Freitag, 22. Juni 2012

Rio und Mehr

Liebe Freunde, Verwandte und Bekannte

Hier die neueste Mail zu meinem Blog. Alle Mails und mehr findet ihr unter:
http://christina-fuer-nachhaltigkeit.blogspot.com

Aktuell
Während unsere "Führer" in Rio um einen gesichtswahrenden Umwelt-Kompromiss ringen, der nichts löst, aber schön klingt, geht es in Europa mit der Finanz- und Wirtschaftskrise weiter bergab. Spanien, Griechenland und Co versinken in Chaos, während die Politiker immer noch so tun, als könnte man das Problem mit den bisherigen Mitteln lösen. Aber diese Krisen zeigen uns deutlich, dass es so einfach nicht mehr weitergeht. Unser Finanz- und Wirtschaftssystem hat dazu geführt, dass wir immer mehr unsinnig bauen, konsumieren, produzieren und verschwenden, nur damit wir ständiges Wachstum haben, um unsere immer stärker steigenden Schulden weiter decken zu können. Und das auf Kosten der Natur und unserer Nachkommen. 

Klinisch tot, aber neue Kleider
Aber anstatt das zu thematisieren und wirkliche Lösungen für die Ursachen zu suchen, wird an den Symptomen herum gedoktort. Wir sollen alle noch mehr Müll aus China und Deutschland kaufen, neue Handys, Flachbildschirme, das hundertste Paar Schuhe oder Kleider, obwohl der Schrank schon überquillt. Am besten alles Alte auf den Müll, damit es Platz hat für neuen Müll. Damit wir Alle weiter Arbeit haben und diesen Unsinn weiter herstellen können. Ob Sinnvoll oder Nicht, aber es bleibt uns keine Wahl - die Schulden wachsen weiter und wir müssen produzieren, produzieren, damit wir die Zinsen überhaupt zahlen können. Von Schuldenabbau keine Rede.

Wenn es nur darum ginge, dass es eine Wirtschaftskrise gibt, oder irgendwann unser Finanzsystem zusammenbricht, dann würde ich sagen - warten wir’s ab. Aber leider werden dabei alle unsere Lebensgrundlagen zerstört, unsere Meere, unser Klima und unsere Regenwälder. Denn mit jedem neuen Euro, Franken oder Dollar, der in das System gepumpt wird, ist mehr Geld da, um für einen Konsum von unsinnigen Dingen, Raubbau an der Natur zu betreiben, d.h. zu viel zu Essen, zu Kaufen, zu Fliegen, zu Fahren. Denn bei mittlerweile 7 Mrd Menschen hat jedes Mehr riesige Auswirkungen.

Aber wenn wir Geld drucken können, um unsinnigen Konsum anzukurbeln, dann könnten wir ja auch Geld drucken um die Energiewende oder mehr Lebensqualität mit weniger Konsum zu finanzieren.

Strom ist zu billig !
In Deutschland wird derzeit ein Zeitungskrieg gegen die erneuerbaren Energien geführt, mit der Begründung, dass wir uns das nicht leisten können, dass die armen Menschen zu wenig Strom haben und den nicht zahlen können. Das alles lenkt stark davon ab, dass z.B. an den Strombörsen durch Photovoltaik Anlagen Mittags der Strom viel billiger geworden ist. Die Stromanbieter haben einfach Angst um Ihr Monopol. So versuchen sie, uns Angst zu machen vor Investitionen in die Zukunft, während gleichzeitig Milliarden in den Erhalt von unsinnigen zukunftsgefährdenden Industrien gepumpt werden. Strom ist sogar immer noch viel zu billig, denn es fehlt offensichtlich der Anreiz sparsam damit umzugehen. In unserem Haushalt z.B. haben wir mit ein paar schaltbaren Mehrfachsteckdosen und etwas anderem Verhalten den Verbrauch und die Kosten drastisch reduziert.

Ich glaube nicht, ob es ein Grundrecht auf Plasmabildschirm und Halogenleuchtschiene geben sollte, wenn das bedingt, dass gleichzeitig Kohlekraftwerke betrieben werden müssen, die unser Klima und die Gesundheit zerstören. Man darf nicht vergessen, dass Kohle und Atom über die Jahre massiv subventioniert worden sind und noch weiter subventioniert werden. Nun jammert die Branche, weil mit Solar und Windsubventionen mal Andere in den Genuss der Gelder kommen. 

