutragen. Denn :
- Man lernt interessante, aktive Menschen kennen und kann mit ihnen gemeinsam arbeiten und feiern.
- Man lernt Neues dazu, über sich selbst, andere und das Thema.
- Es ist sehr befriedigend zu der eigenen Vorstellung der “besseren” Welt beizutragen.
- Gemeinsam kann man Schritt für Schritt auf das Ziel hin arbeiten und jeder Teilerfolg gibt ein gutes Gefühl.

Jeder, der eigentlich findet, dass die Welt besser werden sollte, kann doch als Neujahrsvorsatz mit einer lokalen Organisation Kontakt aufnehmen und sehen, was die so machen. Wer eigentlich findet, dass die Welt besser werden sollte, aber nun wirklich keine Zeit hat, der sollte den täglich Trott mit kritischen Auge betrachten und schauen, was man weglassen könnte.

Auch mit kleinem Zeitbudget kann man schon viel beitragen, wie ich nun erlebt habe. Es braucht auch Leute, die Adresslisten updaten, im Internet recherchieren, einmal Flyer verteilen usw.. In Deutschland hat man ganz einfach die Möglichkeit z.B. den Stromanbieter zu wechseln und damit ein Zeichen zu setzen für erneuerbare Energie gegen Atom- und Kohlestrom.

Aber noch viel wichtiger ist, dass man nicht wegschaut und verdrängt. Der erste Schritt ist, dass wir überhaupt akzeptieren, dass nicht alles so optimal läuft und wir für eine “bessere” Welt aktiv sein müssen. Dazu gehört, dass wir uns informieren. An den folgenden positiven Beispielen seht ihr auf jeden Fall, dass Einzelne wirklich etwas bewirken können.

Kai Pulver : Filme für die Erde (Schweiz)
Kai hat den Verein im 2007 gegründet und seither unzählige Male mit Hilfe von Dokumentarfilmen an Filmabenden oder anderen Anlässen das Bewusstsein für globalen Zusammenhänge und Probleme geschärft und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt. Die gezeigten Filme werden als Gratis DVD abgegeben, mit der Auflage, dass sie weitergegeben werden. Auch mit der Vergabe von Gratisfilmen an Schulen wurden schon viele Menschen erreicht. Ich habe am eigenen Leib erlebt, dass Filme sehr gut geeignet sind, zu sensibilisieren und zu mobilisieren. Kai arbeitet mittlerweile fast Vollzeit für Filme für die Erde. Das hängt sicher auch mit seiner Begeisterung für das Thema Film und Umwelt zusammen. Alle Informationen zu den Filmen und mehr auf www.filmefuerdieErde.ch.

Tanya Schmidt ( Schweiz)
Tanya wollte es nicht hinnehmen, dass das lokale Energieunternehmen Repower neue Kohlekraftwerke im Ausland bauen will. Kohle ist der klimaschädlichste aller Energieträger. Sie gründete daher im September 2010 den Verein “Zukunft statt Kohle”, der schon über 100 Mitglieder zählt. Mit grossem zeitlichen und finanziellem Aufwand hat sie unter anderem eine Podiumsdiskussion organisiert an der fast 300 Leute teilgenommen haben.

Annie Leonard - The Story of Stuff (USA)

Seit Annie im Jahr 2007 den Film “The Story of Stuff” produziert hat, wurde er über 12 Mio mal online geschaut und in tausenden von Schulen, Firmen usw. gezeigt. In den letzten Jahren kamen dann weitere Kurzfilme und auch ein Buch dazu. Seit kurzem ist der 1. Film und das Buch auch auf deutsch erhältlich. Leider sind die deutsche und englische Webseite nur schlecht verlinkt. Deshalb hier beide Links: www.thestoryofstuff.de / com
Eines meiner Projekte für das nächste Jahr ist die deutsche Vertonung von weiteren Filmen von “The Story of Stuff”. Schaut doch mal rein, ich finde es lohnt sich.

Frohes und Aktives 2011

Ich könnte die Liste beliebig verlängern, aber ich wollte mich auf Personen beschränken, mit denen ich bereits zu tun hatte und die mich motivieren und inspirieren. Ich wünsche euch für das nächste Jahr viel Kraft und Mut, und hoffe natürlich, dass ich mit meinen Mails dazu beitragen kann.


