Mittwoch, 14. März 2018

nachhaltiger Spass: Vergleich Escape Room, Exit, Escaperoom, Panic Room

Test und Vergleich Escape Room Spiele

Heute mal ein Post zu nachhaltigen Beschäftigungen in der näheren Umgebung: Ich habe mal geschaut was es im Raum  Zürich so an Escape Rooms gibt und wie teuer diese sind. Hier mein Test und Vergleich. Ich habe nicht alle probiert, sondern nur mal Adressen und Konditionen aus dem Internet raus gesucht. Das kann sich natürlich auch wieder ändern. Dieser Vergleich ist vom 14.3.2018. Ihr dürft mir gerne Kommentare senden.


Panic Room Games
www.panicroomgames.ch
Löwenstrasse 67, 41 76 604 43 46, info@panicroomgames.com
U-Boot sehr gut gestaltet, im Moment nur ein Spiel , 2-6 Spieler (7 nicht erlaubt)

The escape GmbH
www.theescape.ch
Löwenstrasse 69 | CH-8001 Zürich, 044 21 12 440, info@theescape.ch
3 Räume in  Zürich : Container, Casino, Prison
2-6 Personen, (7 nicht erlaubt)
CHF 119.- pro Spiel (es lohnt sich also mit mehreren Personen zu kommen)

Adventure Rooms
http://zurich.adventurerooms.ch
Uetlibergstrasse 240, 8045 Zürich, zurich@adventurerooms.ch
2-6, 7 spielen gegeneinander
Original / the gallery Spiel und Duell Modus möglich
mehr als 6 Personen können eine Verfolgungsjagt spielen, ansonsten nur 6 pro Gruppe
Hier war ich selber, es hat Spass gemacht und die Rätsel waren gut. Der Raum war nicht so gut gestaltet.

mission-escape
https://www.mission-escape.ch/
Riedstrasse 6, 8953 Dietikon

Escaperoom24
Escaperoom24.ch
Zürcherstrasse 182, 8406 Winterthur, T  079 646 82 73
mehrere Möglichkeiten zu spielen, auch draussen
2-7 Personen möglich
Während im Escape Room die Rätsel in mehreren Räumen gelöst werden, wird beim Escape Trail das Gebiet draussen um den Escaperaum zum Spielfeld (ähnlich wie ein Foxtrail). Sowohl im Raum, als auch auf dem Trail muss das Team verschiedenen Hinweisen nachgehen, aufmerksam sein, scharf kombinieren und knifflige Rätsel lösen, um weiterzukommen und rechtzeitig zum Ziel zu gelangen. Nach einer Stunde wechseln die Teams vom Escape Room zum Escape Trail und umgekehrt. Der spannende und abwechslungsreiche Teamevent dauert ca. 2.5 Stunden und ist in dieser Form einmalig!
Nur der Raum alleine dauert 1h und kostet bei 7 Personen CHF 170 (1h)
Escape Room und Escape Trail (das wären dann je zwei Durchläufe) kostet bei 7 Personen CHF 500 (2.5h inkl. Softgetränke in der Pause)

Hidden Games Zürich
https://www.hidden-games.deKriesbachstrasse 4, 8600 Dübendorf, Telefon: 044 822 80 82
3 Räume, 2 davon auch für 7 Personen
Preise gestaffelt ja nach Anzahl Personen
15 Google Rezensionen mit 4.7

Wir haben dieses Spiel gemacht ( Nationalbank) und es hat Spass gemacht und war schön gestaltet. Tolles Erlebnis. Wir haben es ganz knapp genau in der Zeit geschafft. 

2 Personen – 98,- CHF (49,- CHF pro Person)
3 Personen – 120,- CHF (40,- CHF pro Person)
4 Personen – 140,- CHF (35,- CHF pro Person)
5 Personen – 150,- CHF (30,- CHF pro Person)

6 Personen – 174,- CHF (29,- CHF pro Person)
7 Personen – 182,- CHF (26,- CHF pro Person)

Freitag, 19. Januar 2018

Liebe IG BCE, nehmt den Klimaschutz ernst

Liebe Verwandte, Bekannte und Freunde

Wer wenig Zeit hat: Direkt hier klicken und Unterschreiben

Die Medien sind derzeit mühsam: Die deutsche Politik setzt wieder auf die langweilige GroKo, die Pressefreiheit geht weiter den Bach runter, die Umwelt ist immer kurz vor dem Kollaps und Trump liefert seinen täglichen Twitter-Stumpfsinn.

