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Donnerstag, 31. Mai 2012

Netz und Vernetzung

Aktuell ist viel los
Bei mir ist zur Zeit die Hölle los, deshalb kommt mein Blog auch recht unregelmässig. Aber auch politisch und gesellschaftlich dreht sich das Karussell immer schneller. 

Netzausbau, jetzt aber schnell
Die deutsche  Bundesregierung will nun den Netzausbau beschleunigen. Sie merkt, dass die grossen Stromunternehmen jahrelang nicht zukunftsgerichtet gedacht haben. Nun soll alles ganz schnell gehen und dem Bürger wird die Schuld aufgeladen, wenn die Netze nicht schnell genug ausgebaut werden können.

Auch in der Schweiz hat man gemerkt, dass die Stromunternehmen zwar jahrelang rekordtiefe Strompreise verrechneten, dafür aber den Ausbau für die Zukunft vernachlässigt haben. Wir profitieren massiv von Investitionen, die unsere Grossväter Anfang und Mitte des letzten Jahrhunderts getätigt haben. Das scheint leider ein Kennzeichen unserer Generation zu sein: Ausruhen auf Errungenschaften der Vergangenheit und leben auf Kosten unserer Nachfahren.

18 Milliarden soll der Ausbau der Netze bis 2050 kosten und die Bundesrätin Doris Leuthard hat wirklich gut erklärt, dass Strom ein kostbares Gut ist, mit dem man sorgfältig und sparsam umgehen muss. Sie erklärt auch, dass die Preise steigen müssen und dass wir effizienter werden müssen. Leider soll aber im Zuge der Beschleunigung auch das Beschwerderecht massiv eingedämmt werden.
http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2012/05/23/Schweiz/Energiepolitik/Atomausstieg-Bundesrat-will-bei-Stromnetz-Gas-geben

Ich will die Energiewende, aber ich bin trotzdem kein Freund des gepressten Netzausbaus. Mit einer schlauen Netzführung, vielen unterirdischen Leitungen, intelligente Steuerung und regionale Energieerzeugung könnte man das Problem vermutlich entschärfen. Warum sollen Stromintensive Branchen nicht dort sein, wo der Strom erzeugt wird? Oder warum sollen Maschinen nicht dann laufen, wenn viel Strom im Netz ist? Aber das ist natürlich nicht im Interesse der grossen Stromunternehmen und Industrie, die jetzt gerne klotzen möchten. Ich habe mal einen interessanten Vortrag zum Thema gelesen, der aber nicht ganz einfach ist. Prof. Gunzinger hat berechnet, dass die Energiewende auch mit einem moderaten Netzausbau möglich ist, sofern es intelligent gesteuert ist. Für sehr interessiert Leser: http://idee-suisse.info/wp-content/uploads/Denkanstoss_Plan-B-oder-Fakto_-2.pdf

Klimacamp in Zürich
Schon nächste Woche findet das legendäre Klimacamp in Zürich statt. Es soll auf den Klimawandel aufmerksam machen, vernetzen, informieren und zum Handeln anregen. Am Sonntag den 3.6. wird das Camp aufgebaut und ab Montag finden rund um die Uhr Aktivitäten statt. Von verschiedenen Organisationen werden ca. 50 Workshops angeboten. Es gibt Filme und Musik am Abend, veganes Essen, aktives Beisammensein. In den letzten Jahren waren wir immer mit den Kindern am Camp und es hat uns sehr gut gefallen. Wer in der Woche nicht kann, sollte sich wenigstens das Wochenende 9./ 10. 6 freihalten. Dort findet gemeinsam mit verschiedenen Organisationen eine Demonstration zum Schutz des Regenwaldes und eine Ausstellung (2 Blicke in die Zukunft) statt. Jeder ist willkommen, man kann auch einfach für einen Abend oder für ein Essen vorbeischauen. Ich habe unsere Kinder für den veganen Kinderkochkurs am Sonntag angemeldet.
http://www.klimacamp.ch/index.php/programm

Filmfestival in Zürich 
Am Dienstag den 5.6. findet in Zürich über dem Museum für Gestaltung, Ausstellungsstr. 60 das schweizweite Filmfestival von Filme für die Erde statt. Zusammen mit Edwin bin ich dort Eventmanager. Es gibt ein tollen Programm, welches parallel in 14 Städten in der Schweiz stattfindet. Morgens ist Kino für Schüler und ab 17:30 ist Türöffnung für das Abendprogramm. Neben einem feinen Apero, gibt es eine Ausstellung, einen Kurzfilmwettbewerb, den Hauptfilm “Taking Root” und vieles mehr. Das alles gegen eine freiwillige Spende. Ich freue mich, wenn ihr den Anlass weiterempfehlt und ich euch zahlreich begrüssen darf.
http://filmefuerdieerde.ch/12-6-5