liebe Grüsse
Christina

Freitag, 10. Dezember 2010

Artikel von James Hansen: Der Preis für den Wandel

Original: Artikel von James Hansen in der South China Morning Post im November

Der Preis für den Wandel

Die Kristallkugel zeigt de Zukunft des Klimas klar, die physikalischen Grundlagen sind nicht zu leugnen. Die Verbrennung aller fossilen Brennstoffe (Kohle, Öl, Gas) hätte erschütternde Konsequenzen und könnte sogar das Fortbestehen der Menschheit bedrohen. Fossile Brennstoffe erzeugen CO2, welches für Jahrtausende in den Oberflächenspeichern der Erde verbleibt, also in der Atmosphäre, Ozeanen, Boden und der Biosphäre. Die Reaktion des Klimas auf die Erhöhung des CO2 Anteils beginnt sehr langsam, da die Ozeane und die Eismassen der Antarktis und Grönlands träge sind und die Klimaerwärmung verzögern. Diese Verzögerung ist nicht gut für uns. Es bedeutet, dass eine viel stärkere Erwärmung bereits verursacht ist — sie wird auch dann stattfinden, wenn wir den Ausstoss an Treibhausgasen völlig stoppen. Wir haben bisher nur ungefähr die Hälfte der Erwärmung erlebt, die durch die bis jetzt ausgestossene Menge CO2 gegeben ist. Die globale Erwärmung im Moment gleicht einem Schnupfen. Die ungewöhnliche Flut in Pakistan, die Rekordhitze in Moskau, die Trockenheit in Südchina, gefolgt von Überflutung. Die heutigen Menschen können sich durch solche Klima Unpässlichkeiten durchkämpfen. Die grossen Probleme warten auf unsere Kinder, wenn wir nicht schleunigst unsere CO2-Emissionen herunterfahren.
Der Anstieg des Meeresspiegels ist eines der Probleme. Wenn wir mit unseren Emissionen so weiter machen wie bisher, dann liegt die Menge CO2 im Jahr 2016 bei 400 ppm. Das wird einen Meeresspiegelanstieg von schliesslich 25 m verursachen. Die Landmassen von China werden dadurch immens verkleinert, wodurch ca. 250 Millionen Menschen gezwungen werden, landeinwärts zu ziehen. 
Wie schnell die Eisschilde kollabieren, ist unsicher. In vergangenen Erdzeiten stieg der Meeresspiegel um ca. einem Meter pro 20 Jahre. Aber die menschengemachte Erwärmung ist viel grösser und schneller als die vergangenen natürlichen Erwärmungen. Die Eisschelfe, Zungen von Eis, die vom Festland ins Meer hinaus ragen und die grossen antarktischen und grönländischen Eisschilde stabilisieren, schmelzen. Jeder der beiden Eisschilde verliert nun ca. 100 Kubikkilometer Eis pro Jahr. Wenn diese Eisverluste sich beschleunigen, dann ist es möglich, dass es nur noch Dekaden dauert, bis alle Eisschilde kollabieren.
Das Aussterben von Arten, zum Teil beschönigend „Verlust an biologischer Vielfalt genannt“, ist ein anderes irreversibles Problem. Die schnelle Verschiebung der Klimazonen in Richtung der Pole um ca. 50-60 km pro Dekade, wird die hauptsächliche Ursache für das Aussterben. Viele Arten können nicht so schnell migrieren. Davon abhängige Arten und Ökosysteme können kollabieren. Wenn wir einen Kipppunkt im System überschreiten, dann könnte es zu einem massenhaften Aussterben von Arten kommen, so wie es schon einige Mal in der Geschichte der Erde vorgekommen ist. Wenn wir unsere Mitgeschöpfe in den Tod treiben, dann werden wir unseren Nachkommen einen trostlosen Planeten hinterlassen und zwar für mehr Generationen, als wir uns vorstellen können.
China ist nicht hauptsächlich verantwortlich für den Klimawandel, denn der ist proportional zu den historisch angesammelten Emissionen. Die USA sind verantwortlich für 27 % und China für 9.5 %. Aber China hat die grössten Emissionen heute und wird in den nächsten zwei Jahrzehnten der Hauptverursacher für die globale Erwärmung sein, wenn es weiter so stark auf Kohleenergie setzt.
Die Regierungen müssen den nackten Tatsachen ins Auge sehen: Wenn wir alle fossilen Brennstoffe verbrennen, dann steigt das CO2 auf 550ppm und wir kreieren einen anderen Planeten – einen trostlosen, eisfreien Planeten mit Meeresspiegeln um ca. 75 m höher als heute. Sobald der Kipppunkt erreicht ist, wird der Übergang zum eisfreien Stadium chaotisch und ausserhalb menschlicher Kontrolle verlaufen. Stabile Küstenlinien werden erst wieder erreicht, wenn alles Eis weg ist. 
