Freitag, 19. November 2010

Tipping Point und Albedo sind wichtiges Fachlatein

Aktuelles
Morgen ist in Schiers eine Pdiumsdiskussion mit Repower  wegen geplanten Investitionen in Kohlestromanlagen. Ich werde morgen dort vor Ort sein, um mit vielen Anderen gegen dieses Vorhaben zu argumentieren. Die folgenden Ausführungen zeigen euch warum es so wichtig ist, sich jetzt zu engagieren.

Rückkopplung
Wenn die bisher von mir beschriebenen Prozesse der Erwärmung durch die Treibhausgase, die Strahlung absorbieren und als langwellige Wärmestrahlung wieder abgeben, die einzigen wären, dann wäre die globale Erwärmung leicht zu berechnen und auch die Modellvorhersagen wären nicht so umstritten. Leider wirkt diese erste Erwärmung durch  die Treibhausgase auf andere natürliche Prozesse und es kommt zu Rückkopplungseffekten, die nicht mehr so leicht einzuschätzen und berechnen sind. Im folgenden stelle ich die wichtigtsten dieser Effekte vor.

Albedo = Rückstrahlvermögen der Oberfläche
Solange die Pole und Gletscher mit dauerhaftem Eis bedeckt sind, wird ein grosser Teil des Sonnenlichtes (bei Schnee bis zu 90%, bei Eis ca. 50%) ins All zurückgestrahlt und trägt nicht zur Erwärmung der Oberfläche bei. Wasser dagegen strahlt nur 6% zurück und nimmt 94% auf, d.h. es erwärmt sich. Boden absorbiert, je nach Bepflanzung ca. 80-90%, er wird auch warm. Das heisst, dass abschmelzende Pole und Gletscher die Klimaerwärmung verstärken. Das ist auch mit ein Grund, warum das Abschmelzen an den Polen so viel schneller passiert, als ursprünglich aufgrund von einfachen Modellrechnungen erwartet wurde. Sobald nämlich auf der Oberfläche Wasserpfützen auftreten oder der Schnee zu Eiskristallen zusammenschmilzt, wird das Sonnenlicht besser absorbiert und die Erwärmung beschleunigt, was dann zu noch mehr Wasserpfützen führt usw. Wenn auf einer grossen Fläche wie der Arktis anstatt 10-50% nun 94% des Sonnenlichts absorbiert werden, dann beschleunigt das auch die Erwärmung des globalen Klimas und vor allem der Weltmeere. Forscher befürchten, dass nach dem völligen Abschmelzen der Arktis der Albedo Effekt alleine ausreicht um die Erde weiter zu erwärmen.

Wasserdampf, Wolken und Ozeane
Wie ich schon erklärt habe, ist Wasser selbst ein starkes Treibhausgas. Wenn es wärmer wird, dann kann die Luft mehr Feuchtigkeit enthalten und es wird auch mehr aus Flüssen, Ozeanen und Seen verdunsten. Nun gibt es zwei Effekte:
1. Es bilden sich Wolken. Teilweise haben die Wolken eine helle Oberseite und reflektieren die Sonnenstrahlung => Abkühlung. Leider gibt es aber auch Wolken, die zur Erwärmung beitragen, da sie die Wärmestrahlung besser auf der Erde halten. Und der Wasserdampf in der Luft wirkt als Treibhausgas und wärmt die Erde weiter auf.
2. Die Ozeane absorbieren einen grossen Teil des globalen CO2 und auch der Erwärmung. D.h. die Ozeane werden saurer und wärmer, dämpfen damit also die auf der Erde messbare Erwärmung etwas ab. Je wärmer die Ozeane werden, desto weniger CO2 können sie speichern. D.h. irgendwann wird die CO2 Aufnahme langsamer und mehr von unserem erzeugten CO2 verbleibt in der Atmosphäre, wo es zur Erwärmung beiträgt.


Methan
Methan ist ein 22 mal so wirksames Treibhausgas wie CO2. Leider wird es nicht nur durch Menschen und Tiere erzeugt, sondern liegt auch in gigantischen Mengen gefroren auf dem Meeresgrund und in Permafrostböden, d.h. Böden, die ständig gefroren bleiben. Keiner weiss, ab welcher globalen Temperatur diese Methanverbindungen auftauen und in der Atmosphäre die globale Erwärmung weiter steigern.

