Mittwoch, 31. Oktober 2012

von Klima und Kaninchen

Unglaublich aber wahr, mein Buch ist da!
















Das Buch ist jetzt online als richtiges Buch überall bestellbar. Das E-Book dauert noch 2-3 Wochen. Jedes Buch wird übrigens erst bei der Bestellung gedruckt - Print on Demand bzw. Book on Demand.

http://www.bod.de/index.php?id=1132&objk_id=892323 direkt beim Verlag

http://www.amazon.de/von-Klima-Kaninchen-ver%C3%A4ndern-dabei/dp/3848231395/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1351679224&sr=8-2

Ich kann als Autorin eine grössere Anzahl Bücher günstiger kaufen. Allen fleissigen Zürcher Bloglesern biete ich an, das Buch exklusiv für 15 CHF bei mir zu kaufen. Schreibt mir ein Mail und dann mache ich eine Sammelbestellung. Ihr müsst es aber bei mir abholen oder ich übergebe es, wenn wir uns irgendwo treffen.
Ich bin sehr gespannt, wie es ankommt, gebt mir Feedback.

Liebe Grüsse
Christina

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Weniger Müll und mehr Geschmack


Was bist du für ein Typ? Nimmst du gerne Herausforderungen an? Wird dir schnell langweilig? Dann versuch es doch mal mit einem Bio-Abo oder einer Bio-Kiste, also mit Vertragslandwirtschaft. Das hat folgende Vorteile, die mir persönlich viel Spass machen, aber einen auch manchmal ganz schön herausfordern können.

Weniger Müll
In der normalen Lebensmittelproduktion wandert die Hälfte der kostbaren Lebensmittel auf den Müll. Schon auf dem Feld wird ein grosser Teil wieder untergepflügt. z.B. bei Kartoffeln, bleiben alle zu Kleinen oder zu Grossen liegen, weil sie nicht den Normen des Lebensmittelhandels entsprechen. Man könnte sich also super selber mit Kartoffeln versorgen, wenn man einfach auf den Feldern nachsucht. Bei der Vertragslandwirtschaft dagegen wird alles geerntet. Krass ist, dass bei dieser ersten Verschwendung der ganze Dünger, Arbeitszeit des Bauern, Öl für die Maschinen verbraucht werden und trotzdem so viel auf dem Feld liegen bleibt.
Wenn wir alles ohne Zwischenhandel in die Tüte (Kiste, Sackerl usw.) bekommen, dann fällt auch der Teil des Gemüses weg, der im Laden schlecht wird. Denn um immer eine schöne, volle, attraktiven Gemüsetheke zu haben, wird ständig aussortiert und neu nachgelegt. Das ist noch mal eine ganze Menge Müll, sogar im besten Bioladen. Das weiss ich aus eigener Erfahrung, seit ich wegen der Kaninchen regelmässig den Müll im Bioladen untersuche.
Und zuhause fliegt nochmal ein grosser Anteil der Lebensmittel in den Müll. Erstens wird man im Laden oft dazu verführt mehr einzukaufen, als man braucht, und zweitens kauft man zum Teil für die ganze Woche ein und plant die Gerichte nicht richtig durch.
Wenn man also die Biokiste nutzt und nicht noch zusätzlich einkaufen geht, dann hat man folgende Vorteile:
  • Man hat nur frisch geerntet, regionale und saisonale Ware, von denen man auch weiss wo sie herkommt.
  • Man muss sein Gehirn anstrengen (vor allem am Anfang) um aus ungewohntem Gemüse und Obst etwas Feines zu zaubern.
  • Man hat eine genau planbare Menge für die ganze Woche.
  • Man ermöglicht einem Bauern ein normales Einkommen und ein gute Arbeit.

Es ist doch toll, dass wir es sowohl beim Strom, wie auch den Lebensmitteln bereits jetzt selber in der Hand haben, was wir konsumieren wollen. In Zürich und vielen anderen Städten gibt es die Möglichkeit Biolebensmittel im Abo zu kaufen, welches dem Bauern faire Preise und die Abnahme seiner Produkte garantiert. In den letzten Jahren sind auch diverse Genossenschaften entstanden, die selber zusammen mit Gärtnern Land pachten und Gemüse anbauen. In meinem Blog findet ihr viele Links dazu. Und falls es bei euch nichts gibt: Dann gründet doch einfach selber eine Lebensmittelgenossenschaft.