Lichtblick
Erstmals wurde in Deutschland so viel Solarstrom erzeugt, wie 20 Atommeiler liefern. Das zeigt das Potential der erneuerbaren Energien eindrücklich. Speziell Solarstrom liefert den Strom genau zu den Spitzenzeiten Mittags und direkt lokal bei den Haushalten, wenn viel Strom gebraucht wird. Der Ausbau funktioniert also. Verteuert hat sich der Strom durch den solaren Ausbau nur um ca. 3 Cent. Wenn man ihn mit anderen Ausgaben im Haushalt vergleicht, dann ist Strom immer noch billig und es besteht zusätzlich ein riesiges Sparpotential durch Effizienzmassnahmen.
Der angebliche billige Kohle und Atomstrom ist gar nicht so billig, wenn man die Vollkosten von Endlagerung und Umweltverschmutzung mitrechnet. Der Vergleich hinkt also und subventioniert werden Kohle und Atom auch massiv, aber es taucht nicht in der Stromrechnung auf. Wir dürfen uns also zurecht über den Spitzenplatz bei der Solarstromerzeugung freuen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/solarzellen-liefern-leistung-von-20-atomkraftwerken-a-835417.html

    liebe Grüsse
            Christina

Freitag, 4. November 2011

Heute schon in die Weite geschaut ?

Aktuell
Gesunde Kinder kommen weitsichtig zur Welt. Je älter sie werden, desto weniger weitsichtig sind sie, so dass die Sehfähigkeit mit dem Erwachsen werden optimal ist. Und je mehr Zeit diese gesunden Kinder draussen verbringen, desto besser stellt sich dieses Optimum ein und die Wahrscheinlichkeit kurzsichtig zu werden sinkt. Das haben neu Forscher bei der Auswertung von Studien an über 10’000 Kindern herausgefunden. 

Das regt mich doch glatt an philosophisch zu werden. Wir pressen die Kinder mit unserem System, unseren Schulen in ein Schema, zwingen sie hinter die Bücher und Hefte und nehmen ihnen damit die Weitsichtigkeit, die ihnen angeboren ist. Bis zu einem gewissen Grad muss diese Weitsichtigkeit weichen, um optimal sehen zu können. Aber wir übertreiben es, so dass unsere Kindern später genauso kurzsichtig werden, wie wir es bereits sind. Der angeborene Spieltrieb, die Wissbegier und auch das Gespür für die Natur wird erstickt in einem Zuviel an sitzen, zwängen und drängen, müssen und “so ist es halt”.

Wenn man allerdings jetzt die Occupy- und viele andere Bewegungen sieht und sogar die Politiker langsam einsehen, dass die Banken reguliert werden müssen und unser derzeitiges System so nicht gut funktioniert, dann finden wir vielleicht wieder zu ein bisschen mehr Weitsichtigkeit zurück.
http://www.news.ch/Ich+sehe+was+was+Du+nicht+siehst/514118/detail.htm


Alptraum - Weitsichtigkeit
Wenn wir so weiter machen, dann wird der Blick in die Zukunft immer beängstigender. Der CO2 Ausstoss steigt stärker, als in allen Prognosen der Forscher von vor 3 Jahren. Trotz Krise und sparen verbrauchen die immer mehr Menschen auf der Welt immer mehr fossile Brennstoffe. Allen Klimakonferenzen zum Trotz passiert nicht nur nichts, sondern weniger als Nichts.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,795806,00.html#ref=rss


Weitsichtig durch Filme
Die Flimmerkiste ist ja normalerweise eher kontraproduktiv, wenn man seinen Geist erhellen will. Aber es gibt doch immer wieder Filme, die anregen und weiterbringen.

Sehr gut fand ich diesen Kurzfilm (11 min), der leider nur auf Englisch verfügbar ist, allerdings auch sehenswert ist, wenn man nicht alles versteht. Mit Hilfe von Zeichnungen wird die aktuelle Finanzkrise und andere Krisen erklärt.
http://www.youtube.com/watch?v=qOP2V_np2c0&feature=player_embedded#!