Regen- und andere Wälder
Die Regenwälder wirken im Moment noch wie ein gigantischer CO2 Speicher. Durch die Klimaerwärmung ändern sich aber auch Wetterbedingungen. So wird von Forschern befürchtet, dass die Zonen, in denen Regenwälder wachsen, trockener werden. Dadurch kann es neben der ohnehin zunehmenden Abholzung und Brandrodung auch zu mehr natürlichen Waldbränden kommen und sehr viel CO2 wird in die Atmosphäre gelangen. Dieses trägt dann zu einer weiteren Erwärmung bei.

Tipping Point, Kippschalter, Kippelemente
Wie die obigen Punkte zeigen, ist unser Klimasystem nicht linear und einfach zu berechnen, sondern enthält viele Prozesse, die sich gegenseitig beeinflussen. Leider verursachen die meisten dieser bekannten Rückkopplungen eine weitere Erwärmung. Ich muss zugeben, dass mir diese Punkte am meisten Angst machen, denn niemand kann mit Bestimmtheit sagen, ab wann wir als Menschheit nichts mehr gegen die Erwärmung tun können, sondern hilflos den obigen Mechanismen ausgeliefert sind. Deshalb ist es auch so wichtig einzuschreiten und aktiv zu werden, bevor es so weit kommt.  Das 2 Grad Ziel wurde deshalb auch bei der letztjährigen Klima-Konferenz von den meisten Staaten als Ziel anerkannt, nur beim Weg dorthin fehlte die Einigkeit.

Ausblick
Es gibt einen kurzen Film (10 min, deutsch), in dem diese Zusammenhänge gut und sehr düster dargestellt sind: http://www.cinerebelde.org/wake-up-freak-out-then-get-a-grip-p-83.html?language=de.
Und wie gehts weiter? Wird es immer wärmer oder haben wir die Chance, dass die Erde sich dann auch mal wieder abkühlt? Mehr dazu im nächsten Mail.

Viele Grüsse und bis bald
Christina

Freitag, 12. November 2010

Petitionen, Abgeordnete und Produkteauswahl

Aktuelles
Schon über 300 Freunde erhalten nun wöchentlich meinen Brief, das finde ich super. Ich hoffe, dass ich euch Themen und Informationen näher bringe, die ihr sonst nicht so in der aktuellen Presse findet. Ich freue mich auch immer über Feedback. In der Schweiz gibt es zwei wichtige Termine, an denen man etwas für das Klima tun kann.

Repower und die Kohlekraftwerke
Am 20.11. findet in Schiers eine Podiumsdiskussion mit dem Energiekonzern REPOWER statt. Dieser will in Deutschland und Italien zwei riesige Kohlekraftwerke bauen. Für das Klima wäre das ein Desaster. Und für die betroffenen Regionen auch, stossen doch Kohlekraftwerke neben CO2 riesige Mengen weiterer Schadstoffe aus. Die Diskussion wird sicher spannend. Denn auf dem Podium sind der Klimaforscher Prof. Reto Knutti von der ETH Zürich, Dr. Frank Vöhringer ein Dozent an der ETH Lausanne, Susan Boos, Redaktorin der WOZ, sowie Repower CEO Kurt Bobst und der Stv. CEO und Chef Anlagen, Felix Vontobel.

Mit unserer Anwesenheit können wir zeigen, dass die ganze Schweiz dieses Projekt beobachtet und ein starkes Signal an REPOWER senden . Ich werde auf jeden Fall da sein und hoffe auf das ein oder andere bekannte Gesicht. (Anfahrt mit dem Zug: 12:37 ab Zürich) https://assets.wwf.ch/downloads/plakat_kohle.pdf

Für Zürcher:  Abstimmung zum Rosengartentram und zur Parkplatzverordnung
Beide zielen darauf ab, dass neben dem Auto auch ÖV und Velos wichtiger Teil des städtischen Verkehrs sind. Da der private in der Schweiz oft Freizeitverkehr einen grossen Teil zum CO2 Ausstoss beiträgt, ist das meiner Meinung nach zu begrüssen. Ich habe 2 x Ja beim Rosengartentram und Ja zur Parkplatzverordnung gestimmt.

Direkte Demokratie in Deutschland
So heute komme ich endlich dazu etwas zum Thema direkte Demokratie in Deutschland zu schreiben. Seit kurzen bekomme ich auch in der Schweiz die Abstimmungsunterlagen und ich staune, wie intensiv und detailliert sich das Schweizer Volk regelmässig mit Politik auseinander setzen kann. Da werden genaue Budgetpläne für jede neue Strasse usw. angegeben und alles muss verständlich erklärt werden. Aber auch in Deutschland gibt es, neben wählen gehen und sich wählen lassen, weitere Möglichkeiten sich an der Politik zu beteiligen.