Lichtblick
Wir waren am Wochenende in Freiburg und waren in der wunderschönen Natur des Schwarzwaldes Wandern und Radfahren. Das hat wirklich gutgetan und war ein Lichtblick für meinen Rücken. 
Oliver hat beim Science Slam in Freiburg mitgemacht. Das ist eine Veranstaltung, wo Wissenschaftler ihre Forschung unterhaltsam und anschaulich in 10 Minuten vor einem Publikum erklären. In Freiburg hat Olli vor ca. 400 Gäste einen super Vortrag vorlegt und damit den Slam und die Ausscheidung nach Berlin gewonnen. Das müsst ihr euch anschauen. Sobald es online ist, werde ich euch benachrichtigen.
Hier schon mal ein Foto vom stolzen Gewinner:
Foto: Der Gewinner des Science Slam, Oliver Marchand, erhält den Titel Master of Slam.

Liebe Grüsse
Christina



Montag, 15. Oktober 2012

Film = Buch

Aktuell
Wir werden berühmt - vielleicht. Eine Bekannte, die beim Schweizer Fernsehen arbeitet, wollte gerne einen Bericht über eine nachhaltige Familie drehen. Irgendwie kam sie auf uns - so ein Zufall ; ). So waren wir, oder besser, wie wir gegen den Klimawandel aktiv sind, in den letzten Wochen zweimal Mittelpunkt einer Filmcrew. Es wird einen kleinen Beitrag in der Sendung “Schweiz Aktuell” geben. Ihr werdet von mir erfahren, wann wir gesendet werden.


Film = Buch
Ich hatte schon länger die Idee meine besten Blogbeiträge zu einem Buch zusammenzufassen. Denn die meisten meiner Blogs sind immer noch aktuell, nur macht es keinen Sinn sie nochmal zu posten. Und wer liesst schon alte Blogbeiträge. Ein Buch kann man auch einfacher unterwegs lesen oder auch mal verschenken. Und die Texte dürfen auch mal länger sein.

Vor kurzem bin ich also auf einen Artikel gestossen, in dem erklärt wurde, wie einfach es ist im Internet sein eigenes Buch zu verlegen. Das einzig schwierige ist es, das Buch auch bekannt zu machen. Da hat es plötzlich klick gemacht. Der Fernsehbeitrag wäre ja ideale Werbung für das Buch.

Das wichtigste an so einem Buch ist natürlich ein Titel der Lust machen soll das Buch zu lesen und total cool ist. Von nun an war ich in jeder freien Minute damit beschäftigt an meinem Titel zu arbeiten. Das liess mir keine Ruhe. Deshalb konnte ich auch keinen Blog mehr schreiben. Ich studierte sogar Bücher zum Thema und las zahllose Internetratgeber. Z.B. wurde empfohlen, dass der Titel irgendwie das Wort Sex und auch Geld oder Finanzkrise enthalten soll. Auch Rezeptbücher kommen immer gut an. So spielte ich z.B. mit dem Titel: Eros, Euros und Gyros und was das mit dem Wetter zu tun hat. Mir war auch schon eine lustige Einleitung zu diesem Titel eingefallen, aber dann verwarf ich den Titel doch wieder.

Nun aber ist der Titel gefunden und jetzt muss ich doch tatsächlich auch am Inhalt arbeiten. Das Überarbeiten der Blogbeiträge ist doch mehr Arbeit, als ich dachte und so arbeite ich zur Zeit regelmässig am Buch, stelle die Kapitel zusammen und schreibe Zwischenkommentare usw. Leider spielt mein Rücken auch nicht so super mit und so kann ich nur begrenzt sitzen. Auch das ist ein Grund für meine fehlenden Blogs in letzter Zeit. Aber das Ende ist absehbar und dann werde ich mich wieder voll meinem Blog widmen. Es ist ja nicht so, als gäbe es nicht viel Wichtiges zu berichten.