Lösungen
Jeder Einzelne kann sich soweit wie möglich aus dem System ausklinken, indem man einfach weniger und ganz Bewusst konsumiert. Zusätzlich soweit möglich aktiv werden, durch Leserbriefe, Gespräche mit Politikern und Freunden, Wählen gehen und im Internet vernetzen und abstimmen.

Denkt daran! Europa ist ein riesiger Markt für China und die anderen Länder. Wenn wir nicht mehr kaufen, dann müssen Alle ihre Strategie überdenken. Schussendlich gehen in China so viele Kohlekraftwerke ans Netz, weil die Chinesen Produkte für Europa herstellen. 

Lieber jetzt eine totale Krise, sparen, zurückschrauben und uns neu ausrichten, als noch ein paar Jahre wild konsumieren und dann mit der zerstörten Umwelt ganz schnell ganz unten zu sein, ohne Aussicht auf Besserung. 

Aktiv dabei
Avaaz und 350.org haben eine grosse Online Aktion gestartet um noch einmal Druck auf Politiker in Rio aufzuüben. Sie wollen erreichen, dass Fossile Energie zumindest nicht mehr subventioniert werden. Damit werden Milliarden frei für andere Investitionen.
Bitte macht mit - das geht ganz schnell:

http://www.avaaz.org/en/save_rio_save_the_planet/?fp
oder 
http://350.org/

Lichtblick
“Wir gewinnen die Schlacht, aber verlieren den Krieg.” sagte Kumi Naidoo, CEO von Greenpeace letztens bei einer Veranstaltung in Zürich. Trotzdem ist es wichtig von den gewonnenen Schlachten zu berichten, damit man den Mut nicht verliert. Jane Goodall war mir kein Begriff, bis wir letzte Woche den Film “Janes Journey” gezeigt haben. Aber diese Frau ist so beeindruckend und inspirierend, dass ich heute unbedingt noch mal darüber berichten muss. Sie ist mittlerweile 78 Jahre alt und setzt sich seit 30 Jahren ununterbrochen für den Erhalt der Natur, Menschen und Schimpansen ein. Sie hat unter anderem in vielen Ländern eine Organisation “Roots and Shoot” gegründet, die sich an Kinder wendet und speziell denen Mut geben soll, die sich in ausweglosen Situationen, z.B. Flüchtlingscamps, Lager, Reservaten usw. befinden. Schaut den Film, am besten mit ein paar Freunden.
http://www.rootsandshoots.ch/
http://www.guardian.co.uk/sustainable-business/rio-20-greenpeace-war-finance-sector?newsfeed=true

Liebe Grüsse
Christina

Freitag, 8. Juni 2012

Klimacamp Schweiz in Zürich

Aktuell
Wir haben es geschafft. Das Klimacamp ist bewilligt und findet wie geplant vom 3.6.-10.6. am Platzspitz im Park vom Landesmuseum statt. Wir waren mit den Kindern schon ein paar mal am Camp. Die Stimmung ist gut, es gibt interessante Workshops, gutes Essen und abwechslungsreiches Abendprogramm. Jeder ist willkommen, für kurz oder lang vorbei zu kommen. 

Und so fing es an
Oliver und ich waren in den letzten beiden Jahren mit den Kindern am Klimacamp und fanden es sehr schön, so dass wir beschlossen im Organisationsteam mitzumachen. Als wir im Herbst die ersten Sitzungen zur Camp-Planung hatten, war hatte gerade die Occupy-Bewegung gestartet. Dort hatten es die Aktivisten geschafft längere Zeit auf dem Lindenhof zu campieren. Wir beschlossen, dass das auch für das Klimacamp für eine Woche in der Stadt Zürich möglich sein sollte. Wir planten also das Camp, ohne genau zu wissen, ob unsere Rechnung aufgehen würde, obwohl es natürlich auch Bedenken gab, da das Klimacamp hat einige grosse Aufbauten hat. Wenn man Diese umsonst auf- und wieder abbauen müsste, dann wäre das sehr mühsam.