Weitsichtig durch Diskussionen
In der Roten Fabrik findet am 11.November eine Diskussionsrunde zum Thema “Energie - Wohin geht die Schweiz” statt. Es sind bekannte Gesichter auf dem Podium, unter anderem der Schweizer Autor und Journalist Marcel Hänggi.
http://www.shedhalle.ch/de/veranstaltungen/fr-1111-quo-vadis-schweiz
Ich werde versuchen hinzugehen.


Weitsichtig durch die Natur
Einfach mal durch die schönen Herbstwälder gehen und sich fragen, ob wir das alles wirklich aufs Spiel setzen wollen.


Lichtblick
Mit dem Dienst Flattr  (steht für schmeicheln / loben) kann man einzelne Webseiten, Texte und Blogs finanziell unterstützen. Man muss ein Flattr Konto erstellen, es dann z.B. mit 100 EU aufladen und entscheiden wieviel man pro Monat ausgeben will. Wenn man z.B. 20 Euro wählt und dann 10 Seiten Flattred, dann bekommt jeder dieser Seiten 2 EU. Es gibt den Flattr-Button schon auf vielen Webseiten, z.B. TAZ, Klimaretter.org usw. So kann man sehr direkt guten Journalismus unterstützen und damit zur unabhängigen Berichterstattung beitragen. www.flattr.com

Ich habe beispielhaft den Button auch mal auf meinem Blog installiert ; ) - erwarte aber wirklich keine Zahlung durch euch.


Aktiv werden
Der Bund (Freunde der Erde) ruft zu einer Unterschriftenaktion an Angela Merkel auf. Sie soll endlich konkrete Massnahmen einleiten, damit wir bis 2020 10% weniger Strom brauchen. http://www.bund.net/themen_und_projekte/klima_energie/aktiv_fuer_unser_klima/gib_mir_10/

Auch bei Regenwald.org und AVAAZ wird regelmässig zu sinnvollen Unterschriftaktionen aufgerufen. Wenn man einmal angemeldet ist, dann geht das jeweils in weniger als 1 Minute.

Liebe Grüsse
Christina

Freitag, 16. September 2011

Viel los im Herbst


Aktuell

In der nächsten Woche ist so viel los, dass ich diesen Blog ausnahmsweise einmal nur für Ankündigungen von spannenden Aktionen und Veranstaltungen in der nächsten Woche nutzen möchte.

Weltweit
350.org ruft im Rahmen des Moving Planet Day am Samstag den 24.9. zu einem weltweitem Aktionstag für das Klima auf. Ich organisiere etwas in Zürich. Man kann sehr einfach seinen Event auf der Webseite erfassen und es muss auch nichts Grosses sein. Last euch inspirieren oder schaut, ob andere schon etwas in eurer Nähe organisieren.
http://www.moving-planet.org/de/events/ch/z%C3%BCrich/738

Kohlekraft und Repower
Anscheinden gibt es einen Beitrag im Schweizer Fernsehen in der Rundschau nächste Woche am 21.9. um 21 Uhr.

Für Schweizer
Die Stadt eine eine Online Debatte zum Thema Stadtentwicklung gestartet, an der jeder teilnehmen kann. Diese läuft noch bis morgen abend. Schaut doch mal rein und debatiert mit:
https://www.collaborationjam.com/minijam3/jam/index.do?jamId=82426

Vom 21.-25. September ist in Zürich Multimobil. Die Veranstaltungen ziehen jedes Jahr 100’000 an und zeigen Chancen und Probleme der heutigen Mobilität an. Das diesjährige Programm findet ihr unter:
http://www.stadt-zuerich.ch/gud/de/index/umwelt/umweltbildung_events/zuerich_multimobil/programm.html

Habt ihr spontan heute oder morgen Zeit?
In Winterthur zeigt Filme für die Erde ab 19:00 Uhr im Kasinotheater den Film “Into Eternity”.  http://www.filmefuerdieerde.ch/
Das ganze findet im Rahmen der BlueTech statt, wo es um “Wege zur neuen Stadt” geht. Morgen gibt es noch Ausstellungen und öffentliche Fachreferate:
http://blue-tech.ch/Kongressprogramm_2011.pdf

Nächsten Samstag um 15 Uhr organisiere ich in Zürich ein öffentliches Viewing der CO2 Kurve. Ich würde mich natürlich freuen, den ein oder anderen zu sehen. Das ganze findet nur bei trockenem Wetter und wenig Wind statt.
http://www.moving-planet.org/de/events/ch/z%C3%BCrich/738