Energiewende in Deutschland - volle Breitseite aus der Presse
Die Presse geht mit voller Breitseite auf die Energiewende los. Schon seit Monaten wird die Preissteigerung der Erneuerbaren Energien Umlage in der Presse gross breitgetreten und zum Teil mit alarmistischen Aussagen wie: Der Strompreis steigt um 50%. Armen wird der Strom abgestellt.

Bitte lasst euch davon nicht beeindrucken. Das ist Propaganda der bestehenden Stromunternehmen und alten Atom-Dinosauriern. Leider sind sie sehr erfolgreich.

Dabei steigt der Strompreis nur von ca. 23 Cent auf 25 Cent, was an Mehrkosten ca. einer Tasse Kaffee im Monat entspricht. Das kann jeder verkraften, selbst Sozialhilfeempfänger. Im Gegenteil: Der Strom ist ja immer noch viel zu billig, wenn die Leute alte Fernseher weiter den ganzen Tag laufen lassen, das Licht nicht ausschalten usw. Strom kostet einfach fast nichts. Er müssten sogar viel teurer sein, damit es sich richtig lohnt effizienter damit umzugehen.

Aber selbst diesen geringen Preisanstieg könnte man verhindern, wenn nicht zahlreiche Firmen Ausnahmeregeln ausnutzen würden und den Strom selber aber durch die Erneuerbaren total günstig beziehen. Diese Tatsache ist sehr gut in diesem 5-minütigem Bericht erklärt.
https://www.campact.de/eeg-ausnahmen/appell/5-minuten-info/?_mv=kqRSrDrc9DDmCacwBVnZ7
Bitte unterschreibt auch den Appell von campact, die Energiewende nicht kentern zu lassen.
https://www.campact.de/eeg-ausnahmen/appell/teilnehmen/


Nur den Mut nicht verlieren
Die Presse hat doch immer etwas zu motzen. Entweder sind die Klimawissenschaftler unseriös, wenn sie vor schlimmen Folgen warnen oder sie warnen nicht stark genug. Mir ist aus privaten Gesprächen mit Klimawissenschaftlern bekannt, dass diese unter ungeheurem Druck von den Medien stehen und auch privaten Angriffen von Klimaleugnern ausgesetzt sind, z.B. mit krassen Drohbriefen. Da wird man extrem vorsichtig. Der folgende Artikel zeigt auf, wie es in Realität um unser Klima steht. Trotzdem müssen wir sowohl mit der Energiewende, wie auch anderen Lösungen weiter vorwärts machen. Denn diese haben auch noch viele andere positive Effekte.
http://www.zeit.de/2012/41/Vier-Grad-Klimapolitik-Klimawandel/seite-1


Lichtblick
Wer Hausbesitzer ist, in einer Genossenschaft wohnt usw. kann dem ganzen Irrsinn einfach den Rücken kehren und zum Selbstversorger werden. Die Technologien gibt es schon jetzt.
http://www.wiwo.de/technologie/umwelt/oekostrom-rundum-selbstversorger-dank-fotovoltaik-/7219534.html

Zu Stromspeicherung werden auch laufend weitere Technologien erforscht. Zum Beispiel die Speicherung von Strom mit komprimierter Luft. Dazu wird Luft mit Hilfe von Strom und Druck zusammengedrückt. Diese Luft kann dann später wieder herausgelassen und damit Strom erzeugt werden.
http://www.lightsailenergy.com/tech.html

Aktiv in Zürich
In Zürich findet diese Woche das DANACH Symposium statt. DANACH will aufzeigen, dass der Wandel zu einem nachhaltigem Leben möglich ist, welches unsere Lebensgrundlage schützt anstelle sie zu zerstören – und erst noch viel mehr Lebensfreude bringen kann. Dazu sollen Ideen und Aktionen gebündelt werden, um gemeinsam erfolgreicher zu sein. Akteure aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Transition, Finanzsysteme, Wirtschaft usw sollen die Möglichkeit erhalten sich zu vernetzten. Jeder kann gratis teilnehmen, man sollte sich aber anmelden.
http://www.danach.info/

Liebe Grüsse
Christina

Mittwoch, 12. September 2012

Volles Programm

Aktuell
Meine Agenda diese Woche quillt über. Hier ein kleiner Einblick:

Montag Abend
“Green Buzz” im Seebad Enge war ein trendiges Treffen von ca. 200 nachhaltigen Lebemenschen, meist junge, gutaussehende, elegant gekleidete Menschen, die Nachhaltigkeit mit gutem Leben und Erfolg verknüpfen. Dieser Anlass war allerdings speziell, da zusammen mit South Pole Carbon organisiert, eine Firma, die CO2 Kompensationsprojekte macht, normalerweise sind ca. 30 Personen anwesend und es ist viel persönlicher. 
http://greenbuzz.ch/about/

Dienstag Abend
Elternrat-Wahlabend in der Schule. Ich habe mich spontan entschieden doch wieder mitzumachen und bin nun im Mittelstufenrat.

Mittwoch Nachmittag
Forum über Windenergie an der ETH, wobei mich besonders das Potential der Windenergie in der Schweiz interessiert. Diese wird nämlich meiner Meinung nach hier völlig unterschätzt.

Mittwoch Abend
Jubiläumsveranstaltung des Club of Rome zum Thema “Grenzen des Wachstums” in Winterthur. Vor 40 Jahren hat der Club of Rome bereits vor den Folgen des Wachstums gewarnt und der Bericht, der in breiten Kreisen Beachtung gefunden hat, ist aktueller denn je. http://www.clubofrome.de/

Donnerstag Nachmittag
Oliver und ich leiten einen Workshop zum Bau von 3 Solardörrern zusammen mit Seedcity 
http://www.globosol.ch/gs/images/Downloads/Tunneltrockner_dt.pdf

Sonntag
Besuch beim Brunch der Lebensgemeinschaft  Yamagishi in der Nähe von Winterthur. Ich möchte gerne mehr darüber erfahren, wie es ist, wenn man ein komplett anderes Leben führt, als es bei uns so üblich ist. In den Ymagishi Dörfern wird auf eigenen Besitz verzichtet und alles wird gemeinschaftlich organisiert. Das grösste Dorf in Japan hat 1000 Einwohner, Schulen, Universitäten usw. Ich bin schon gespannt, ob man bei einem Besuch etwas von der Lebensphilosophie mitnehmen kann. 
http://yamagishi.ch/index.php

Glücklicherweise ist es nicht jede Woche so, sonst würde ich das nicht alles durchhalten. Es soll euch aber auch aufzeigen, dass es sehr viele verschiedene Möglichkeiten gibt, sich zu informieren, seine Freizeit zu gestalten und auch mitzumachen. Für mich ist es irgendwie befriedigender als ein Abend vor dem Fernsehen. Nächste Woche werde ich euch informieren, wie es war.

Pumpspeicherkraftwerke in der Schweiz
Die Schweizer Stromunternehmen hatten schon bessere Zeiten - noch vor kurzem konnten sie mit ihren Pumpspeicherkraftwerken teurem Spitzenstrom verkaufen. Seit in Deutschland die Photovoltaik an guten Tagen den kompletten Strombedarf von ganz Deutschland decken kann, ist dieses Geschäftsmodell hinfällig. Es war zwar eigentlich vorhersehbar, aber man gibt sich dennoch sehr überrascht. Das Thema wurde gross von den Schweizer Medien aufgegriffen. Da die meisten Stromunternehmen zumindest teilweise in Besitz von Kantonen und Gemeinden sind, betrifft es natürlich auch alle Bürger direkt, da die Einnahmen der Gemeinden sinken. Ich habe folgenden, der am Montag im Tagesanzeiger veröffentlicht worden ist. Das hat mich natürlich sehr gefreut, vor allem da ich schon von zwei Seiten Feedback und Lob bekommen habe.

Mein Leserbrief im Tagesanzeiger vom 10.9.2012
Einige Schweizer Stromunternehmen klagen über sinkende Rentabilität ihrer Pumpspeicherwerke.Sie haben dabei in der Vergangenheit offensichtlich die schnelle Entwicklung auf dem Markt der Erneuerbaren falsch eingeschätzt oder haben geglaubt, dass sie mir ihrem starken Widerstand die Energiewende verzögern können.