Kein Wunder sind viele medienverdrossen und bezweifeln, dass sich irgendetwas zum Besseren wenden kann. Da scheint es natürlich auch unsinnig sich für etwas einzusetzen  -  bringt ja eh nichts.

Ich denke das auch oft, raffe mich dann aber doch immer wieder auf. Oder was würdet ihr tun, wenn  ihr verloren im Meer schwimmt und das Ufer nicht seht. Dann geht ihr doch auch nicht einfach unter, sondern versucht mit letzter Kraft in Richtung Ufer zu schwimmen. So ähnlich fühle ich mich oft bei meinem Kampf für Klima und Umwelt. Aber ich schwimme weiter und hoffe, dass wir das Ufer erreichen. Das gilt für mich, aber auch für viele andere, die sich täglich für etwas einsetzen, an das sie glauben. Aufgeben ist keine Option.

Natürlich kommen mir dabei immer viele Ideen, aber nur ein kleiner Bruchteil schafft es in diesen Blog und noch weniger münden in eine Aktion.

Schon lange aber gärt eine Sache in mir, die ich schlecht nachvollziehen kann. Gewerkschaften haben in der Vergangenheit viel Gutes für die Menschen bewirkt und viele von unseren heutigen Arbeiterrechten erreicht. Aber in den letzten Jahren haben Gewerkschaften angefangen sehr protektionistisch für einzelne Firmen und Branchen zu kämpfen, auch wenn diese Umwelt und andere Menschen stark schädigen. Ich rede dabei vor allem von der Kohleindustrie und der IG BCE ( Gewerktschaft für Bergbau, Chemie und Energie).

Diese Gewerkschaft setzt seit längerer Zeit die SPD unter Druck. Sie wollen:

  • die vergleichsweise wenigen Kohlearbeitskräfte bewahren
  • die Kraftwerk-Laufzeiten verlängern
  • in Kauf nehmen
    • dass dadurch in den erneuerbaren Energien hundertausende Jobs verloren gegangen sind
    • dass die Kohleverstromung weltweit Arbeiter und Umwelt schädigt
    • dass ihre Mitglieder und deren Kinder in den anderen Branchen auch geschädigt werden


Deshalb würde ich gerne mit der Gewerkschaft in Kontakt treten und diese auffordern ihre Haltung zu überdenken. Ich glaube, dass es helfen kann, mit den lokalen Gruppen und Vertretern zu sprechen, denn Gewerkschaften sind traditionell regional organisiert.

Ich habe daher eine Petition gestartet und bitte euch mir zu helfen:

A) Bitte unterschreibt die Petition
B) Bitte schickt dieses vorformulierte Mail an die Bezirksvertreter (Liste hier)
C) Bitte meldet euch bei mir, wenn ihr Erfahrungen mit Gewerkschaften habt.
D) Helft mit die Petition zu verbreiten - das Ziel ist 1000 Unterschriften.

Ich würde mich sehr freuen wenn wir das bald schaffen.

Liebe Grüsse, irgendwo aus der Mitte des Atlantiks ;)
Christina

Die Klimabewegung in der Schweiz


Zu diesem Blogpost habe ich auch einen Artikel im Journal 21 veröffentlicht. Es ist schon ein bisschen her. 

Klimagipfel
An der Klimakonferenz COP21 in Paris im 2015 konnte ein Abkommen zwischen 197 Ländern abgeschlossen werden, welches mittlerweile von allen Ländern ratifiziert wurde. Anstatt nun endlich an die Umsetzung zu gehen, gab es nun an der COP 23 in Bonn aber wieder Diskussion, da neben dem grossen Wackelkandidaten USA viele Staaten zwar Zusagen zum zwei Grad Ziel machen, die geplanten Massnahmen allerdings nicht ausreichen. Andere widerum machen ihre Zusagen von anderen Staaten abhängig. Auf diese Art steuern wir derzeit eine Welt mit deutlich höheren Temperaturen an.

Widerstand
Gleichzeitig steigt durch die erstarkende Klimabewegung der Druck auf die Regierungen. Zu Beginn der Konferenz gingen in Bonn 25'000 Menschen auf die Strasse, um vor allem für einen schnellen Ausstieg aus der Kohleverstromung zu protestieren. Immer mehr Bürger realisieren die Dringlichkeit durch die mittlerweile weltweit sichtbaren Auswirkungen des Klimawandels. Auch in den USA gab es dieses Jahre bereits riesige Demonstrationen für den Klimschutz mit über 300'000 Menschen .

