Mittwoch, 30. Januar 2013

Energiewende in der Schweiz

Aktuell
Ich habe lange nicht geschrieben. Das liegt daran, dass ich im Moment beruflich im Umbruch und dadurch sehr absorbiert bin. Ich werde mich mit meiner Idee eines Stromvergleichs für die Schweiz selbstständig machen und in Kürze eine AG gründen, mit Beteiligung von comparis.ch. Es sind noch einige Details unklar, unter anderen auch der Name des neuen Angebots und deshalb habe ich bisher davon nicht gebloggt. Aber bereits in den nächsten Wochen sollte es konkret werden und dann werdet ihr mehr erfahren.

Energiewende kontrovers
Morgen endet die Vernehmlassungsperiode zur neuen Energiestrategie 2050 in der Schweiz, in der sich alle zu der neuen Strategie des Bundesrates äussern konnten. In den letzten Tagen war schon einiges in der Presse zu lesen. Die Strombranche und die Umweltverbände haben doch ziemlich unterschiedliche Vorstellungen, wie unsere Energiezukunft aussehen sollte. Der Bundesrat und das Parlament werden es sicher nicht einfach haben, einen tragfähigen Vorschlag auszuarbeiten.

http://www.1815.ch/wallis/aktuell/stromwirtschaft-fordert-nachbesserungen-bei-energiestrategie-2050-91087.html

Wenn mal allerdings das drängende Problem und den Ernst des Klimawandels in Betracht zieht, dann erscheint die Lösung klar. Die Energiewende muss zügig in Angriff genommen werden, beim Klimaschutz dürfen keine Abstriche gemacht werden. Auch ich habe mich mit einem Brief an den Bundesrat zur Energiestrategie geäussert:

http://christina-fuer-nachhaltigkeit.blogspot.ch/2013/01/stellungnahme-zur-energiestrategie-2050.html

Nicholas Stern, der 2006 den Stern Report für die englische Regierung geschrieben hat, in welchem die Gefahren und Kosten des Klimawandels berechnet wurden, hat sich in Davos am WEF kritisch zu seinem Report geäussert. Er sagte:" Ich habe mich damals geirrt. Es ist viel, viel schlimmer, als wir gedacht haben. Wenn ich geahnt hätte, wie die weitere Entwicklung läuft, dann wäre ich viel deutlicher geworden und hätte mehr gewarnt."

Ein guter Bericht auf Englisch:
http://www.guardian.co.uk/environment/2013/jan/27/nicholas-stern-climate-change-davos
Deutsche Berichterstattung:
http://www.klimaschutz-netz.de/index.php/erde-und-mensch/469-nicholas-stern-hat-den-klimawandel-unterschaetzt

Viel Spass beim Lesen
Christina

Stellungnahme zur Energiestrategie 2050



An das Bundesamt für Energie

Sektion BP
3003 Bern


Zürich 29.1.2013

Stellungnahme zur Vernehmlassung des Bundesrates zur Energiestrategie 2050
von Dr. Christina Marchand

Sehr geehrte Bundesräte, geehrte Damen und Herren

Mit diesem Schreiben erlaube ich mir als Privatperson an der Vernehmlassung des Bundesrates zur Energiestrategie 2050 teilzunehmen.

Zur Person
Ich bin doktorierte Chemikerin und arbeite bei comparis.ch als Nachhaltigkeitsverantwortliche. In den letzten 2 Jahren habe ich mich beruflich intensiv mit dem Schweizer Strommarkt beschäftigt und mich zur Nachhaltigkeits-Expertin mit Schwerpunkt Klimawandel weitergebildet. In diesem Zusammenhang fühle ich mich befähigt, eine Stellungnahme zur neuen Energiestrategie abzugeben. Meine hier geäusserte Meinung ist rein privat und entspricht nicht einer offiziellen comparis.ch Meinung. Ich würde mich freuen, mit meiner Stellungnahme einen Beitrag zu Ihrer Entscheidung zu leisten.