Petitionen einreichen
Es gibt die Möglichkeit beim deutschen Bundestag Petitionen einzureichen. Mit einer Einzelpetition kann man individuelle Bitten oder Beschwerden vortragen. Interessanter ist allerdings die Möglichkeit einer öffentlichen Petition, wo Bitten oder Beschwerden, die von allgemeinem Interesse sind, eingereicht werden können. Sie werden nach ihrer Zulassung im Internet veröffentlicht und können dort unterzeichnet und diskutiert werden. Wenn eine öffentliche Petition innerhalb von drei Wochen nach Veröffentlichung von mind. 50.000 Menschen unterzeichnet wird, dann muss sie öffentlich im Petitionsausschuss beraten werden.  Praktisch ist, dass das alles online möglich ist.

Die offizielle Webseite der Petitionen findet ihr hier:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=faq#faq_6
Es lohnt sich auf jeden Fall, sich beim Bundestag zu registrieren, auch wenn man selber keine Petition einreichen möchte. Denn es gibt natürlich auch schon viele andere Petitionen, die der Unterstützung wert sind. 

Im folgenden Link wird die Petition von Greenpeace beschrieben, die fordert, dass der Klimaschutz ins Grundgesetz muss. Sie hat sehr schnell über 300‘000 Unterschriften erreicht und diese wurden im Oktober mit 10 Transportfahrrädern dem Petitionsausschuss übergeben. Der folgende Bericht ist wirklich lesenswert:

http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2010/31984867_kw43_goering_eckardt_greenpeace/index.html

Mit Abgeordneten Kontakt aufnehmen
Folgende Greenpeace Seite hilft euch herauszufinden wer euer Abgeordneter ist und zeigt direkt die Email und Webseite der Abgeordneten. Die Seite zieht zwar auf den Atomausstieg, aber natürlich kann man den Abgeordneten auch zum Kohleausstieg oder anderen Anliegen schreiben.
https://greenpeace-energy.de/restlaufzeit/

Selber aussteigen
Die effektivste Methode ist SELBER auszusteigen. Glücklicherweise ist z.B. der Strommarkt in Deutschland liberalisiert und man kann daher auf einen völlig Atom- oder Kohlestromfreien Anbieter umsteigen.  Man kann Produkte liegen lassen, die von korrupten umweltschädigenden Konzernen hergestellt werden. Es zwingt einen auch niemand Kleidung, Spielzeug und Weihnachtsgeschenke aus Ländern zu kaufen, die unser Klima  und auch ihre eigene Natur und Menschen zerstören und alle politisch Andersdenkenden einsperren. Es wird zwar immer schwieriger, aber es gibt die meisten Sachen doch noch Made in Germany, Made in Switzerland oder zumindest Made in Europe. Fragt nach! Denn wir wollen doch auch weiterhin hier arbeiten. Und hier haben wir auch die Kontrolle, ob die Firmen sich an ethische und ökologische Vorschriften halten.

Ausblick
Beim nächsten Mal möchte ich wieder auf das Klima zurückkommen. Es gibt noch viele weitere Zusammenhänge und Rückkopplungsmechanismen, die spannend  und wichtig sind.


    liebe Grüsse
            Christina

Freitag, 5. November 2010

Was haben Schuhe, Brot und Autofahren gemeinsam?

Aktuell
Ich bin diese Woche auf 2 Links gestossen:
www.mundraub.org zeigt auf einer Karte an wo Obstbäume, Beeren usw. ohne Besitzer herumstehen, so dass man dort in der
entsprechenden Jahreszeit auf die Suche nach Essbarem gehen kann. Die Seite hat ausserdem interessante Informationen rund um dieses Thema.

www.aspo-germany.org ist die  Webseite der ASPO (Association for the Study of peak Oil), die viele Informationen zum Thema Ressourcen hat.
Oliver und ich waren waren vor kurzem bei 2 Peak Oil Konferenzen. Der Vortrag eines Basler Professors hat uns so beeindruckt, dass ich diese Email daher zu diesem Thema mache. Ich habe allerdings nicht viele weitere Recherchen gemacht. Aber an der letzten Konferenz waren auch Politiker und der Chef von Shell Schweiz und keiner hat der Theorie wiedersprochen. Die einzige Unklarkeit ist der genaue Zeitpunkt.