Schweizer Klimabewegung
In der Schweiz wurden in den letzten Jahren ebenfalls neue Bewegungen gegründet, die sich mit etablierten Organisationen in der Klima-Allianz zusammengeschlossen haben. Christian Lüthi, Präsident der Klima-Allianz erklärt: "Der Masterplan Klima-Allianz 2016 zeigt, dass der Finanzplatz Schweiz den grösste Hebel für Klimaschutz in der Schweiz bietet, da die mit der Finanzindustrie in Verbindung stehenden Emissionen rund 20mal mehr als die hiesigen Inlandemissionen ausmachen. Deshalb bündelt die Klima-Allianz ihre Kräfte um den Finanzplatz zu desinvestieren. Vor allem die Pensionskassen sind Ziel der aktuellen Kampagne, da sie riesige Mengen unseres Geldes verwalten."

Divestment
Angetrieben wird die Entwicklung von der vor wenigen Jahren gegründeten NGO fossil-free.ch, die eng mit der gleichnamigen internationalen Kamapgne von 350.org zusammen arbeitet. Das Hauptziel des Vereins ist, alle grossen Investoren in der Schweiz anzusprechen und auf die Risiken der Anlagen im Bereich der fossilen Energien hinzuweisen. Dabei spielt sowohl der Umweltgedanke, wie auch die finanziellen Risiken eine Rolle. Allein in den letzten Jahren haben z.B. Kohlekraftwerke weltweit massiv an Wert verloren, einige mussten sogar schliessen. Das stellt natürlich ein beträchtliches Risiko für die Altersguthaben der Schweizer dar. Fossil-free vereinigt Menschen aller Altersgruppen und politischen Ausrichtungen. Im Vorstand finden sich Senioren, sowie junge Studenten. Organisiert werden die zahlreichen Veranstaltungen mehrheitlich durch Freiwillge. So hat fossil-free unter anderem die grosse Klimademo in Zürich im Winter 2015 mit über 2000 Menschen organisiert. Mittels Dokumentarfilmen und auch spektakulären Aktionen versucht die NGO die Menschen auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam zu machen, aber auch aufzuzeigen, dass es sehr einfach sein kann, etwas zu tun, indem man z.B. sein Konto wechselt, das Geld anders anlegt oder eine Petition z.B. renten-ohne-risiko.ch  mitmacht.

Recht für das Klima
Relativ neu sind die KlimaSeniorinnen, die mittels Klage die Grundrechte auf ihr unversehrtes Leben und Erhalt ihrer Umwelt einfordern. Besonders ältere Menschen leiden sehr unter Hitzewellen, sind daher von einer Klimaerwärmung stark betroffen. Auch in anderen Ländern klagen Bürger gegen ihre Regierungen, weil sie nicht genug gegen die Klimaerwärmung tun, unter anderem in den USA (Our childrens trust) und in Norwegen. In Holland hat vor zwei Jahren die Klage von Urgenda für weltweites Aufsehen gesorgt. In Neuseeland hat die Rechtsstudentin Sarah Thomson geklagt und gerade jetzt erster Instanz verloren. Sie will den Fall weiter ziehen. Die kleine niederländische Umweltorganisation forderte vom Staat eine 25-Prozentige Reduktion des CO2-Ausstosses bis ins Jahr 2020 – und bekam recht.

Jeder kann etwas beitragen
Einen anderen Weg geht die Organisation myblueplanet, die seit 2006 in der Schweiz konstruktiven Klimaschutz "bei de Lüt" betreibt. Mit über 2000 engagierten Freiwilligen werden Projekte umgesetzt die einfache Handlungsmöglichkeiten im Alltag aufzeigen. Unter dem Motto "Jede Zelle zählt" werden Solaranlagen auf Schulhausdächern geplant, "Jedes Kilo zählt" Freundeskreise zum CO2 sparen motiviert, "bluecamp" Lehrlinge zum Klimaschutz inspiriert, "bike4car" e-bikes gegen das Auto ausgetauscht und mit dem "Klimamenu" auf den CO2 Ausstoss unserer Nahrungsmittelproduktion hingewiesen. myblueplanet engagiert dabei Menschen in jedem Alters und versucht lokal erfolgreiche Projekte mit Partnern zu nationalen Kampagnen zu machen.