Stellungnahme
Ich bedanke mich beim Bundesrat, dass unsere Strom- und Energieversorgung als sehr wichtige, zentrale Anliegen erkannt wurden und in diesem Zusammenhang eine klare Entscheidung gegen den Neubau von Atomkraftwerken und für den Klimaschutz getroffen wurde. Nach der Katastrophe wurde die Entscheidung für eine Energiewende schnell gefällt und zielgerichtet vorangetrieben. Mit der neuen Strategie des Bundesrates werden die wichtigsten Eckpunkte für eine nachhaltige Entwicklung eingeschlagen. Das ist sicher positiv. Aber die vorgeschlagenen Massnahmen und Zielwerte entsprechen nicht dem Ernst der Lage. Ich möchte folgende Punkte anbringen:

Der Klimawandel ist ein höchst schwerwiegendes und drängendes Problem, das potentiell schon in diesem Jahrhundert zur Destabilisierung unserer Zivilisation und zur Ausrottung von ¾ aller Lebewesen führen kann (siehe James Hansen et al., diverse Veröffentlichungen). Schon unsere Kinder, aber sicher unsere Enkel sind massiv betroffen, unter Umständen sogar schon unsere Generation. Im Rahmen der globalen Vernetzung wird kein Land den Auswirkungen des Klimawandels entkommen, selbst wenn es selber nicht direkt von massiven Umweltveränderungen betroffen ist. Steigende Meeresspiegel, massive Migrationsbewegung, hohe Umweltkosten werden die Stabilität der Weltwirtschaft und den Frieden bedrohen. Wenn man in diesem Zusammenhang von sicherer Stromversorgung redet, dann muss man von einer Stromversorgung reden, die alles dafür tut, dass dem Klimawandel Einhalt geboten wird.

Der Klimawandel ist ein weltweites Problem. Die Schweiz kann den Klimawandel nicht alleine bekämpfen, aber sie kann Signale in die ganze Welt aussenden und eine Vorreiterrolle einnehmen. Die Schweiz hat die idealen Voraussetzungen für eine 100% erneuerbare Stromversorgung und weitgehend erneuerbare Energieversorgung. Neue Studien von Prof. Gunzinger zeigen klar, dass die Schweiz eines der wenigen Länder dieser Welt ist, welche relativ schnell und nahezu kostenneutral auf erneuerbare Energien umstellen können. Wenn unter diesen Voraussetzungen nur ein Minimalfahrplan angestrebt wird, dann können wir nicht gleichzeitig von anderen Ländern eine zügige Bekämpfung des Klimawandels zu fordern. Es ist für mich zwingend nötig, dass die Schweiz, als eines der reichsten und bevorzugtesten Länder der Erde, einen sehr ehrgeizigen Plan zur Vermeidung von CO2 und Umstellung auf erneuerbare Energien vorlegt und damit den anderen Ländern einen Weg zeigt, wie wir den Klimawandel zumindest abschwächen können. Wenn wir das nicht schaffen, dann wird unsere Energieversorgung auf die Dauer nicht sicher sein, da die Welt eine unsichere werden wird.

Auch die Atomkraft ist als Energieträger abzulehnen, da sie mit grossen Unsicherheiten und Risiken behaftet ist und deshalb nicht 100% sicher betrieben werden kann. Bereits jetzt sind Wind- und Solarenergie unter Einbezug aller Kosten nicht teurer. Ein Abschalten ist deshalb so früh wie möglich, natürlich unter Beachtung des Klimaschutzes und mit klaren Ausstiegsterminen anzustreben.  Neue Gaskraftwerke müssen bei der richtigen Strategie keine gebaut werden (neue Forschungsergebnisse von Prof Gunzinger).

Entscheidungen und Lenkung soll in erster Linie über korrekte Vollkostenpreise passieren, die sämtliche, uns heute bekannten direkten und indirekten Kosten enthalten. Importe aus dem Ausland sind dementsprechend beim Grenzübertritt preislich anzugleichen, so dass Kostenwahrheit gegeben ist. Mit diesen korrekten Preisen und einigen klaren Regeln und Verboten, kann der Markt wieder funktionieren und Konsumenten können die richtigen Entscheidungen treffen. In diesem Zusammenhang ist auch die vollständige Liberalisierung des Strommarktes anzustreben, so dass Konsumenten zum Produkt und Anbieter ihrer Wahl wechseln können und damit die Energiewende voran treiben können.