Wir waren also alle sehr gespannt, ob unser Plan funktionieren würde. Der vereinbarte Treffpunkt war letzten Sonntag am Stadelhofen. Dort wurden Zettel mit verschiedenen Wegen zum Ziel verteilt. So kamen wir aus verschiedenen Richtungen auf den Platzspitz zugelaufen. Der Platz war bis zum Schluss geheim gehalten worden, damit unser Aufbauteam mit den Wagen ohne Störung vor Ort fahren konnte. Es klappte wie am Schnürchen und ca. 100 Leute halfen trotz strömendem Regen beim Aufbau des Camps mit. Als dann die Polizei eintraf, wurde mit der Unterstützung von erfahrenen Greenpeace Aktivisten verhandelt. Parallel war auch schon Kontakte zum Stadtrat Leupi aufgenommen worden, welcher Polizeivorsteher ist.
Am Mittwoch schliesslich konnten wir die offizielle Bewilligung entgegen nehmen, dass wir bis zum Abbau am Montag bleiben können  - Jippi!

Highlights am Camp
Heute nachmittag um 14:30 hält Oliver seinen Workshop, wie man mit Klimaskeptikern argumentiert. Parallel gibt es weitere Workshops. Von 17:30 bis 19 Uhr kann man mit dem Kochteam vegan kochen lernen und direkt das Abendessen vorbereiten.

Morgen Samstag steht im Zeichen des Regenwaldes. Der wird nämlich rasend schnell abgeholzt und den ganzen Tag finden verschiedene Aktionen statt um darauf aufmerksam zu machen. Um 13:30 ist der wichtigste Termin, wo wir alle vom Landesmuseum zur Rathausbrücke laufen und dort für den Erhalt des Amazonas eintreten (Trommeln für den Amazonas). Es wäre wirklich toll, wenn ihr hier kommen würdet. Abholzung zu stoppen, ist die einfachste Möglichkeit CO2 zu sparen. 
http://assets.gfbv.ch/downloads/flyer_trommeln_fur_den_amazonas_juni_2012.pdf

Am Sonntag 10.6. schliesslich findet eine gemeinsam gestaltete Ausstellung statt und parallel auch der Kinderkochkurs und ein Kleidertausch (12 Uhr).
Oliver und ich werden mit den Kinder von Freitag nachmittag bis Sonntag abend am Camp sein. Kommt doch mal vorbei und lasst euch inspirieren. Man kann auch einfach sitzen, mit Leuten schwätzen, vegan essen, sich informieren, lesen, basteln usw. Jeder ist willkommen !

Warum Klimacamp
Die Klimaerwärmung ist in vollem Gange, in den Alpen sind wir schon bei über 1.5 Grad plus und es ist bereits jetzt klar, dass sich viele Spezies nicht so schnell anpassen können. Wenn wir so weiter machen, dann essen, trinken, verfahren, verfliegen, verspassen wir die Zukunft unserer Kinder und der meisten anderen Lebewesen auf dem Planeten.
Interessante Arte Dok gestern Abend (bei mir hat der Link leider nicht funktioniert):
Klimawandel konkret: http://videos.arte.tv/de/videos/klimawandel_konkret-6707992.html
Diese wird nochmal am Samstag um 10:50 ausgestrahlt.

Donnerstag 14.6.: Jane’s Journey 
Letzter Termin der Filmreihe Nebenrolle Natur: Wir zeigen einen Film über die weltbekannte Naturforscherin Jane Godall
Wo: Kunstraum WALCHETURM. Kanonengasse 20, 8004 Zürich
"If we are the most intellectual creature that has ever walked on the planet, how come we are destroying that planet?
Almost 25 years ago famed primatologist Dr. Jane Goodall gave up her career in order to devote her entire time and energy to the mission of saving our planet. As this charismatic woman tells us about her life, she is shown among her beloved chimpanzees in Africa, as well as on her travels around the globe to spread her message that there is still hope for future generations. "

Highlight = Lichtblick
Olli wird im Vorprogramm des Films nächste Woche seine kurze Komedy-Show zum Thema Klimaskeptiker zeigen. 
(Do., 14.6. Walcheturm)

Liebe Grüsse
Christina

Donnerstag, 31. Mai 2012

Netz und Vernetzung

Aktuell ist viel los
Bei mir ist zur Zeit die Hölle los, deshalb kommt mein Blog auch recht unregelmässig. Aber auch politisch und gesellschaftlich dreht sich das Karussell immer schneller. 