Kompensation, wenn keine Einsparung möglich
Schon vor etwas längerer Zeit ist myclimate als Schweizer Stiftung aus der Idee der CO2 Kompensation entstanden und mittlerweile zu einer beachtenswerten internationalen Initiative herangewachsen, die pro Jahr über 12 Millionen CHF umsetzt. Aus der reinen Kompensation mit den dazugehörigen internationalen CO2 Einsparungsprojekten, z.B. Biogasanlagen oder Aufforstungsprojekte, ist mittlerweile eine breite Dienstleistungspalette entstanden. So bietet myclimate sowohl Kinder- wie Erwachsenenbildung, aber auch KMU Umweltberatung und vieles mehr. myclimate hat 2016 weltweit rund eine Million Tonnen CO2 Emissionen reduziert.


Erwähnenswerte Aktivitäten
Weiterhin erwähnt werden sollten die Westschweizer Organisationen Association Climat Geneve und
die Coordination Climat Justice Sociale, die lokal Veranstaltungen und Informationskampagnen durchführen. CareforClimate unterstützt Projekte im globalen Süden und informiert über den Klimawandel. Das jährlich stattfindende Klimacamp vernetzt Aktivisten und zeigt auf praktische Art, wie ein einfaches Leben im Einklang mit der Erde möglich ist. Mit den Climate Games soll auf spielerische Weise ziviler Widerstand für ein stabiles Klima erprobt werden. Die Spiele fanden diesen September in Basel statt. Auf der effizienten Webseite climatiq.ch kann man mittels automatisiert gesammelten Artikel und Berichte über den Klimawandel jederzeit über alle Aspekte des Klimawandels informiert bleiben. Climate-KIC, eine europäisches Förderprogramm unterstützt auch in der Schweiz Innovationen zum Klimaschutz und hilft damit vor allem Start-Ups.

Natürlich gibt es noch viele weitere Organisationen und die grossen NGO's z.B. Greenpeace und WWF leisten auch wertvolle Arbeit in diesem Bereich. Aber gerade die vielen neuen Organisationen bringen Dynamik und sprechen die Menschen auf andere Art an. Es bleibt spannend zu beobachten wie die Bewegung hilft die Schweizer Klimaziele zu erreichen und die Bevölkerung für das Thema sensibilisiert.

Freitag, 22. Dezember 2017

Fake News, die BAZ mal wieder ganz gross

Falsche Aussagen zur Solarenergie in der BAZ

Vor zwei Tagen wurde in der BAZ mit grossen Worten behauptet, dass die "Fotovoltaik mehr Energie verschlingt , als sie erzeugt" Angeblich durch Schweizer Forscher berechnet. Geht man der Sache auf den Grund dann entpuppen sich die Forscher als sehr umstrittene Personen, die gar nicht in der Forschung tätig sind. Die angeblich wissenschaftliche Publikation wurde von vielen renomierten Schweizer Forschern widerlegt. Aber nicht nur Forscher widerlegen diese Behauptung. Auch tausende von installierten Anlagen und Berechnungen dazu zeigen, dass die Photovoltaik immer günstiger und attraktiver wird und bei optimalem Eigenverbrauch durchaus kostendeckend betrieben werden können. Das Zombi-Argument dass die Sonne nicht immer scheint, wird immer wieder ausgegraben, obwohl ja gerade die Schweiz mit den Pumpspeicherkapazitäten kein Problem hat, überschüssige Energie zu speichern und später wieder zu benutzen.

Ferrucio Ferroni und Reichmuth bekannt für tendenziöse Artikel
Herr Ferroni hatte bereits 2014 in der Weltwoche behauptet, dass PV-Strom mehr CO2 erzeugt als Kohlestrom. Das wurde schon damals als falsch widerlegt. Jetzt wird das Thema in der BAZ unter anderem Titel nochmals aufgewärmt.  Tatsächlich wird oft der grauen Energie zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt und wir verbrauchen in der Schweiz viel zu viel davon. Diese Rechnung aber nur auf die Solarherstellung anzuwenden und nicht auf alle Energieerzeugung kann natürlich nicht sein. Anzustreben ist natürlich, dass nach und nach die Produktion auf erneuerbare Energien umgestellt wird und somit wird die Bilanz immer besser. Es steht auch jedem frei seine PV-Panels in einem Land zu beziehen, in dem der Strommix besser ist. Zusätzlich haben viele PV-Werke nun auch schon Panel auf dem eigenen Dach und verbessern ihre Umweltbilanz. Ökonomisch sind die Vollkosten wichtig und dabei schneiden die neuen erneuerbaren Energien mittlerweile deutlich besser ab, als neue Kern- oder Kohlekraftwerke.