Neben der Effizienz muss Suffizienz als wichtiges Mittel zur Erreichung der Ziele angestrebt werden. Wir können nicht dauerhaft weiter auf Kosten und mit dem Verbrauch der Lebensgrundlagen der folgenden Generationen und anderer Weltbewohner leben. Suffizienz muss notfalls durch höhere Preise oder Verbote erreicht werden. Es reicht nicht, hier auf Freiwilligkeit zu setzen.

Wichtig ist die Akzeptanz in der Bevölkerung. Hier muss eine massive Aufklärung über die Gefahren des Klimawandels und der Umweltzerstörung erfolgen, welche immer noch von einigen Meinungsführern und zum Teil von der Presse verharmlost wird. Unsere Bundesräte müssen in Ansprachen zum Volk und zu den Meinungsführern klar machen, dass es sich um eine reale Bedrohung unserer nationalen Sicherheit handelt, die nur mit engagierten und zügigen Massnahmen bekämpft werden kann. Eine sichere Energieversorgung mit fortschreitendem Klimawandel ist keine sichere Energieversorgung und schon gar keine sichere Zukunft.

Die Schweiz kann von zügigen und weitreichenden Massnahmen im Bereich erneuerbare Energien, Effizienz und Suffizienz nur profitieren. Reduzierte Abhängigkeit von potentiell unstabilen Energielieferländern und damit reduzierte Abflüsse von wertvollen Devisen in diese Länder, Stärkung der eigenen Innovationskraft und des inländischen Arbeitsmarktes und Gewerbes sind nur einige positive Effekte in diesem Zusammenhang. Unser Vorgehen in der kleinen Schweiz könnte ein wichtiger Hebel sein, der in anderen Ländern weitreichende Massnahmen auslöst und damit Schritte zu einer wirksamen Eindämmung des Klimawandels vorantreibt. Denn der Klimawandel passiert deutlich schneller, als selbst vom IPCC vorhergesagt. Auch wir müssen deshalb schneller reagieren, als wir noch vor kurzem angenommen haben. Ich hoffe, ich konnte mit meinen Ausführungen Denk- und Handlungs-anstösse geben. Für Fragen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung. Danke für die Gelegenheit mich zur Strategie zu äussern.


Mit freundlichen Grüssen
                   Christina Marchand

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Aktionen verschenken

Aktuell
Die Weltklimakonferenz in Doha ist beendet. Ich muss zugeben, dass ich mich sehr wenig damit beschäftigt habe, weil ich keine Hoffnung für eine Einigung hatte. Aber ich will euch wenigstens in Kürze über die margeren Ergebnisse informieren.

Es gibt ein Kyoto II Abkommen - also einen weiteren CO2 Emissionenhandel, aber nur in einigen Ländern, es betrifft also nur 15% des CO2 Ausstosses. Die Haupterzeuger von CO2: USA und China haben weiterhin blockiert. Allerdings gibt es auch in diesen Ländern Anstrengungen den CO2 Ausstoss zu senken, China ist z.B. schon fast Vorreiter beim Bau von Erneuerbaren, will sich aber international nichts vorschreiben lassen.  Experten werten den Abschluss immerhin als geringe Hoffnung, dass es 2015 ein Abkommen zwischen allen wichtigen Ländern geben könnte.
http://www.euractiv.de/energie-und-klimaschutz/artikel/un-klimagipfel-minimalkonsens-und-kyoto-protokoll-ii-006988

Auf das können wir aber nicht warten. Klar ist mittlerweile, dass die globale Einigung in keinster Weise ausreicht um das angestrebte 2 Grad Ziel zu erreichen. 4-6 Grad stehen uns bevor, mit massiven Auswirkungen auf unsere Zukunft. Die einzige Lösung aus meiner Sicht: Wir müssen lokal handeln und uns von unten international vernetzten.