Geht das Öl aus ?
Dass das Öl irgendwann zuende geht, darüber sind sich alle einig. Das gibt sogar die Erdölindustrie zu. Nur der Zeitpunkt steht zur Diskussion. Wenn man die Spanne von 30 - 100 Jahren hört, dann denkt man als Laie: " Da haben wir ja noch genug Zeit uns etwas anderes zu überlegen." Die verbreitete Meinung ist, dass der Preis dann langsam steigt und so mit der Zeit Ölersatzstoffe gefunden werden und wir sparsamer mit Öl umgehen. Leider ist das eine sehr theoretische Überlegung, die laut ASPO mit der Praxis herzlich wenig zu tun hat.

Nicht die Gesamtmenge Öl zählt, sondern wann die Nachfrage die Fördermenge übersteigt.
Leider kommt es gar nicht so sehr darauf an, wie lange das Öl insgesamt reicht, sondern eher, ab wann weniger Öl da ist als gebraucht wird. Man kann Öl nicht so fördern, wie Wasser aus einer Flasche ausgiessen, also immer die gleiche Menge, bis die Flasche leer ist. Wenn ein Ölfeld leerer wird,dann wird es schwieriger das Öl zu fördern. Es braucht mehr Aufwand und Energie. Das Öl kommt immer langsamer raus, da der Druck im Öllager sinkt und das Öl in den Poren im Erdboden liegt. Die Ölförderung verläuft also immer in einer Art Glockenkurve. d.h. erst ansteigend und dann abfallend. Unser weltweiter Verbrauch verläuft aber leider nicht in solch einer Kurve, sondern ist in den letzten Jahrzehnten immer gestiegen und zwar immer schneller. Wenn nun also die Ölförderung weltweit an den Punkt kommt, wo ein grosser Teil des vorhandenen Öls gefördert worden ist, dann kann ab da immer weniger Öl gefördert werden und die Förderung wird immer teurer. Der Punkt der maximalen Förderung wird Peak Oil genannt und ist also sehr wichtig für die Nutzung des Ölfeldes. In vielen Ländern ist der Peak schon überschritten, z .B. USA, Norwegen, England usw. Diese Länder fördern also jetzt jedes Jahr etwas weniger Öl. Sie verbrauchen aber alle immer mehr, mit der Konsequenz, dass immer mehr Länder Öl importieren müssen. Wenn nun aber der globale Peak erreicht ist, dann kann plötzlich die Nachfrage nach Öl nicht mehr befriedigt werden und der Preis steigt sprunghaft an, wie z.B. 2008. Dort hat dann die Finanzkrise die Welt vor der Ölkrise gerettet - welch ein Zufall. Einige sehen das als starkes Indiz dafür an, dass Peak Oil bereits stattgefunden hat. Ab diesem Zeitpunkt werden sehr schwankende Preise vorrausgesagt. Wenn die Wirtschaft wächst, dann wird das Öl sprunghaft teurer und dann gibt es wieder eine Krise und das Öl wird billiger.

Welche Länder haben noch Öl ?
Leider ist das Öl ausserdem ungleich verteilt und die grossen Vorräte liegen nicht bei Nationen, die demokratisch und stabil sind. Was passiert wohl, wenn die meisten Ländern mehr Öl selbst brauchen, als sie fördern können? Meint ihr, dass diese Länder das Öl dann noch verkaufen? Ich glaube eher, dass dann die Länder ihr kostbares Öl selbst nutzen wollen, um den technischen Fortschritt zu sichern. Das Gleiche ist dieses Jahr mit Weizen in Russland passiert. Da der Weizen im Land selbst knapp ist, hat Russland den Export verboten, obwohl die Weltmarktpreise hoch sind. Mein persönlicher Verdacht ist, dass sobald also die meisten Länder ihr Öl selbst verbrauchen, wird es auf den normalen Weltmarkt kein Öl mehr geben. Das wird dann vermutlich zwischen einigen Ländern und Eliten ausgehandelt. Wann es genau zu diesem Punkt kommt ist unklar, aber ich bin der Meinung, dass es nicht mehr lange dauern wird. Denn die Angaben über Reserven können in den OPEC Ländern nicht überprüft werden, da keine neutralen Beobachter zugelassen werden. Interessanterweise geben diese Ländern schon seit Jahren die gleichen Reserven an, obwohl sie jedes Jahr gigantische Mengen an Öl fördern.

