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Donnerstag, 8. Dezember 2011

Medienmitteilung 3.12.2011 Keine Kohle für Kohle


Schweizer Banken stecken Milliarden in klimaschädliche Kohlekraftwerke

Greenpeace Aktion am Occupy Paradeplatz Samstag gegen Investitionen in Kohlekraftwerke durch Banken
Greenpeace protestierte am 3.12 im Rahmen der bereits traditionellen Samstagsveranstaltungen von Occupy Paradeplatz gegen die Finanzierung klimaschädlicher Kohletechnologie durch die Schweizer Grossbanken. CS und UBS gehören, gemäss einer kürzlich erschienen Studie, zum Start der Klimakonferenz in Durban, zu den Top 10 der Banken, die Kohlekraftwerke und den Kohlebergbau finanzieren. Die AktivistInnen luden dazu ein, Geld in eine mit Holzkohle befeuerte Attrappe eines Kohlekraftwerks zu stecken. Sie wollen zeigen wie viel Geld mit Kohleinvestitionen gemacht wird. Ihre Forderung ist, auf die Nutzung der klimaschädlichen fossilen Kohle zu verzichten.

Die Greenpeace Gruppen Zürich und „Stopp Kohle“, sowie Occupy Paradeplatz riefen gemeinsam dazu auf, am Samstag 3.12 unter dem Motto “Auch deine Kohle produziert CO2!” einen Tag lang die Themen Banken und Klima zu verknüpfen. Nach der traditionellen Vollversammlung um 13.30 Uhr wurden zu verschiedenen klimarelevanten Themen zusammen mit Fachleuten diskutiert und Forderungen erarbeitet. Um 15 Uhr dann standen die AktivistInnen von Greenpeace und Occupy als vermeintliche Banker und Bankerinnen Schlange um Geld in eine rauchende Attrappe eines Kohlekraftwerks zu stecken. Dies zeigt, dass Banken gross im Geschäft sind, wenn es um klimaschädliche Kohlekraftwerke geht. Gemäss einer am vergangenen Mittwoch präsentierten Studie sind die Credit Suisse und die UBS unter den Top 10 der Banken, die Kohlekraftwerke und Kohlebergbau finanzieren. Eine der Greenpeace AktivistInnen, Julia Ritschard, meint dazu: „Es ist schockierend zu sehen, dass die kleine Schweiz es mit gleich 2 Banken in die Top 10 derer schafft, die Kohlekraftwerke und den Kohlebergbau finanzieren und damit massgeblich zu Umweltverschmutzung und CO2 Ausstoss beitragen. Ich fordere, dass diese Investitionen sofort gestoppt werden!“

Die Aktivisten fordern dann auch konkret von den beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse, auf die Finanzierung von Kohlekraftwerken zu verzichten, denn Kohle sei der klimaschädlichste Energieträger. Ausserdem erwarten sie, dass Schweizer Banken der Repower AG weder Kredite noch Dienstleistungen anbieten. Seit längerem ist bekannt, dass das Bündner Energieunternehmen, die ehemalige Rätia Energie, bei der Projektierung von zwei Kohlekraftwerken in Kalabrien und Schleswig-Holstein bestimmend ist. Die beiden «Klimakiller» würden rund 40% der CO2-Emissionen der Schweiz produzieren. Genau solche Investition hoffen die AktivistInnen stoppen zu können.

Zum Start der Klimakonferenz im südafrikanischen Durban rufen Organisationen weltweit zu Klimaaktionen auf. So wird am Occupy Paradeplatz Samstag nicht nur über Kohle geredet, sondern auch andere Verknüpfungen von Banken und Umweltzerstörung werden thematisiert. Fachpersonen boten Workshops zu Themen wie: “Finanzierung von Kohlekraftwerken im Ausland durch Schweizer Banken”, “Urwaldzerstörung durch Schweizer Banken”, “Lebensmittelspekulation - Klima – Nutzierhaltung”, “Bau mit uns die neue Zukunft!”, “Für Immobilien ohne CO2-Ausstoss!” und “Bioethanol” an. Die Banken tragen mit ihren Investitionen und Finanzierungen auch in andere Bereichen, wie Immobilien, Lebensmittel, Rohstoffen und vielem mehr massgeblich zum Klimawandel bei.