Netzausbau, jetzt aber schnell
Die deutsche  Bundesregierung will nun den Netzausbau beschleunigen. Sie merkt, dass die grossen Stromunternehmen jahrelang nicht zukunftsgerichtet gedacht haben. Nun soll alles ganz schnell gehen und dem Bürger wird die Schuld aufgeladen, wenn die Netze nicht schnell genug ausgebaut werden können.

Auch in der Schweiz hat man gemerkt, dass die Stromunternehmen zwar jahrelang rekordtiefe Strompreise verrechneten, dafür aber den Ausbau für die Zukunft vernachlässigt haben. Wir profitieren massiv von Investitionen, die unsere Grossväter Anfang und Mitte des letzten Jahrhunderts getätigt haben. Das scheint leider ein Kennzeichen unserer Generation zu sein: Ausruhen auf Errungenschaften der Vergangenheit und leben auf Kosten unserer Nachfahren.

18 Milliarden soll der Ausbau der Netze bis 2050 kosten und die Bundesrätin Doris Leuthard hat wirklich gut erklärt, dass Strom ein kostbares Gut ist, mit dem man sorgfältig und sparsam umgehen muss. Sie erklärt auch, dass die Preise steigen müssen und dass wir effizienter werden müssen. Leider soll aber im Zuge der Beschleunigung auch das Beschwerderecht massiv eingedämmt werden.
http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2012/05/23/Schweiz/Energiepolitik/Atomausstieg-Bundesrat-will-bei-Stromnetz-Gas-geben

Ich will die Energiewende, aber ich bin trotzdem kein Freund des gepressten Netzausbaus. Mit einer schlauen Netzführung, vielen unterirdischen Leitungen, intelligente Steuerung und regionale Energieerzeugung könnte man das Problem vermutlich entschärfen. Warum sollen Stromintensive Branchen nicht dort sein, wo der Strom erzeugt wird? Oder warum sollen Maschinen nicht dann laufen, wenn viel Strom im Netz ist? Aber das ist natürlich nicht im Interesse der grossen Stromunternehmen und Industrie, die jetzt gerne klotzen möchten. Ich habe mal einen interessanten Vortrag zum Thema gelesen, der aber nicht ganz einfach ist. Prof. Gunzinger hat berechnet, dass die Energiewende auch mit einem moderaten Netzausbau möglich ist, sofern es intelligent gesteuert ist. Für sehr interessiert Leser: http://idee-suisse.info/wp-content/uploads/Denkanstoss_Plan-B-oder-Fakto_-2.pdf

Klimacamp in Zürich
Schon nächste Woche findet das legendäre Klimacamp in Zürich statt. Es soll auf den Klimawandel aufmerksam machen, vernetzen, informieren und zum Handeln anregen. Am Sonntag den 3.6. wird das Camp aufgebaut und ab Montag finden rund um die Uhr Aktivitäten statt. Von verschiedenen Organisationen werden ca. 50 Workshops angeboten. Es gibt Filme und Musik am Abend, veganes Essen, aktives Beisammensein. In den letzten Jahren waren wir immer mit den Kindern am Camp und es hat uns sehr gut gefallen. Wer in der Woche nicht kann, sollte sich wenigstens das Wochenende 9./ 10. 6 freihalten. Dort findet gemeinsam mit verschiedenen Organisationen eine Demonstration zum Schutz des Regenwaldes und eine Ausstellung (2 Blicke in die Zukunft) statt. Jeder ist willkommen, man kann auch einfach für einen Abend oder für ein Essen vorbeischauen. Ich habe unsere Kinder für den veganen Kinderkochkurs am Sonntag angemeldet.
http://www.klimacamp.ch/index.php/programm