350.org - eine amerikanische Klimaschutzorganisation ruft zu einem weltweiten Aktivistentreffen in der Türkei auf, bei dem Aktionsmöglichkeiten und Vernetzung diskutiert werden soll.
http://globalpowershift.org/hintergrund-global-power-shift/

Geschenkidee - garantiert neu !
Nein, ich komme jetzt nicht mit dem ultimativen Kauftipp. Die findet ihr schon woanders. Aber eine Idee, was ihr schenken könntet, habe ich natürlich schon. Ich selber bin ja dieses Jahr fein raus, da ich einfach allen mein neues Buch "von Klima und Kaninchen" verschenken kann. Aber das wäre für euch zu einfach und nur was für Langweiler. Allen Individualisten und Einfallsreichen  empfehle ich: Verschenkt doch eine persönliche Aktion, z.B. dass ihr für den Beschenkten einen Leserbrief schreibt oder an eine Demo geht oder vor eurem Rathaus protestiert, während er zuhause gemütlich vor dem Fernseher abhängen darf ; )

Lichtblicke
Kinder spielen auf Instrumenten, die aus Müll gemacht sind:
http://vimeo.com/52711779

Greenpeace Italien protestiert gegen Kohlekraftwerke:
http://www.greenpeace.org/italy/it/multimedia/Video/Nessuna-festa-per-Enel/

Greenpeace konnte einige grosse Modeketten, z.B. Zara, Esprit und Mango zu giftfreier Produktion verpflichten. Die Kampagne nimmt sich immer einen grossen Hersteller vor und bringt so einen nach dem anderen zum Handeln.Gerade ist Levis dran. Sowohl in den Herstellerländern, wie auch auf den Kleidern selber, werden grosse Menschen an gefährlichen Chemikalien verwendet.
http://www.greenpeace.org/switzerland/de/Kampagnen/Chemie/detox/detox-levis/

Familie Marchand lebt nachhaltig ; )
https://docs.google.com/open?id=0Bw1cB-30ESQnVGZPWGpNMzhmMDg

Für Kurzentschlossene in Zürich
Heute Abend Film Wasteland in der roten Fabrik um 19:45.
http://www.rotefabrik.ch/de/home/

Liebe Grüsse
Christina

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Filmreihe "Nebenrolle Natur" zeigt Wasteland

Wasteland
Do. 13. Dezember 2012, 19:45h
Rote Fabrik, Zürich, Aktionshalle, Eintritt 10 CHF
2010, 99min, Brasilien, UK, OmU

Am nächsten Donnerstag gibt es wieder einen sehr eindrücklichen und tollen Film in der roten Fabrik. Anschliessend haben wir ein Mitglied des Club of Rome auf dem Podium.
Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=sNlwh8vT2NU

Es wäre schön euch dort zu sehen.

liebe Grüsse
Christina

Dienstag, 27. November 2012

Auf ein Neues

Aktuell
Die Klimakonferenz 2012 ist heute in Doha in Katar gestartet - dem Land mit dem höchsten pro Kopf CO2 Ausstoss überhaupt.Ich wäre gerne hoffnungsvoll bezüglich dieser Konferenz, aber das fällt angesicht der Entwicklungen der letzten Jahre immer schwerer. Dabei übertrifft die Geschwindigkeit des Klimawandels mittlerweile sogar schlimmste Befürchtungen. Auf der folgenden Seite findet ihr die neuesten Pressemeldungen zum Klimagipfel http://www.climatiq.ch/news/cop-special.html

und einen Rap der besonderen Art
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=1iVDHiOEBvw

Weltbank warnt eindrücklich
Die meisten Länder nehmen den Klimaschutz immer noch nicht so richtig ernst. Obwohl auf allen Ebenen bereits neben CO2 Reduktion auch über Anpassungsstrategien gesprochen wird. Denn die Auswirkungen und Probleme des Klimawandels werden immer sicht- und spürbarer. Mehr und mehr Organisationen und sogar Firmen warnen vor dem Klimawandel. Versicherungen gehören dabei zu den dringlichsten Warnern, da sie mit ihren umfassenden Datenanalysen die Klimaentwicklung sehr genau beobachten können. Nun kommt auch noch die Weltbank dazu und beschreibt in ihrem neuen Bericht die Schrecken einer 4 Grad wärmeren Welt. Sogar die Presse nahm den Bericht breit auf, man findet die Warnung im Fokus, Spiegel, FAZ, Zeit, SF1 usw.
http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-11/klimawandel-weltbank-bericht

Originalbericht:
http://climatechange.worldbank.org/sites/default/files/Turn_Down_the_Heat_Executive_Summary_English.pdf

Wir brauchen Verbote - keine Emissionszertifikate oder Subventionen
Wenn man den Bericht oben im Original liest, dann kann einem schon Angst und Bang werden und man möchte seinen Politikern zurufen, dass es klare Gesetze zum Klimaschutz geben muss. Und zwar nicht mit Subventionen, sondern mit klaren Regeln. Genauso, wie man sich im Auto angurtet, einen Helm auf dem Motorrad trägt, Gewässer nicht vergiftet oder den Müll nicht einfach auf die Strasse schmeissen darf, so muss es verboten werden unsere Atmosphäre mit CO2 aufzuheizen und unser Klima zu verändern, Punkt.