Kontakt: Julia Ritschard 079 575 91 29 Greenpeace Freiwilligengruppe Stopp Kohle&Co und Regionalgruppe Zürich

Weitere Informationen:
Studie Bankrolling Climate Change http://www.banktrack.org/download/bankrolling_climate_change/climatekillerbanks_final_0.pdf
http://www.zukunftstattkohle.ch (Bürgerinitiative in Graubünden gegen die Kohleprojekte der Repower)
http://www.banktrack.org (internationale Umweltorganisation und Netzwerk zur Überwachung kommerzieller Banken)

Montag, 10. Oktober 2011

Occupy Paradeplatz: Rettet Menschen nicht Banken


Aktuell - Occupy Wallstreet goes Paradeplatz

Im Moment passiert so viel gleichzeitig, dass ich meine Pläne für den Blog immer wieder über den Haufen werfen muss. Deshalb schreibe ich jetzt gleich im Anschluss an eine Versammlung von Occupy Paradeplatz (besetzt den Paradeplatz = bekannter Platz in Zürich mit allen Banken), bevor wieder etwas dazwischen kommt.

Kurzfristig zusammengetrommelt haben sich nämlich heute abend ca. 200 Personen im Volkshaus Zürich getroffen um zu besprechen, wie eine Grassroot-Bewegung in der Schweiz aussehen könnte und was die Botschaft sein soll. Erstaunlicherweise hatte nämlich die NZZ am Sonntag das Thema der Proteste aufgenommen und auch über Occupy Paradeplatz berichtet.. Daraufhin nahmen auch andere Medien das Thema auf und es wurde im Radio berichtet. Die mediale Aufmerksamkeit zeigte Wirkung und die Organisatoren mussten kurzfristig einen grösseren Raum mieten, um den Ansturm bewältigen zu können.

Neugierig auf diese neue Bewegung bin ich auch zum Treffen gegangen und habe eine bunte Mischung an erstaunlich normalen Leuten vorgefunden, also keine Radikalen oder Ausgeflippten oder -gestiegenen. Das Treffen lief absolut friedlich und diszipliniert ab. Es wurde viel diskutiert. Zum Teil kam man zum Konsens, zum Teil wurde abgestimmt und zum Teil wurde anerkannt, dass man jetzt zu keiner Lösung kommt und später weiter diskutieren muss. Es war aber auch akzeptiert, dass es nicht immer einen Konsens gibt und dass auch verschiedene Wege und Meinungen zum Ziel führen.

Treffpunkt ist Samstag 15.10. ab 10 Uhr
Vollversammlung um 13 Uhr am Paradeplatz in Zürich
Es haben sich bereits 1000 Menschen via Facebook angemeldet. Morgen soll auch schon eine Webpage aufgeschaltet werden und Twitter und Facebook sind schon eingerichtet.
http://www.facebook.com/event.php?eid=267123696654374&ref=ts
https://twitter.com/#!/search/realtime/occupyparadepl

Grundlagen von Occupy Paradeplatz
Es soll eine friedliche Bewegung sein.
Verschiedene Meinungen sollen möglich sein, es soll eine bunte Mischung sein, wir wollen vermeiden, dass es eine dominierende Organisation gibt.
Das weitere Vorgehen soll mit den Teilnehmenden am Samstag erarbeitet werden.
Ziel ist eine längerfristige Bewegung.
Ein Teil der Leute will auch übernachten, Bürkliplatz oder Lindenhof sind in Diskussion.
Motto: “Rettet Menschen nicht Banken”

Lichtblick - Nicht nur in New York und Zürich
Occupy Wallstreet breitet sich weltweit aus und der 15.10 soll ein gemeinsamer Aktionstag sein. Bereits bilden sich in vielen grossen Städten ähnliche Bewegungen, als ob die Leute nur darauf gewartet hätten, dass sich endlich Menschen aktiv werden. Auf der folgenden Seite kann man Aktionen in seiner Stadt finden, oder selber eine Aktion ausschreiben:
http://www.occupytogether.org.

Hier gibt es Infos über die Originalbewegung in den USA: http://occupywallst.org/
Spannend und berührend sind zum Beispiel die unzähligen Berichte der 99 % der Menschen, die gleich viel besitzen, wie die restlichen 1%.

Nicht vergessen: Am Mittwoch nachmittag um 14 Uhr startet die Demo in Zug gegen Schweizer Rohstoffhändler und Bergbaufirmen. Auch hier geht es um viel Kohle, im doppelten Sinn des Wortes.

Liebe Grüsse
Christina