Wie können wir den das Abkippen des Klimas vermeiden? Die strategischen Notwendigkeiten sind klar. Wir müssen Kohle Emissionen stufenweise zurückfahren und unkonventionelle fossile Brennstoffe, so wie die Ölsande, in der Erde lassen. Dadurch wird das atmosphärische CO2 langsam abnehmen, indem es wieder von den anderen Oberflächen der Erde aufgenommen wird. Diese Strategie macht Sinn, denn Kohle und Ölsande sind die dreckigsten Formen von Energie. Sie vergiften Land, Seen und Meere mit Quecksilber, Arsen und anderen gefährlichen Chemikalien. Fossile Brennstoffe sind endlich, d.h. wir müssen sowieso irgendwann auf kohlenstofffreie Energieformen umsteigen, z.B. Kernenergie, erneuerbare Energien und verbesserte Energieeffizienz. Um eine Zukunft für die Jugend zu erhalten, müssen wir es in den nächsten Jahrzehnten schaffen auf fossile Brennstoffe zu verzichten. Man sollte eigentlich denken, dass jeder eine blendende Zukunft mit sauberen, kohlenstofffreien Energieformen bevorzugt. Aber was passiert in Wirklichkeit? Die Kohlenutzung nimmt weltweit zu. Kanada, Norwegen und die USA bauen Teersande ab. Die Regierungen sprechen von einem Planeten in Gefahr und geben vor, dass ihre Politik darauf abzielt, das Klima zu stabilisieren. Das nennt man „Greenwashing“, also sich ein grünes Mäntelchen umlegen, in dem nichts darin steckt. Will man das grosszügig interpretieren, dann kann man sagen, dass die Regierungen zwar wohlmeinend sind, aber die grundlegenden Fakten ignorieren. Es ist aber einfach und klar, wie das Gesetz der Schwerkraft: Solange die fossilen Brennstoffe am billigsten sind, werden wir sie weiter verbrennen. Fossile Brennstoffe sind aber nur so billig, weil die externen Kosten an der Gesellschaft nicht eingerechnet sind. Die Gesundheitskosten durch verschmutzte Luft und Wasser werden alleine von der Öffentlichkeit getragen. Die Industrie, die an den fossilen Brennstoffen verdient, muss die Arztrechnungen oder den Verlust der Produktivität nicht zahlen. Die grössten nicht kompensierten Kosten, werden aber die Folgekosten der Klimaerwärmung sein. Die Kosten des Klimawandels sind jetzt bereits beträchtlich, aber die zukünftigen Kosten werden astronomisch sein. Diese Fakten zeigen das ausschlaggebende Element für eine Lösung des Energie- und Klimaproblems. Eine regelmässig steigende CO2-Abgabe muss von den fossilen Energieunternehmen bezahlt werden. Die eingenommenen Gebühren sollten monatlich wieder an die Bevölkerung ausgezahlt werden und zwar pro Kopf. Das erlaubt die Anpassung unseres Lebensstils und wird Innovationen für saubere Energie ankurbeln. Mit den steigenden Gebühren werden die fossilen Energien durch kohlenstofffreie und saubere Energien ersetzt werden. 
Dieser Ökobonus-Ansatz (CO2-Abgabe mit Rückerstattung) stellt den schnellsten und effektivsten Weg hin zu einer Zukunft mit sauberen Energien dar und bedeutet die Genesung von der Sucht nach fossilen Energien. Aber halt! Wenn diese Gebühr Sinn macht und auch noch den Planeten rettet, warum folgen dann die USA und andere Ländern nicht diesem Pfad? Die Interessen der Fossilen Energien regieren sowohl in Washington, wie auch in anderen Hauptstädten. Das grosse Geld zwingt die Regierenden ineffektive Methoden, wie den Emissionshandel einzuführen. Dieses System wurde von den grossen Banken und fossilen Energiefirmen eingeführt und stellt die weitere Abhängigkeit von den Fossilen sicher. Aber gibt es denn gar keine Hoffnung, dass die Herrschaft der Fossilen Energien gestoppt werden kann, wo doch die meisten Länder sich mit Greenwashing zufrieden geben? Ja, es gibt Hoffnung und zwar China. China ist mittlerweile führend bei Investitionen in saubere Energien, z.B. Wind, Solar oder Kernenergie.
Aber diese neuen Formen der Energie werden die Fossilen nur ablösen – in China und dem Rest der Welt, wenn eine steigende Kohlenstoffgebühr die fossilen Energien dazu zwingt, die externen Kosten der Gesellschaft zu mitzutragen. Keine Nation allerdings wird interne Gebühren erheben, die im internationalen Wettbewerb zu Nachteilen führen. Aber eine CO2-Abgabe im Inland mit Rückerstattung (Ökobonus) mit moderaten Gebühren zu Beginn, wird einen Boom im Land auslösen und international als Diskussionsgrundlage dienen. Der Klimawandel als eine Angelegenheit von Generationengerechtigkeit wird sich als das grosse moralische Thema des 21. Jahrhunderts herausstellen. China kann die Welt mit einem rationalen Ansatz durch die bisher gefährlichste Krise führen, die die Menschheit und Natur je erlebt hat.