Am 22.9. ist die DIE Velodemo. Diese findet zwar neu einmal im Monat immer am 22. statt, aber der Termin im September ist jeweils der Wichtigste. Also möglichst zahlreich kommen und eine schöne Velorundfahrt durch Zürich geniessen. Wir werden mit den Kindern dabei sein. http://www.velodemo.ch/

Und noch ein letzter Termin
Im Spheres findet am Dienstag abend um 19 Uhr die Buchvorstellung von “Rohstoff - das gefährlichste Geschäft der Welt” mit Podiumsdisskussion und Apero statt. Das verspricht sehr spannend zu werden und ich versuche auch diesen Termin noch reinzuquetschen. http://www.spheres.cc/

Bis bald und hoffentlich ist etwas für euch dabei.
Ach übrigens, danke für die zahlreichen Rückmeldungen auf den letzten Blog. Ich werde in einem der nächsten Beiträge darüber schreiben.

Liebe Grüse
Christina

Samstag, 16. April 2011

Tritt ein, Tritt nicht ein, Tritt ein ...

Persönlich
Wir fliegen Montag für 3 Wochen zur einer Hochzeit nach Marokko. Ihr habt richtig gehört, ja fliegen. Wir habe uns mit der Entscheidung nicht leichtgetan, aber für das Fliegen gibt es leider noch keinen Ersatz. Natürlich machen wir es uns nicht ganz so leicht, sondern haben als Kompensation ein Solarprojekt in Marokko gestartet und besuchen auch vor Ort einige Projekte zur Solarenergie. Wenn es möglich ist, werde ich in den nächsten 3 Wochen live aus Marokko berichten, natürlich auch mehr über unser Solarprojekt. Schöne Ferien und schöne Ostern schon mal.

Aktuell
In den Supermärkten stehen jetzt wieder frische Erdbeeren, zu unglaublich günstigen Preisen. Klar, es ist ja auch Haupterntezeit in Spanien. In den letzten Jahren hat sich Spanien zum Gemüse- und Fruchtlieferanten der EU entwickelt. Auf den ersten Blick klingt das super. Arbeitsplätze für die Region und Devisen für Spanien. Leider haben die günstigen Früchte und Gemüse aus dem Süden einen Haken. Die Anbauregionen in Spanien kämpfen mit massiven Wasserproblemen. Billigarbeiter aus Nordafrika arbeiten oft illegal und werden wie Sklaven ausgebeutet. Die Erdbeeren werden stark behandelt, mit verschiedenen Pestiziden, die dort den Boden und das restliche Wasser verschmutzen. Kompakte und gute Beschreibung siehe unter:
http://www.3sat.de/page/?source=/nano/astuecke/119894/index.html

Es ist ganz schön schwer, den Kindern zu erklären, warum andere Familien schon jetzt frische Erdbeeren essen dürfen, wir aber bis zur Schweizer Erdbeerzeit warten. Denn leider helfen hier auch Bioprodukte nicht weiter.

Zum Wetter
Dieser Aprilstart war in Österreich und Teilen der Schweiz und Deutschland der Wärmste seit Beginn von Temperaturaufzeichnungen, also seit ca. 100 Jahren.

Risikoeintrittswahrscheinlichkeit
Im letzten Blog habe ich über Risiken gesprochen. Ein wichtiger Punkt in der Diskussion ist aber auch die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken. Was für ein Wort. Wahrscheinlichkeiten sind ja immer sehr heikel, denn selbst wenn diese bei 1 : 10’000 liegt, kann es sein, dass das Ereignis morgen stattfindet. Und wenn gerade gestern ein GAU stattgefunden hat, dann heisst das noch lange nicht, dass morgen keiner ist. So wie es immer gleich wahrscheinlich ist, dass man eine 6 würfelt.

Restrisiko Kernkraft
In seinem Kalkar-Urteil vom 8. August 1978 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass die Bevölkerung mit der Nutzung der Atomenergie ein „Restrisiko“ als sozialadäquate Last zu tragen habe. Das Gericht sprach von „hypothetischen Risiken, die nach dem Stand der Wissenschaft unbekannt, aber nicht auszuschließen“ seien.

Die staatliche Gesellschaft für Reaktorsicherheit hatte es allerdings 1988 kalkuliert. Bei 17 Reaktoren rechnete sie alle 1941 Jahre mit einem Super-GAU. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass es eher alle 25 zu einem Super-GAU kommt. Ein gefährlicher Stoff, der dabei austreten kann, ist zum Beispiel Plutonium, dessen Halbwertszeit bei 24’000 Jahren liegt, d.h. erst nach dieser Zeit ist die Hälfte zerfallen.