Jetzt agieren sie weiter nicht zukunftsgerichtet und ohne Visionen. Anstatt die Energiewende nun mit Volldampf veranzutreiben, also die Photovoltaik in der Schweiz schleunigst auszubauen, die konventionelle Stromerzeugung dabei parallel herunterzufahren und dann mit den Pumpspeichern den tagsüber produzierten Solarstom Nachts wieder lohnend einzuspeisen, versuchen sie weiterhin teure Kohlekraft oder Gaskraftwerke im Ausland zu bauen (Repower), in der Presse die Energiewende als zu teuer zu verteufeln und zusätzlich noch Subventionen zu fordern. Dass sie besonders mit dem Bau weiterer konventioneller Kraftwerke die Pumpspeicherwerke, die sie selber geplant haben noch weniger rentabel machen, scheint irgendwie nicht klar zu werden.

Das ist schade, denn gerade die bestehenden Stromunternehmen hätten die besten Startbedingungen um dank und mit der Energiewende auch in Zukunft gute Geschäfte zu machen.

Lichtblick
Wir haben eine Pelletheizung von Ökofen im Keller. Seit einem Jahr entwickelt die Firma mit Volldampf eine kombinierte Heizung mit Wärme und Stromerzeugung, eine sogenannte Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK). Nachdem solche Anlagen für Gas seit wenigen Jahren schon im Markt sind und auch bei Einfamilienhäusern nun die kombinierte Erzeugung von Strom und Heizungswärme möglich ist, gab es solche Systeme für Holzheizungen (als Blockkraftwerk) nur für grössere Wohneinheiten. Zukünftig gibt es also neben der PV-Solaranlage für den Sommer, zusätzlich die Möglichkeit im Winter seinen Strombedarf selbst mit erneuerbaren Energien zu decken. Das System geht nun in die Feld- und Langzeittests, bis es dann auf den Markt kommt.
http://www.okofen-e.com/de/okofen-e/oekofen_e-pelletsheizung.html

Viele Spass beim Lesen
Christina

Freitag, 31. August 2012

Wieder da


Liebe Freunde, Verwandte und Bekannte

Hier die neueste Mail zu meinem Blog. Alle Mails und mehr findet ihr unter:
http://christina-fuer-nachhaltigkeit.blogspot.com

Aktuell
Nach 32 mal  Umsteigen mit je 16 Gepäckstücken auf Fahrrad, Bus, Bahn und Schiff und tollen Erlebnissen beim Campen, LindyHoppen, radeln, baden, Blaubeeren und Himbeeren pflücken, Kanu fahren, klettern, Mücken erschlagen, kratzen und besichtigen in Kopenhagen - Kalmar - Linköping - Stockholm - Herräng - Trondheim - Oslo - Hamburg, sind wir wohlbehalten wieder zurück und der normale Alltag hat uns wieder. Der Urlaub hat gut getan und gezeigt, dass man auch den hohen Norden sehr gut mit Kindern und ohne Auto oder Flugzeug bereisen kann. Der Platz und die Weite sind toll, aber es war schön noch einige richtig heisse Sommertage in der Schweiz zu haben. Wir sind direkt aus dem Nachtzug an die Limmat und haben erst mal gebadet.

Ich freue mich jetzt auch wieder aufs Schreiben, muss aber erst wieder reinkommen. Deshalb heute nur ganz kurz.

Aktuell in Zürich - Olli tritt auf
Am Wochenende finden in Zürich an der ETH die Zürcher Wissenschaftstage (Scientifica) statt. An zwei Tagen gibt es Vorträge, Experimente, Ausstellungen mit Schwerpunkt Gesundheit. Olli hat an der Veranstaltung auch einen grossen Auftritt, er macht nämlich mit seiner Klimaskeptiker Nummer am Samstag beim Science Slam mit. Wir werden also mit den Kindern da sein und ihn unterstützen.
http://www.scientifica.ch/
http://www.scientifica.ch/events/scientifica-zelt/science-slam/

Lichtblick
Ich habe heute einen lustigen Clip gesehen, der die Herausforderungen beim Kampf gegen den Klimawandel in wenigen Sekunden zeigt http://apps.facebook.com/fightcotwo/Viel Spass