Filmfestival in Zürich 
Am Dienstag den 5.6. findet in Zürich über dem Museum für Gestaltung, Ausstellungsstr. 60 das schweizweite Filmfestival von Filme für die Erde statt. Zusammen mit Edwin bin ich dort Eventmanager. Es gibt ein tollen Programm, welches parallel in 14 Städten in der Schweiz stattfindet. Morgens ist Kino für Schüler und ab 17:30 ist Türöffnung für das Abendprogramm. Neben einem feinen Apero, gibt es eine Ausstellung, einen Kurzfilmwettbewerb, den Hauptfilm “Taking Root” und vieles mehr. Das alles gegen eine freiwillige Spende. Ich freue mich, wenn ihr den Anlass weiterempfehlt und ich euch zahlreich begrüssen darf.
http://filmefuerdieerde.ch/12-6-5

Lichtblick
Erstmals wurde in Deutschland so viel Solarstrom erzeugt, wie 20 Atommeiler liefern. Das zeigt das Potential der erneuerbaren Energien eindrücklich. Speziell Solarstrom liefert den Strom genau zu den Spitzenzeiten Mittags und direkt lokal bei den Haushalten, wenn viel Strom gebraucht wird. Der Ausbau funktioniert also. Verteuert hat sich der Strom durch den solaren Ausbau nur um ca. 3 Cent. Wenn man ihn mit anderen Ausgaben im Haushalt vergleicht, dann ist Strom immer noch billig und es besteht zusätzlich ein riesiges Sparpotential durch Effizienzmassnahmen.
Der angebliche billige Kohle und Atomstrom ist gar nicht so billig, wenn man die Vollkosten von Endlagerung und Umweltverschmutzung mitrechnet. Der Vergleich hinkt also und subventioniert werden Kohle und Atom auch massiv, aber es taucht nicht in der Stromrechnung auf. Wir dürfen uns also zurecht über den Spitzenplatz bei der Solarstromerzeugung freuen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/solarzellen-liefern-leistung-von-20-atomkraftwerken-a-835417.html

    liebe Grüsse
            Christina

Mittwoch, 16. Mai 2012

Petitionen, Film und Regenwald

Das menschliche Angesicht des Klimawandels
Leider ist diese Woche wegen Auffahrt extrem kurz, deshalb nur wenige ganz kurze Meldungen, aber dafür ein schönes Foto.

Aktuell und kurz entschlossen in Zürich
Morgen zeigen wir in unserer Filmreihe einen beeindruckenden Film, der die menschliche Seite des Klimawandels zeigt. Ich selber kann leider nicht dabei sein. Achtung, wegen eines Brandes in der Roten Fabrik findet die Vorführung in einem anderen Raum statt. Neu um 20.30h im Kunstraum Walcheturm, Kanonengasse 20 (zwischen Zürich HB and Langstrasse).
Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=28MH3jZlucc

Regenwald in Brasilien
Auf der Seite www.regenwald.org laufen einige wichtige Unterschriftensammlungen zum Schutz des Regenwaldes. Besonders wichtig ist es derzeitig in Brasilien, wo eine Änderung des Gesetzes riesige Gebiete des Waldes gefährdet. Ich unterschreibe regelmässig auf dieser Seite. Es geht sehr schnell, man kann seine Daten speichern und muss dann nur noch auf ok klicken. Schaut doch mal rein.

Petition im deutschen Bundestag
Im deutschen Bundestag wurde eine E-Petition gestartet, die fordert, dass Kohlekraftwerke nachweisen müssen, woher ihre Kohle stammt und ob sie unter Einhaltung der  Menschenrechte abgebaut wird. Auch hier habe ich schon ein Login und kann so mit wenigen Klicks Bürgeranliegen unterstützen. Das ist praktisch, wenig Aufwand und man kann erreichen, dass es zumindest im Bundestag angehört werden muss.
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=24056