Und dann?
Viele denke: "Naja, dann kann man halt nicht mehr so günstig fahren und fliegen, aber es gibt ja sicher auch bald die Elektroautos". Neben der Verwendung als Benzin, Heizöl und Kerosin, ist Öl mittlerweile der Grundstoff für fast alle Produkte, die wir heute fast täglich verwenden oder wird als Energie für die Herstellung gebraucht. Unsere ganze Nahrungsmittelherstellung beruht auf billigem Öl. Denkt an Traktoren , Dünger (die aus Öl hergestellt werden), Plastik, Böden, Farben, Kleider. Wenn nun plötzlich der Rohstoff, der so einfach und billig verfügbar war, knapp und teuer wird, dann hat das Einfluss auf unser gesamtes Wirtschafts- und Konsumsystem.
Man würde ja denken, dass sich unsere Regierungen und Firmen auf solche Szenarien vorbereiten würden. Leider passiert genau das Gegenteil. Unterstützt von der Erdöl- und Autolobby, wird weitergewirtschaftet, als ob nichts wäre. Wie beim Klimawandel warnen die Experten schon seit Jahren, aber nichts passiert.

Was haben Schuhe, Brot und Autofahren gemeinsam?

Die Produktion in den Mengen die wir heute für die immer grösser werdende Weltbevölkerung brauchen, kann nur mit einem billigen und einfachen Energieträger, wie Öl sichergestellt werden. Wenn das Öl knapp und teuer wird, dann bleibt nur zu hoffen, dass es für meisten Menschen wenigstens noch für das Brot reicht.

Und noch etwas
Wenn wir von einer durchnittlichen Generationendauer von ca. 30 Jahren und einer Gesamtdauer von ca. 150 Jahren Ölförderung ausgehen, dann bedeutet das, dass 5 Generationen das Öl, welches in Jahrmillionen entstanden ist, verbrauchen. Von Generationengerechtigkeit kann hier wohl keine Rede sein.

Ich habe die Inhalte sehr knapp und kurz geschildert und es gibt natürlich noch viel mehr Aspekte. Auf der Webseite www.aspo-germany.org sind viel mehr Fakten, Daten und Bilder vorhanden. Auch auf Wikipedia unter dem Stichwort Peak Oil findet man viele Informationen.

Ausblick
Wie man eine Petition im deutschen Bundestag einricht, das kommt doch erst das nächste Mal dran.

Für die Zürcher: Die Abstimmung über die Rosengartenstrasse steht an. Wir wohnen in der Nähe und jedesmal, wenn ich dort entlang fahre, wünsche ich mir einen Fahrradweg, der seinen Namen wert ist und einen Bus der nicht im Stau stecken bleibt.  Aber auch für alle, die nicht direkt betroffen sind. Ein doppeltes Ja gibt ein Zeichen, dass wir uns vom Öl weg in Richtung nachhaltigem Verkehr bewegen sollten.


Liebe Grüsse
Christina

http://christina-fuer-nachhaltigkeit.blogspot.com/

Samstag, 23. Oktober 2010

Klima <> Wetter <> immer warm

Aktuelles
Oliver und ich waren am Wochenende in Basel bei einer grossen Ausstellung über den Klimawandel und bei einer Konferenz über "Peak Oil". Obwohl wir beide schon viel über den Klimawandel wissen, war es doch sehr spannend und die Ausstellung ist sehr gut gemacht. Sie geht noch bis zum 20.Februar 2011, also noch genug Zeit zum Anschauen. Für Kinder ab ca. 10 Jahren geeignet. www.2grad.ch.

Themenauswahl
Einige von euch wissen sicher schon alles über die Grundlagen zum Klima, Wetter, Treibhausgase. Ihr könnt die folgenden Abschnitte einfach überspringen. Andere sind noch nicht so vertraut mit den Hintergründen und es ist wichtig, dass die Grundlagen klar sind - auch wenn es manchmal ein bisschen trocken ist. Bleibt dran, denn das Thema wird in den nächsten Jahren immer aktueller und ihr wollt doch sicher mitreden können. Wenn ihr an einem bestimmten Thema interessiert seid, dann schreibt mir.

Was ist überhaupt Klima?
Klima ist nicht gleich Wetter. Ein Beispiel soll das verdeutlichen:

Stellt euch einen Topf mit kochendem Wasser vor. Wettervorhersage gleicht dem Versuch zu berechnen, wo die nächste Blase aufsteigt. Das klingt ziemlich schwierig und ist es auch. Klimaaussagen wären dagegen, dass die Temperatur in kochendem Wasser bei uns normalerweise 100°C beträgt. Auf einem Berg bei 2500 m Höhe, wegen des geringeren Luftdrucks, dagegen bei 90°C. Das ist einfach, denn man muss nur bei beiden Höhen ein Thermometer ins Wasser halten. Mit einfachen physikalischen Grössen kann man das auch berechnen. 