Gruss
Christina

Freitag, 6. Juli 2012

Ihr Katastrophe’hen kommet

Ihr Katastrophe’hen kommet
oh kommet doch bald
Und rettet die Erde
und rettet den Wald
denn seht wie die Menschen in wenigen Jahrn
Mit Erde und Meer schlimm sind verfahr’n

Je früher wir merken, je eher verstehn
dass alles kaputtgeht, was wir je gesehn

desto schneller, so hoff ich, wird etwas passier’n
bevor es zu spät ist, müssen wir reagier’n

Aktuell
Fragt mich nicht, warum mir ausgerechnet dieses Weihnachtslied wie ein Ohrwurm im Kopf rumgeistert und mich zum dichten inspiriert hat, ich weiss es nicht. Aber Grass hat es auch mit einem “Gedicht” auf die Titelseiten geschafft - man weiss ja nie.

In den USA ist die Zukunft eingetroffen. Hitzewellen und Stürme legen ganze Metropolen lahm, die Menschen leiden unter Zerstörung, Stromausfall und Hitze. Solche Szenarien werden mit beschleunigtem Klimawandel immer häufiger. Alle klagen über Hitzetote und fehlende Klimaanlagen. Das mutet schon fast etwas grotesk an, im Angesicht von Millionen von Menschen, die in Afrika durch den Klimawandel verhungern oder ein Leben lang unter grosser Hitze leiden, ohne je eine Klimaanlage geschweige denn eine ausreichende Wasserversorgung zu haben.

Aber so schlimm diese Katastrophen für den Einzelnen sind. Es ist wichtig, dass es sie gibt. In den USA kommt doch endlich mal wieder die Diskussion über den Klimawandel in Gang und man kann nur hoffen, dass die grössten Erzeuger von Klimagasen realisieren, dass es 
1. den Klimawandel gibt (in den USA gibt es mächtige Klimaleugner, z.B. die Öl- und Gasindustrie) und 
2.  dass dieser auch für Amerika selber schlecht ist und nicht nur für weit entfernte Afrikaner. 

Wenn man in news.google.com die Worte “heat wave climate change” (Hitzewelle Klimawandel) eingibt, dann erhält man 512 Treffer über Artikel die in der englischsprachigen Presse in den letzten 2 Tagen veröffentlicht worden sind. In allen wichtigen US-Zeitungen wird ausführlich der Zusammenhang zwischen Extremereignissen und Klimawandel diskutiert. Ich habe einige Artikel gelesen und überwiegend erscheint mir die Berichterstattung gut zu sein und die Gefahren des drohenden Klimakollapes gut darzustellen.

Wer nicht hören will, muss fühlen
Stimmt immer noch, denn offensichtlich (wie auch Fukushima zeigt), muss immer erst etwas passieren, bevor man schlauer wird (und manchmal hilft selbst das nicht). Leider haben wir aber nicht die Zeit, um die schlimmen Ereignisse abzuwarten und dann zu sagen, so jetzt ändern wir uns und dann wird alles wieder gut. 

Denn sobald einige Klima-Kipppunkte zu weit überschritten sind, können wir CO2 sparen, wie wir wollen, es wird nichts mehr bringen. Deshalb brauchen wir so schnell wie möglich die Katastrophen, Überschwemmungen, Trockenheiten usw.. 

Denn das Meer schwächt leider den Effekt vom CO2 enorm ab, indem es ein riesiger CO2 Speicher ist und ausserdem auch noch Wärme speichert. Dadurch wird die Erwärmung der Atmosphäre verlangsamt. Das ist aber eine heimtückische Verzögerung, denn sobald das Meer zu warm wird, gibt es den gespeicherten und noch zusätzlich CO2 ab und dann kann es plötzlich noch schneller gehen.
In der wärmeren Luft kommt es häufiger zu Waldbränden = mehr CO2.
In den Permafrostböden taut das Methan auf = mehr Klimagase.
Leider ist der Klimawandel ein Paradebeispiel für positive Feedback-Mechanismen, also sich selbst verstärkende Effekte.
Aber bereits jetzt enthält die wärmere Luft mehr Feuchtigkeit. Feuchtere warm Luft führt häufiger zu starken Niederschlägen und Hagel und zu Extremereignissen.