Bericht unter: www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,qa66xglhpdhcuw7f~cm.asp

Beim Klimawandel dagegen ist es ganz einfach
Die Eintrittswahrscheinlichkeit, dass es wärmer wird ist 100% ! Es ist bereits wärmer geworden - fast 1 Grad. Und selbst wenn wir jetzt handeln, wird es weiter wärmer. Selbst die 2 Grad Grenze ist extrem schwierig zu halten, wenn wir nicht schnell handeln.

Welche Klimakatastrophen wie und wann eintreffen, kann zwar niemand genau sagen. Das sie aber kommen und zwar häufiger und heftiger als bisher, das ist sicher. Im schlimmsten Fall kann es laut renommierten Wissenschaftlern sogar zu einem unumkehrbaren Prozess kommen, der die Erde dauerhaft unbewohnbar macht. Das passiert natürlich nicht übermorgen. Aber der Gedanke, dass der Mensch es schaffen könnte, unserer wunderbare Erde mit all den faszinierenden Lebewesen dauerhaft zu zerstören, ist fast nicht auszuhalten.

Lichtblick
Am letzten Samstag hat das erste Filmfestival von “Filme für die Erde” stattgefunden. In 6 Städten haben trotz schönstem Wetter rund 1000 Leuten Filme gesehen, die die Peak Oil Problematik  und die Umweltzerstörung bei der Förderung von Ölsanden in Kanada gezeigt haben. Obwohl die Filme keine leichte Kost waren, war die Reaktion des Publikums positiv.

Aktiv in der Schweiz
Reserviert euch schon mal Sonntag den 22.5.2011. Dort findet der jährliche Grossanlass gegen Atomkraft statt - eine Wanderung im Kanton Aargau. Das Programm ist kindertauglich. Oliver, ich und die Kinder werden natürlich dabei sein und mit unseren Plakaten auf einen nötigen Ausstieg sowohl der Kernkraft, als auch der Kohlekraft aufmerksam machen.  
www.menschenstrom.ch

Wipkingen lokal
Bis zum 30. April läuft noch eine Unterschriftenaktion gegen eine Verschmälerung der Trottoirs auf der Nordbrücke. Bitte druckt euch doch die Liste aus und sammelt ein paar Unterschriften.
http://www.gruenezuerich.ch/uploads/media/petition_nordbruecke_01.pdf

Liebe Grüsse
Christina

Montag, 27. Dezember 2010

Gute Aussichten für 2011

Aktuell
Vor Weihnachten hat mich doch noch der Stress eingeholt und ich habe es nicht mehr geschafft meine wöchentliche Mail zu schreiben. Aber nun kehrt langsam Ruhe ein. Obwohl der Blog erst seit 4 Monaten läuft, gehört er schon fest zu meinem Leben dazu. Wenn ich mit Menschen über meine Aktivitäten spreche, dann bekomme ich oft positive Rückmeldungen. Gleichzeitig erstaunt es Viele, wie ich Zeit dafür finde. Einige wären gerne auch aktiv, aber es fehlt ihnen die Zeit oder die Energie am Ende des Tages. Andere bezweifeln, dass man als Einzelner etwas bewirken kann oder finden selbst die Schweiz oder Deutschland zu unwichtig im Vergleich zum Rest der Welt.

Angesichts der neuen globalen Temperaturrekorde (trotz schneereichem Winter !), Klima-Katastrophen, dem ungebremsten Anstieg an Treibhausgasen und der weiter stark steigenden Weltbevölkerung erscheinen die Probleme wirklich unbezwingbar.

Trotzdem bin ich dieses Jahr wesentlich zuversichtlicher als in anderen Jahren, in denen ich noch nicht aktiv war. Denn nun weiss ich, dass es unzählige Menschen gibt, die sich unermüdlich für eine “bessere” Welt einsetzen. Ich habe im letzten Jahr viele interessante, nette und engagierte Menschen kennengelernt, mit einigen bin ich nun bereits befreundet. Ich weiss, dass die Welt heute sehr anders aussehen würde, wenn sich nicht jeden Tag unzählige Menschen für eine “bessere” Welt einsetzen würden.