Wie man immer wieder sehen kann, sind Wettervorhersagen schwierig und können meist nur für einen relativ kurzen Zeitraum gemacht werden. Klima dagegen ist leichter vorherzusagen oder zu rekonstruieren, da es sich um Mittelwerte über einen längeren Zeitraum und eine grössere Fläche handelt.
Und noch eine Sache ist wichtig. Auch wenn das Klima global wärmer wird, kann es lokal kälter werden. Es kann sehr kalte Winter geben. Oder das Wetter kann im Sommer schlechter sein und dafür im Winter wärmer. Oder es ist auf der Südhalbkugel wärmer und dafür bei uns sogar kälter. Das sind alles mögliche lokale Varianten des Wetters bei globaler Klimaerwärmung. Also erwartet nicht unbedingt Ferienbedingungen auf Norderney wie auf Mallorca. Und ein kalter Winter ist noch kein Zeichen, dass es den Klimawandel nicht gibt.

Nochmal zu den Treibhausgasen
In der letzten Mail habe ich beschrieben, wie Treibhausgase wirken (Für alle Neuen: Das ist wichtig! Bitte im Blog nachlesen wenn nicht klar). Der Effekt durch den vorindustriellen Anteil der Treibhausgase in der Luft ist der natürliche Treibhauseffekt. Dabei trägt Wasser mit 66% und CO2 mit 30% zum natürlichen Effekt bei. Der menschgemachte Treibhauseffekt kommt vor allem durch Verbrennung, industrielle Prozesse und Landwirtschaft zustande. Hier sind die wichtigsten Gase CO2 mit 60%, Methan mit 15% und Flurchlorkohlenwasserstoffe mit 11%.

CO2
Warum konzentrieren wir uns nun so stark auf das CO2 ? CO2 ist das Hauptprodukt bei Verbrennung von Brennstoffen, wie z.B. Kohle, Öl und Gas und auch bei der Rodung von Wäldern. Der Anteil in der Luft wird daher seit der Industrialisierung massiv durch den Menschen erhöht. Ausserdem verbleibt es sehr lange in der Luft, d.h. alles jetzt erzeugte CO2 wird auch noch in 1000 Jahren zur Erwärmung beitragen.

Methan
Methan ist auch sehr wichtig, da es sogar 22 mal so stark wie CO2 wirkt. Es zerfällt dann im Verlauf der Zeit auch zu CO2. Es wird zum grossen Teil in der Landwirtschaft erzeugt, durch Zersetzung im Boden (z.B. beim Reisanbau) oder durch Rinderpfurze. Leider trägt dadurch das saftige Stück argentinisches Rindfleisch gleich mehrfach zum Klimawandel bei. Aber auch Butter, Milch und alles was mit Kuhhaltung zu tun hat, erzeugt kräftig Treibhausgase. Methan entsteht aber auch so in der Natur durch viele Prozesse, z.B. wenn bisher gefrorene Böden auftauen.

Flurchlorkohlenwasserstoffe sind zum Glück wegen des Ozonloches schon länger verboten und nehmen in der Konzentration langsam ab.

Auf Reisanbau können wir nicht verzichten, aber auf die weitere Verbrennung von fossilen Rohstoffen sehr wohl. Wie bereits erwähnt, ist Kohle dabei der grösste Klimasünder und müsste zuerst gestoppt werden.

Ausblick
Unser EnergieMix hat nicht nur auf das Klima einen Einfluss. Wer hat schon mal von Peak Oil gehört oder eine Petition beim deutschen Bundestag eingereicht?  Beim nächsten Mail mehr davon.

Liebe Grüsse und bis bald
 Christina


Freitag, 22. Oktober 2010

Email an IKEA

Liebe Ikea Mitarbeiter und Leitung

Sehr gerne würde ich Mitglied bei IKEA Family werden. Leider kann ich das aber erst, wenn IKEA die Verantwortung als Marktführer wirklich wahrnimmt und entsprechend der eigenen Philosophie wirklich ehrlich nachhaltig wird. Eure "unendliche Liste" ist ein schöner Anfang. Seid doch konsequent und setzt wirklich überall auf Bio, FairTraide und FSC. Das wäre mir ein wirkliches Anliegen.

Vielen Dank
Christina Marchand

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Treibhausgase sind wichtig !

Liebe Freunde, Verwandte und Bekannte

Rückblick auf den 10.10.2010
Weltweit haben Aktionen stattgefunden, aber in den Medien war fast nichts zu lesen. Ich selber habe an einer Greenpeace Aktion gegen Finanzierung von Kohlekraftwerken durch die Schweizer RePower  teilgenommen. Das war spannend und hat Spass gemacht. Ich werde diese Woche noch mehr im Blog dazu schreiben. Aber nun zurück zu den Grundlagen um den Klimawandel zu verstehen.