Hagel
Jeder, der gärtnert weiss, wie verheerend Hagel die gesamte Ernte vernichten kann. Wenn nun häufiger Hagelstürme über die Ernte niederprasseln, dann ist die Möglichkeit von Ernteausfällen viel grösser. Sommergewitter, schwülwarme Luft, weniger Abkühlung gerade in der Nacht. Alles Effekte des Klimawandels.
http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2012/07/05/Schweiz/Klimaexperte-zu-Wetterextremen-Damit-muessen-wir-leben?WT.zugang=front_na4

Und noch was. Die etablierte Stromindustrie versucht uns vorzugaukeln, dass mit bestehenden Kraftwerken unsere Stromversorgung sicher ist und mit Erneuerbaren nicht. Ich weiss nicht, ob die Stromunternehmen in den USA mit denselben Märchen auf Kundenfang gehen. Mir persönlich erscheint es viel sicherer mit einer PV Anlage auf dem Dach, einem kleinen Speicher im Haus zumindest an heissen Sommertagen meinen Strom selber herstellen zu können. Dezentrale Systeme sind normalerweise viel stabiler, dann z.B. wenn wegen mangelnder Kühlungsmöglichkeit konventionelle Kraftwerke gedrosselt werden müssen.

Lichtblicke
Das Solaranlagen sichere Werte sind, das finden offenbar auch die Wiener. Alle Anteile am ersten Wiener Solarkraftwerk sind innerhalb von 26 h verkauft worden.
http://wien.orf.at/news/stories/2522906/

Ich finde, dass wir vor allem alle geeigneten Dächer und Fassaden nutzen sollten. Trotzdem ist es sicher gut, auch andere Optionen anzuschauen. z.B. bieten sich Autobahnränder oder Parkplatzüberdachungen an. Orginell sind auch Solaranlagen in Schweizer Bergseen, auf Lawinenverbauungen oder an Liftanlagen.

Solaranlagen entlang der Autobahnen:
http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/wirtschaft/detail/-/specific/Laut-Studie-kommt-Strom-im-Freistaat-von-der-Autobahn-932658804
und auf Seen:
http://www.20min.ch/wissen/news/story/10111578

Aktiv in Zürich
Es gibt einen neuen Guerilla Garten in Zürich Altstetten - der KulturGarten Labitzke. Eine leerstehende Brache wurde in einer Aktion von Freitag auf Samstag bepflanzt und mit verschiedenen Aktionen für das Quatier eingeweiht. Jeder ist willkommen.
http://naturschutz.ch/aktion/pflanz-dich-frei/50167

Mal abschalten - auch den Strom
Seid ihr Ferienreif? Ich bin’s und wir werden ab 20.7. für immerhin 4 Wochen in den Norden reisen - mit Zug und Klapprädern. Mal sehen, ob ich dort zum Bloggen komme. Zu hause werden wir sicher den Strom in dieser Zeit komplett abschalten, so dass kein Geräte auf Standby heimlich Strom verschwenden kann. Das ist schnell gemacht und spart sowohl Geld wie auch Atomkraftwerke.

Liebe Grüsse
Christina

Freitag, 29. Juni 2012

Leserbrief in der NZZ Online



http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/die-energiewende-wird-romantisch-verklaert-1.17297081


Mein Leserbrief zu einem Interview in der NZZ mit E.On Chef Teyssen


Warum wird keine einzige Frage zur Verantwortung der Unternehmen in Bezug auf Klimawandel gestellt. Oder in Bezug auf die Kosten, die uns die Entsorgung des Atommüll kosten wird. Oder über die Subventionen, die die Energiekonzerne auch für die konventionellen Energien bisher schon immer bekamen, die sie aber nie an die grosse Glocke gehängt haben. Oder Fragen zu den Nebeneffekten bei der Förderung des Schiefergases in den USA, wo zum Teil das Trinkwasser massiv belastet wird. Oder zu den Kosten, die der Neubau von AKW bedeuten würde. Oder zu den Strompreisen in Zukunft, wenn wir neue AKW bauen würden. Mir erscheint das Interview einer NZZ nicht würdig. Keine einzige kritische Frage.


gruss
Christina