Was genau die “bessere” Welt ist, dazu gibt es natürlich verschiedene Ansichten. Schön, dass es die unterschiedlichsten Organisationen gibt, bei denen man sich engagieren kann. Klar, Geld zu spenden ist einfacher und auch wichtig, aber viel befriedigender ist es selber aktiv beizutragen. Denn :
- Man lernt interessante, aktive Menschen kennen und kann mit ihnen gemeinsam arbeiten und feiern.
- Man lernt Neues dazu, über sich selbst, andere und das Thema.
- Es ist sehr befriedigend zu der eigenen Vorstellung der “besseren” Welt beizutragen.
- Gemeinsam kann man Schritt für Schritt auf das Ziel hin arbeiten und jeder Teilerfolg gibt ein gutes Gefühl.

Jeder, der eigentlich findet, dass die Welt besser werden sollte, kann doch als Neujahrsvorsatz mit einer lokalen Organisation Kontakt aufnehmen und sehen, was die so machen. Wer eigentlich findet, dass die Welt besser werden sollte, aber nun wirklich keine Zeit hat, der sollte den täglich Trott mit kritischen Auge betrachten und schauen, was man weglassen könnte.

Auch mit kleinem Zeitbudget kann man schon viel beitragen, wie ich nun erlebt habe. Es braucht auch Leute, die Adresslisten updaten, im Internet recherchieren, einmal Flyer verteilen usw.. In Deutschland hat man ganz einfach die Möglichkeit z.B. den Stromanbieter zu wechseln und damit ein Zeichen zu setzen für erneuerbare Energie gegen Atom- und Kohlestrom.

Aber noch viel wichtiger ist, dass man nicht wegschaut und verdrängt. Der erste Schritt ist, dass wir überhaupt akzeptieren, dass nicht alles so optimal läuft und wir für eine “bessere” Welt aktiv sein müssen. Dazu gehört, dass wir uns informieren. An den folgenden positiven Beispielen seht ihr auf jeden Fall, dass Einzelne wirklich etwas bewirken können.

Kai Pulver : Filme für die Erde (Schweiz)
Kai hat den Verein im 2007 gegründet und seither unzählige Male mit Hilfe von Dokumentarfilmen an Filmabenden oder anderen Anlässen das Bewusstsein für globalen Zusammenhänge und Probleme geschärft und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt. Die gezeigten Filme werden als Gratis DVD abgegeben, mit der Auflage, dass sie weitergegeben werden. Auch mit der Vergabe von Gratisfilmen an Schulen wurden schon viele Menschen erreicht. Ich habe am eigenen Leib erlebt, dass Filme sehr gut geeignet sind, zu sensibilisieren und zu mobilisieren. Kai arbeitet mittlerweile fast Vollzeit für Filme für die Erde. Das hängt sicher auch mit seiner Begeisterung für das Thema Film und Umwelt zusammen. Alle Informationen zu den Filmen und mehr auf www.filmefuerdieErde.ch.

Tanya Schmidt ( Schweiz)
Tanya wollte es nicht hinnehmen, dass das lokale Energieunternehmen Repower neue Kohlekraftwerke im Ausland bauen will. Kohle ist der klimaschädlichste aller Energieträger. Sie gründete daher im September 2010 den Verein “Zukunft statt Kohle”, der schon über 100 Mitglieder zählt. Mit grossem zeitlichen und finanziellem Aufwand hat sie unter anderem eine Podiumsdiskussion organisiert an der fast 300 Leute teilgenommen haben.

Annie Leonard - The Story of Stuff (USA)

Seit Annie im Jahr 2007 den Film “The Story of Stuff” produziert hat, wurde er über 12 Mio mal online geschaut und in tausenden von Schulen, Firmen usw. gezeigt. In den letzten Jahren kamen dann weitere Kurzfilme und auch ein Buch dazu. Seit kurzem ist der 1. Film und das Buch auch auf deutsch erhältlich. Leider sind die deutsche und englische Webseite nur schlecht verlinkt. Deshalb hier beide Links: www.thestoryofstuff.de / com
Eines meiner Projekte für das nächste Jahr ist die deutsche Vertonung von weiteren Filmen von “The Story of Stuff”. Schaut doch mal rein, ich finde es lohnt sich.

Frohes und Aktives 2011

Ich könnte die Liste beliebig verlängern, aber ich wollte mich auf Personen beschränken, mit denen ich bereits zu tun hatte und die mich motivieren und inspirieren. Ich wünsche euch für das nächste Jahr viel Kraft und Mut, und hoffe natürlich, dass ich mit meinen Mails dazu beitragen kann.


liebe Grüsse
Christina