Viel Spass beim Lesen und Handeln
            Christina

Mittwoch, 9. Mai 2012

Schnitzel, Braten, Wurst

Aktuell
350.org will die Welt an eine wichtige Zahl erinnern. Ca. 600’000 Jahre war die CO2 Konzentration der Erde nicht über 280 ppm. Nun sind wir bei fast 390 ppm. Viele Wissenschaftler sagen, dass 350 ppm ein Wert ist, denn wir wieder erreichen müssen, damit das Erdklima sich wieder stabilisiert und nicht weiter erwärmt. D.h. anstatt immer mehr CO2 in die Luft zu jagen, müssten wir das CO2 sogar langfristig absenken. 
Am 5.5. 2012 haben weltweit tausende von Menschen Fotos von beunruhigenden Wetterphänomenen eingeschickt, damit wir endlich kapieren, dass der Klimawandel längst keine Zukunftsvision, sondern bereits im Gange ist. Die Masse der Fotos ist wirklich sehenswert.
http://www.climatedots.org/
CO2 Wissen:  http://christina-fuer-nachhaltigkeit.blogspot.com/2010/10/treibhausgase-sind-wichtig.html

Braten, Schnitzel, Wurst - mmh oder bäh?
Ich bleibe noch etwas beim Thema Fleisch, da es auch für das Klima von enormer Bedeutung ist. Ich habe noch etwas recherchiert und bin dabei auf zwei interessante Studien gestossen.

Die WWF-Studie geht vor allem auf den Flächenverbrauch ein. Deutschland braucht eine Fläche so gross wie Österreich um das verzehrte Fleisch zu erzeugen. Also sowohl Wiesen zum Weiden, wie auch Acker für Mais und Soja Anbau. Mit ca. 60 kg Fleisch im Jahr isst der Deutsche doppelt so viel wie gesund wäre. Es werden also nicht nur Unmengen Fleisch weggeschmissen, nein wir essen uns an den Braten auch noch krank. Wenn ich das so betrachte, dann müssten wir uns einfach nur gesünder ernähren und weniger verschwenden um das Problem des Landraubs in den Griff zu kriegen. Also kein Verzicht - sondern im Gegenteil alle würden gewinnen:
http://www.wwf.de/fleisch-frisst-land/

Die zweite Studie von der “Erklärung von Bern” zeigt ähnliches für die Schweiz auf. Auch hier wird für die Nahrungsmittelproduktion fast gleich viel Land im Ausland gebraucht, wie im Inland. Auch hier ist der Fleischkonsum doppelt so hoch wie empfohlen und es werden riesige Menschen Mais und Soja aus Südamerika importiert und dort der Regenwald zerstört. Greenpeace  hat jetzt eine Petition gestartet und fordert, dass Schweizer Kühe nur noch Schweizer Gras essen sollen: http://www.greenpeace.org/switzerland/de/Kampagnen/Landwirtschaft/Gras-statt-Soja/Petition-Gras-statt-Soja/
Spannende Hintergründe zum Thema Fleisch: http://www.evb.ch/p19305.html

Weniger is(s)t mehr und gesünder
Wie so oft wäre das Vernünftige und Gute so einfach, man müsste es nur machen. Solange aber mächtige Firmen und Verbände davon profitieren, wenn wir uns krank essen und nebenbei auch noch die Umwelt zerstören, so lange die Werbung auf uns prasselt und uns weis machen will, dass wir immer alles und mehr brauchen, so lange schlechtes Fleisch so billig ist und wir die wirkliche Qualität nicht merken - so lange wird dieser Wahnsinn wohl noch weitergehen.

Was braucht es zur Lösung: Tierquäler- und Umweltzerstörer Fleisch muss teurer und unattraktiver werden, die Gesundheitskosten, die Klimakosten, die Resistenzen gegen Antibiotika, all das muss eingerechnet werden - also Kostenwahrheit hergestellt werden. Mehr Werbung unter dem Motto - Ich leiste mir lieber weniger besseres Fleisch ! 
Und denkt dran: Wir Kosumenten haben die Macht. Jede unserer Entscheidungen im Laden zählt !

Lichtblicke
Oliver hat pünktlich zu seinem Geburtstag seinen neuen Solarkocher fertig gebaut! Mehr dazu im nächsten Lichtblick.