Es ist klar, dass das nicht von heute auf morgen geht, aber wenn man klare Ankündigungen für eine schrittweise Einführung dieser Gesetze macht, dann können sich auch die Unternehmen und Bürger darauf einstellen. Ein erster Schritt dazu kann sein, dass man die Kosten in die Preise mit einberechnet und damit den Konsumenten schon durch ein Preissignal zeigt, wie schädlich die Produkte für die Umwelt sind. Die Kosten der Schäden, die CO2 verursacht, müssen im Preis sichtbar werden, also transparent gemacht werden. Erst mit den korrekten Preisen kann der Verbraucher die richtigen Kaufentscheidungen treffen. So wäre dann das Ökoprodukt aus der Region billiger als die eingeflogene Avocardo. Es wäre dann günstiger Zug zu fahren, anstatt zu fliegen, und der Apfel von nebenan wäre billiger, als das eingeflogene Obst. 
Es ist dabei wichtig, dass wir immer wieder von unseren Politikern griffige Gesetze zum Klimaschutz fordern und sie bei unbequemen Entscheidungen dann aber auch unterstützen. 
Aber eben - schlussendlich müssen wir den CO2 Ausstoss drastisch reduzieren. Bei der Herstellung von Produkten darf man giftige Gase auch nicht in die Luft rausblasen. Auch, wenn das den Herstellungsprozess vereinfachen würde. CO2 und die anderen Klimagase sind hochgefährlich für unser Überleben.

Lichtblick
Oliver und ich haben es endlich geschafft. Wir haben unsere Konten gezügelt - zur Alternativen Bank Schweiz. Hier wissen wir genau was mit unserem Geld passiert und eben auch nicht passiert. Wir unterstützen keine hohen Boni, Millionengewinne, Spekulationen, Investitionen in Kohlekraftwerke. Es ist ein gutes Gefühl, aber hat viel zu lange gedauert. Ich hoffe, ihr schafft es schneller und lasst euch dabei von folgendem kurzem, amüsanten Filmchen bewegen
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=4fBZKakgBOE

liebe Grüsse
Christina

Montag, 5. November 2012

Stichwort Versorgungssicherheit

Aktuell - Die Zukunft ist da, zumindest in New York

Liebe Strombranche
Versorgungssicherheit ist wichtig, das sagt ihr uns immer wieder. Und diese kann man nur mit den bewährten Technologien und fossilen Kraftstoffen, wie z.B. Kohle, Gas und Atom erreichen. Ansonsten wird es teuer und unsicher. WIE BITTE ! Und wie soll Versorgungssicherheit sichergestellt werden, wenn die Natur verrückt spielt? Wenn immer stärkere Stürme Masten umknicken? Überflutungen die grundlegenden Funktionen von unseren Häusern und auch den Strom lahmlegen? Wenn heisse Sommer Flüsse austrocknen, die die Kraftwerke kühlen sollen?

Ich persönlich finde ein stabiles Klima auch sehr wichtig für eine sichere Versorgung und zwar nicht nur mit Strom, sondern auch mit Lebensmitteln und Wasser. Die Amerikaner sehen derzeit, wie super die Versorgung mit sicherem fossilen Strom ist, wenn Naturgewalten zuschlagen. Die Abhängigkeit von Strom ist enorm, vor allem, wenn man im Hochhaus lebt und auch die Heizung und das Kochen nur elektronisch funktionieren. Es hilft eben auch die beste, immer zur Verfügung stehende Energie nichts, wenn das System rundherum immer unstabiler wird.

