Leserbrief zu “In den Boden statt in die Luft”, NZZaS 10.7.2011
Die Risiken und versteckten Kosten von CCS sind klar. Die Technologie
ist noch nicht erprobt, die Einlagerung müsste für tausende Jahre
dauerhaft gewährleistet sein, CO2 kann nicht vollständig abgeschieden
werden, Ausgasungen sind möglich und gefährlich, es gibt breite
Akzeptanzprobleme in der Bevölkerung und die notwendigen Subventionen
gelten als extrem hoch. Wie bei der atomaren Endlagerung bleiben die
Kosten mal wieder beim Steuerzahler hängen. Es warnen nicht nur
Umweltverbände, sondern z.B. auch der “Sachverständigenrat für
Umweltfragen”, ein Konsortium aus Universitätsprofessoren, die die
deutsche Bundesregierung beraten. Die völlig einseitige Darstellung
von Herrn Sauer ist offensichtlich irreführend und entspricht nicht
dem ausgewogenen journalistischem Niveau das wir von der NZZ am
Sonntag erwarte. Der Artikel liest sich wie eine Werbebroschüre eines
grossen traditionellen Energieunternehmens.
Oliver und Christina Marchand
Gedanken .. Kommentare .. Infos ... Bücher .. Filme über Klimawandel und Nachhaltigkeit
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Mittwoch, 13. Juli 2011
Dienstag, 12. Juli 2011
Kohle und Kompensation
Aktuell
In Deutschland will man die CCS Technologie, also die Speicherung (eigentlich Endlagerung) von CO2 aus Kohleverbrennung im Boden voranbringen. Ein neues Gesetz erlaubt die Erprobung der umstrittenen Methode. Immerhin konnten die Länder eine Ausstiegsklausel durchbringen, so dass auf Länderebene diese Technologie verboten werden kann (z.B. in Schleswig-Holstein und Niedersachsen geplant). In der Bevölkerung regen sich zu Recht grosse Widerstände gegen die umstrittene Technologie. Das bringt nun Brandenburg in eine schlechte Rolle, wenn es als einziges Land die Technologie gegen den Wunsch der Bevölkerung durchsetzt, nur um weiter im grossen Massstab Braunkohle verbrennen zu können. Die EU fördert die Erprobung der neuen Technologie mit einer Milliarde und auch der Energiekonzern Vattenfall will gross investieren. Auf dieses Geld ist die brandenburgische Regierung scharf. Wenn das CO2 der Vattenfall Braunkohlekraftwerke nicht verpresst und endgelagert werden kann, könnte das das Ende für die Zukunft der Braunkohle bedeuten. Zumindest, wenn die Landesregierung die Vorgaben der Klimapolitik einhalten will.http://www.tagesspiegel.de/politik/gesetz-bringt-brandenburgische-regierung-in-die-zwickmuehle/4370448.html
http://www.tagesspiegel.de/politik/oettinger-dringt-auf-erprobung-der-ccs-technologie-in-deutschland/4373782.html
Petition gegen CCS unterschreiben: http://www.klimaretter.info/aktion-des-monats/8898-qdem-spuk-ein-ende-machen
Nachhaltig leben
Auf der neuen Schweizer Webseite nachhaltigleben.ch wird wird informativ und aktuell berichtet, wie man sein Leben nachhaltiger gestalten kann. Dabei schafft es die Seite recht gut nicht zu sehr in die Falle des grünen Konsums zu tappen und neben Hintergrundberichten auch viele Tipps zu geben, wie man ohne Einkauf glücklich sein kann.
Wer eine eigene Webseite hat, kann hier neu seinen eigenen Webauftritt gratis CO2 kompensieren. Möglich wird das durch eine Zusammenarbeit mit der Firma South Pole Carbon, die CO2 Kompensationsprojekte durchführt. Und so funktionierts: http://www.nachhaltigleben.ch/energie-klima/co2-kompensation-ihrer-webseite-wir-uebernehmen-die-kosten
Kompensieren oder Einsparen
Aber denkt daran: Einfach kompensieren und weitermachen wie bisher ist keine Lösung. Denn für den gigantischen CO2 Ausstoss der westlichen Welt gibt es keine Kompensation. Wir kommen nicht drumherum selber zu sparen und weniger Treibhausgase zu erzeugen.
“Wie aber soll ich beim Betreiben meiner Webseite CO2 sparen, da habe ich ja gar keinen Einfluss” denkt ihr sicher. Man hat aber immer einen Einfluss. Man kann z.B. den Provider anfragen, welchen Strommix er benutzt. Man kann drängen, dass der Strom aus Erneuerbaren kommt und dass die effizientesten Kühlungsmethoden für die Server angewendet werden. Man kann Emails schreiben, Anrufen und Beiträge im Forum hinterlassen. Als Übergangslösung kann man natürlich auch noch zusätzlich CO2 kompensieren.
Bei anderen Dingen haben wir es selber in der Hand. Wie oft wir fliegen, Auto fahren, Fleisch essen, protestieren oder konsumieren liegt allein bei uns.
Aktiv sein in der Schweiz
Reserviert euch schon mal den 27.August 14-16 Uhr für eine Kundgebung in Chur gegen Investitionen in Kohlekraftwerke. Hier kann man endlich mal so richtig effektiv aktiv sein. Wenn wir erfolgreich sind, dann können wir gemeinsam die Erzeugung von fast 40% des CO2 Ausstosses der Schweiz verhindern. Es lohnt sich also zu kommen und es weiterzusagen.
Infos unter: http://www.zukunftstattkohle.ch/
Lichtblick
Die Trianel Kohlekraftwerk Krefeld Projektgesellschaft hat die Woche entschieden, die Planungen für das Steinkohlekraftwerk in Krefeld offiziell zu beenden. Stattdessen soll nun ein “klimafreundlicheres” Gaskraftwerk gebaut werden.
http://www.klimaretter.info/protest/hintergrund/8966-aus-fuer-geplantes-kohlekraftwerk-krefeld
Privater Lichtblick
Wir bemühen uns auch privat immer weniger zu konsumieren. Die Kinder müssen zum Teil gegen ihren Willen mitmachen. Es war z.B. geplant, dass Celine Viviens Schultasche weiter benutzt und keine Neue bekommt. Nun haben wir heute entdeckt, dass man auf Ricardo (Ebay für die Schweiz) wunderbar gebrauchte Schultaschen kaufen kann. Vivien hat genau die gewünschte Tasche gefunden und Celine durfte sich zu ihrer Freude auch noch eine “Neue” aussuchen. Und Viviens Tasche wird hoffentlich auf diesem Weg auch neue Besitzer finden. Neben viel Geld haben wir auch CO2 gespart. Olli holt die Schultasche klimaschonend mit dem Rennrad ab und hat gleich noch etwas für seine Fitness getan.
Liebe Grüsse
Christina
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