Greenpeace hat endlich mal wieder eine grosse Aktion in der Schweiz gegen Kohlestrom gemacht. Leider konnte ich nicht dabei sein, aber die Aktion an der Alpiq Generalversammlung in Lausanne letzte Woche hat Aufsehen erregt und den Aktionären klar gemacht, wo sie ihr Geld investiert haben. In der Deutschschweizer Presse wurde der Event totgeschwiegen, während in der Westschweiz und sogar in deutschen Medien darüber berichtet wurde.
http://www.greenpeace.org/switzerland/de/News_Stories/Newsblog/alpiq-muss-raus-aus-der-schmutzigen-energie/blog/40122/
Man kann online mitmachen:
https://www.facebook.com/AlpiqStopDirtyEnergy

Und in Süditalien hat eine Umfrage des WWF gezeigt, dass 61% der örtlichen Bevölkerung gegen ein neues Kohlekraftwerk sind. Repower hatte ja mal gesagt, dass sie nicht gegen den Willen der Bevölkerung bauen würden. Mal sehen, ob sie sich an Ihre Worte halten:
http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/italien-repower-kohlekraftwerk-saline-joniche_1.16749183.html
http://www.suedostschweiz.ch/politik/bevoelkerung-kalabrien-lehnt-repower-kohlekraftwerk-ab

ToDo in Zürich
Städte im Wandel, hier werden Lösungsansätze gezeigt, wie wir besser leben können. Der  Dokumentar-Film wird in der Schweiz zum ersten Mal gezeigt:  "In Transition 2.0" (E/d) am nächsten Sonntag, 13.Mai im Clubraum der Rote Fabrik, Seestrasse 395 um  18 Uhr oder Gemeinschaftsraum Kraftwerk 2, Regensdorferstr. 194, 19.00 Uhr.

    liebe Grüsse
            Christina

Marchaud_No3

Oliver's (mein Mann) neuer Solarkocher ist pünktlich zu seinem Geburtstag fertig geworden. Nun warten wir auf sonniges Wetter zum testen. Seine Erfindung ist die Kombination eines Box- mit einem Parabolspiegelkocher.

Freitag, 4. Mai 2012

James Hansen im Tagi


Folgender Artikel wurde über James Hansen im Tagi veröffentlicht, wenige Tage vor seinem Vortrag an der ETH. Ich finde den Artikel sehr gut.


James Hansen Der smarte Wissenschaftler, der für die Umwelt ins Gefängnis geht , TA vom 27. April

Susanne Erismann, Winterthur
Elfenbeinturm-Mentalität.
Typisch und bezeichnend, dass die Kritiker von James Hansen sich fragen, ob der Topwissenschaftler mit seinem Aktivismus nicht allmählich seine Autorität als Klimaforscher aufs Spiel setzt. Es ist in der Tat ein ungeschriebenes Gesetz im Wissenschafts- und Forschungsbetrieb, aktives Engagement nach aussen um jeden Preis zu vermeiden. Sich freiwillig derart zu exponieren, «in Szene zu setzen» oder gar als Aktivist belächelt zu werden, käme beinahe einem Todesurteil gleich. Und so schweigen die eigentlichen Fachleute und Spezialisten, obwohl gerade sie es besser wüssten und deshalb eigentlich aufklären müssten. In einer solchermassen kultivierten Elfenbeinturm-Mentalität, wo sich die Spezialisten verwandter Bereiche noch zusätzlich voneinander abschotten (und sich gegenseitig wenig Lorbeeren gönnen) statt fachübergreifend zu kooperieren, verkommen Wissenschaft und Forschung zum reinen Selbstzweck. Der Ruf eines verhältnismässig kurzen, aber ehrgeizigen Menschenlebens wird so wichtiger genommen als die Zukunft ganzer Generationen. James Hansen hingegen hat verstanden, worum es geht: Forschung und Wissenschaft haben einen Auftrag und somit Verantwortung. Nur angewandt und aufklärend finden sie ihre Glaubwürdigkeit und ihre Berechtigung. Warum die Gesellschaft mutigen Einsatz, auch von einzelnen Wissenschaftlern, oft zu wenig schätzt? Wo Einsatz, da ist auch immer Leidenschaft und Herz, letztlich Menschlichkeit. Doch offenbar sollen diese Werte in der kopflastigen Wissenschaft (und Gesellschaft?) nichts mehr verloren haben. Doch wie Martin Luther King schon sagte: «wozu leben, wenn man nichts hat, wofür es sich zu sterben lohnt» oder auf James Hansen bezogen: ... wofür es sich ins Gefängnis zu gehen lohnt.