Warum weiterlesen ?
Am Anfang meines Lernprozesses zur Nachhaltigkeit habe ich oft gedacht: „Mensch, das wusste ich ja gar nicht“ oder „Wenn ich das gewusst hätte“. Klar, kann man nicht alles wissen und auch nicht immer nach seinem Wissen handeln. Oft ist es einfacher und beruhigender nichts zu wissen. Aber hier geht es um grundlegendes Wissen, das unser Leben in den nächsten Jahren und Jahrzehnten stark beeinflussen wird. Warum treffen sich Führungskräfte aller Länder vom im Dezember diesen Jahres in der mexikanischen Stadt Cancun? Sicher nicht zu ihrem Vergnügen, sondern um an der Weltklimakonferenz die Klimaerwärmung zu verhandeln. Das zeigt doch schon wie ernst wir den Klimawandel nehmen sollten. Deshalb ist es mir wichtig, dass möglichst alle Menschen, die ich kenne informiert sind und ihre eigenen Schlüsse ziehen können.

Wie wirkt CO2 auf das Klima ?
Die Wirkung von CO2 auf das Klima ist schon seit mehr als 100 Jahren akzeptierte Wissenschaft. Man kann die Wirkung einfach messen und berechnen, was übrigens auf der ganzen Welt geschehen ist. CO2 ist ein Treibhausgas, d.h. es hat einen wärmenden Effekt auf das Klima. Die Erde wird durch die Sonne bestrahlt. Die Treibhausgase lassen die von der Sonne kommende kurzwellige Strahlung passieren. Diese trifft auf die Erde und wird von der Erde als langwellige Wärmestrahlung zurückgestrahlt. Würde diese Strahlung nun einfach so ins All zurückgehen, dann wäre es auf der Erde nur ca. -18°C warm. Die Treibhausgase nehmen aber diese Strahlung auf und können so die Wärme in der Nähe der Erde länger halten und wieder zur Erde zurückstrahlen. Durch diesen Effekt ist es auf der Erde zur Zeit durchschnittlich + 15 °C warm.

Wie man also sieht, sind Treibhausgase für das Gleichgewicht der derzeitigen Temperatur auf der Erde notwendig. Wenn sich aber nun der Anteil von Treibhausgasen in der Luft durch Verbrennung erhöht, dann wird es wärmer. Das ist der sogenannte anthropogene menschgemachte Effekt. Diese Zusammenhänge kann man auch ganz genau berechnen und messen. Man weiss daher genau wie sich die Strahlungsbilanz durch einen höheren CO2 Anteil in der Luft ändert.

Ab wann wird es gefährlich ?
Die Konzentration des CO2 in der Luft sollte nicht zu hoch werden. Denn sonst können verschiedene Effekte eintreten, die sich gegenseitig verstärken und zu weiterer Erwärmung führen. Diese lässt sich unter Umständen, dann nicht mehr stoppen. Ich bin der Meinung, dass wir eher vorsichtig schätzen sollten, denn es ist nicht genau bekannt, ab wann die selbstverstärkenden Effekte einsetzen. Es gibt starke wissenschaftliche Hinweise, dass 350 ppm der Wert ist, den wir mittelfristig anstreben sollten. Wir sind derzeit mit über 385 ppm bereits darüber. Können wir denn überhaupt noch etwas machen? Laut Forschung ist es immer noch möglich CO2 wieder zu reduzieren und mittel- bis langfristig wieder auf 350 ppm zu kommen. Aber dafür müssen wir reagieren und zwar ziemlich schnell.

Ausblick
Was Klima eigentlich genau bedeutet und warum Klima nicht gleich Wetter ist, werde ich im nächsten Mail erklären.


    liebe Grüsse
            Christina-fuer-nachhaltigkeit

Montag, 4. Oktober 2010

Am 10.10.2010 ist Weltklimatag

Aus aktuellem Anlass, habe ich mich entschlossen diese Woche kein Infomail mit Grundlagen zum Klimawandel zu verschicken. Am Sonntag den 10.10.2010 ist Weltklimatag und rund um die Erde finden viele Aktionen zum Thema statt. Eine gute Übersicht über diese Aktionen findet Ihr auf www.350.org. Hier könnt ihr auf einer Landkarte Aktionen in eurer Nähe finden oder eigene eintragen. 350.org steht dafür, dass langfristig nicht mehr als 350 ppm CO2 in der Luft sein sollten. Denkt daran – wir sind mit 385 ppm jetzt schon drüber, müssen also eigentlich sogar reduzieren. Seit 2 Mio Jahren waren es unter 300 ppm.