Einige werden jetzt denken: "Naja, das ist ja weit weg. In Europa haben wir nicht solche Naturkatastrophen zu befürchten." Stimmt vielleicht für die Schweiz und Deutschland, wir sind in einer besseren Ausgangslage und auch unsere Netze und Infrastruktur sind besser. Aber auch wir sind nicht gefeit vor den Auswirkungen des Klimawandels und wir leben nicht allein auf dieser Welt. Mit der Globalisierung hängen viele unserer Jobs von der Wirtschaft im Ausland ab und wenn die Welt um uns herum unsicherer wird, dann wird das auch bei uns ankommen.

Deshalb liebe Strombranche: Unsere Stromversorgung darf nicht auf Kosten vom Klimaschutz gehen. Denn Überflutungen, Stürme, Trockenheit usw. werden durch den fortschreitenden Klimawandel verstärkt und machen unser Leben definitiv unsicherer. Die aktuellen Bilder aus New York sehen aus wie aus einem Katastrophenfilm und vor genau diesen Verhältnissen haben viele Klimaforscher gewarnt. Wenn solche Jahrhundertstürme bald jährlich eintreffen und der Aufbau immer wieder einige Milliarden kostet, dann wird es definitv zu teuer einfach so weiterzumachen wir bisher.

Warum steht ihr denn nicht mal ehrlich da und macht uns eine wirkliche Vollkostenrechnung für die nächsten 20 Jahre (das gilt auch für die Politik). Und rechnet bitte Überschwemmungen, Trockenheit, Sturm- und Hagelschäden, die Atemwegserkrankungen, den Waldverlust, die verlorenen Tierarten und die Katastrophenschäden mit ein. Und dann wollen wir mal sehen, welche Stromerzeugung wirklich günstiger wegkommt und ob es nicht vielleicht doch billiger ist, Stromleitungen unter die Erde zu verlegen und jetzt mehr für Strom zu bezahlen, als in Zukunft mit riesigen Schäden belastet zu werden.

Artikel in der Süddeutschen:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kosten-der-katastrophe-sandy-deckt-amerikas-schwachstellen-auf-1.1510914
http://www.sueddeutsche.de/wissen/meteorologische-erklaerung-fuer-sandy-rezept-fuers-desaster-1.1510244

Blogbeitrag eines führenden, deutschen Klimaforschers über die Veränderung der Stürme durch Klimawandel:
http://www.scilogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2012-10-29/infos-zum-supersturm-sandy#comments

Lichtblick
Unsere Filmreihe "Nebenrolle Natur !" in der roten Fabrik geht weiter. Merkt euch doch schon mal folgende Termine vor. Beginn jeweils 19:45 Uhr, nach dem Film haben wir immer noch eine spannende Persönlichkeit auf dem Podium.

Donnerstag 15. November 2012: Und dann der Regen
Donnerstag 13. Dezember 2012: Wasteland
Donnerstag 17. Januar 2012: Die unbequeme Wahrheit über die Ozeane
Donnerstag 14. Februar 2012: Bold Native 



Für den ersten Termin konnten wir den bekannten Umweltschützer Franklin Frederick gewinnen, der in Brasilien seit über 10 Jahren um den Erhalt von Wasserquellen für die Allgemeinheit kämpft und es geschafft hat den Multi Nestle in die Schranken zu weisen.


Persönlich
Vorraussichtlich kommt der Fernsehbeitrag über unsere Familie morgen abend in Schweiz Aktuell (ab 19 Uhr auf SF1). Es kann sich aber durch Aktualitäten weiter verschieben.

Liebe Grüsse
Christina









Mittwoch, 31. Oktober 2012

von Klima und Kaninchen

Unglaublich aber wahr, mein Buch ist da!
















Das Buch ist jetzt online als richtiges Buch überall bestellbar. Das E-Book dauert noch 2-3 Wochen. Jedes Buch wird übrigens erst bei der Bestellung gedruckt - Print on Demand bzw. Book on Demand.

http://www.bod.de/index.php?id=1132&objk_id=892323 direkt beim Verlag

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Ich kann als Autorin eine grössere Anzahl Bücher günstiger kaufen. Allen fleissigen Zürcher Bloglesern biete ich an, das Buch exklusiv für 15 CHF bei mir zu kaufen. Schreibt mir ein Mail und dann mache ich eine Sammelbestellung. Ihr müsst es aber bei mir abholen oder ich übergebe es, wenn wir uns irgendwo treffen.
Ich bin sehr gespannt, wie es ankommt, gebt mir Feedback.

Liebe Grüsse
Christina