Wie können wir das erreichen? Wie wir alle merken, ist die Umstellung auf eine CO2 freie Gesellschaft nicht so schnell zu erreichen. Wir brauchen mehr Zeit. Eine Möglichkeit, CO2 zu sparen, ist es die fossilen Brennstoffe in der Erde zu lassen und gar nicht zu verbrennen. Das können wir aber nur bei Rohstoffen erreichen, die wir unter Kontrolle haben und die wir einfach durch andere ersetzen können, z.B. Kohle.

Auf Kohle für die Stromerzeugung zu verzichten, hätte verschiedene Vorteile:

A) Kohle, vor allem Braunkohle hat einen schlechteren Energiewert als andere fossile Brennstoffe und es wird ca. doppelte so viel CO2 erzeugt.

B) Kohlekraftwerke sind in der Erstellung sehr teuer und sind für lange Laufzeiten geplant. Ein Neubau würde die Klimabilanz auf lange Zeit belasten und bei zunehmendem Emissionshandel immer teurer und damit unwirtschaftlicher werden.

C) Kohlekraftwerke belasten die Umwelt bereits jetzt stärker als andere Kraftwerke, vor allem z.B. der Tagebau bei der Braunkohle.

D) Wir könnten fast 37 % des deutschen CO2 Ausstosses innerhalb weniger Jahre einsparen.

E) Regenerative Energien müssten trotz weiter bestehender Atomkraft weiter ausgebaut werden. Zur Zeit werden Windräder oft abgestellt, wenn wegen Wind zu viel Strom zusätzlich zu den Kern- und Kohlekraftwerken ins Netz strömt. Beide Kraftwerktypen sind nicht für die schnelle Regulierung geeignet. Wind- und Solarenergie können z.B. optimal mit Gaskraftwerken gekoppelt werden, welche schnell hochgefahren werden können, wenn es nötig ist.

Für die Kohle aus unserem eigenen Land (Deutschland) können wir die Förderung oder eben auch Nichtförderung selber kontrollieren und wissen dann auch ganz genau, dass die Kohle wirklich im Boden bleibt und nicht woanders CO2 produziert.

Vielleicht habt ihr auch schon von CO2 Abscheidung und Lagerung gehört (CSS), eine neue Technologie, die es erlaubt, das CO2 bei der Verbrennung abzuteilen und im Boden zu speichern. Meiner Meinung nach ist das nur der Versuch der Branche neue Kraftwerke rechtzufertigen. Die Technologie ist noch nicht einsatzbereit, also noch im Forschungsstadium und die Kraftwerke sollen bereits jetzt gebaut werden. Die Disskussion betreffend Speicherorte wurde noch nicht mal gestartet, das dürfte ähnlich schwierig werden wir bei den AKW's. Das ist also sicher keine Lösung für die nahe Zukunft.

Es macht mir Hoffnung, dass die Menschen in Stuttgart auf die Strasse gehen und für Ihre Meinung eintreten. Es wäre schön, wenn wir das auch im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung erreichen könnten.

Was haben wir in der Schweiz damit zu tun? Schweizer Energiekonzerne investieren grosse Summen in Kohlekraftwerke im Ausland. Wir können diese Investitionen aufzeigen und die Konzerne dazu bringen auf solche Investitionen zu verzichten.

Falls ihr durch die Mail Lust bekommen habt aktiv zu werden, habe ich folgende Vorschläge für die nächste Zeit:

Aktion light:  Informiert euch im Internet über Kohle, Energieausbeute und CO2 Ausstoss. Sprecht mit Freunden darüber und diskutiert, ob es wirklich nötig ist Atom- und Kohlekraft weiter zu führen. Ich werde auf meiner Seite Links und Informationen bereitstellen.

Aktion medium:  Macht eine kleine Einladung zum Thema, informiert eure Freunde und überlegt, wie ihr in eurer Region etwas zum Abschalten von Kohlekraftwerken beitragen könntet. Gibt es vielleicht schon Organisationen?

Aktion strong:  Versucht eine kleine öffentliche Aktion auf die Beine zu stellen. Ich weiss, eine Woche ist kurz, aber oft ist es besser solche Sachen spontan zu machen.

Bis bald
    Christina-fuer-Nachhaltigkeit
    http://christina-fuer-nachhaltigkeit.blogspot.com/