Zweifel an der Wissenschaft
Schlimm ist auch, dass der Artikel neben den Falschaussagen sehr tendenziös geschrieben ist. Sätze wie «Glaubt man Lobbyisten und PV freundlichen Wissenschaftlern…» sind hochproblematisch, da sie die letztendlich die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft in Frage stellen. Die Strategie erinnert an das Vorgehen der Klimaskeptiker und Tabakindustrie: Zweifel säen an wissenschaftlichen Ergebnissen durch Verweis auf die grosse Spanne von Studienergebnissen, ohne zu sagen, dass die Spanne eigentlich nur durch wenige «Outlier» produziert wird. Dass solche Praktiken von der BAZ kommen, wundert leider anhand der Historie wenig und zeigt wohin die Reise gehen kann, wenn die Medienlandschaft zunehmend politisiert und zentralisiert wird.

Ergebnisse der Studien und Antworten dazu:
Artikel:
https://bazonline.ch/schweiz/die-verheerende-bilanz-von-solarenergie/story/26546197

Veröffentlichung der umstrittenen Autoren
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0301421516301379
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0301421517302914

Antwort und Forschung zum Thema
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0301421516307066
http://www.swissolar.ch/services/medien/news/detail/n-n/stellungnahme-zum-artikel-die-verheerende-bilanz-von-solarenergie-baz-vom-201217/

Freitag, 27. Oktober 2017

Von disruptiven Autos und PV-Zellen

Aktuell

Wer hat schon von disruptiven Technologien gehört? Das sind solche Neuheiten, die einen Markt komplett ändern, also häufig bestehende Firmen oder Technologien in relativ kurzer Zeit verdrängen, z.B. das Smartphone oder der Flachbildschirm.


Experten sagen voraus, dass sowohl Elektroautos, wie auch die dezentrale Stromversorgung solche disruptiven Effekte haben werden.

Bereits in den nächsten 1-2 Jahren werden Elektroautos zu gleichen oder tieferen Preisen, wie normale Autos auf den Markt kommen, aber fast GRATIS im Verbrauch sein. Strom ist billig und auch die Wartung der sehr viel einfacheren Motoren ist günstiger. Die Ausstattung der Tankstellen mit Stromladestationen kommt auch voran.



Ich konnte heute den Sion von Sono Motors testfahren, der 330 sehr effiziente Solarzellen hat und damit pro Tag zusätzlich zur Reichweite von 250 km bis zu 30 km weit kommt. Dieses Auto wurde nicht etwa von unserer "innovativen" deutschen Autoindustrie gebaut, sondern von drei Studenten mit Hilfe von Crowdfunding (also gesammeltem Geld). Er soll 2019 auf den Markt kommen und unter 20'000 Euro kosten. 

Auch die Post musste auf andere Anbieter zurückgreifen, da die "tolle" deutsche Industrie nicht in der Lage war einen Elektotransporter zu bauen. Die RTW Hochschule Aachen hat nun mit der Post einen Transporter auf den Markt gebracht, der schon eingesetzt wird. Zusätzlich wurde nun von Professor Schuh auch ein kleines günstiges Elektroauto e.go life entwickelt, welches schon nächstes Jahr käuflich ist.

Ich bin gespannt, wie sich VW, Mercedes und BMW gegen die neue Konkurrenz behaupten. Auch China wird zeigen, dass man günstig grosse Serien von Elektroautos produzieren kann. Hoffen wir, dass es die deutsche Industrie schafft, sich zu wandeln damit Sie nicht in diesem disruptiven Markt untergeht.



Ebensolches zeigt sich mit der Solarstrom-Produktion ab. Bereits jetzt ist es vielerorts günstiger, selbst produzierten Strom zu brauchen. Es wird erwartet, das Batterien in den nächsten 2-3 Jahren nochmal deutlich günstiger werden. Damit kann dann der Eigenverbrauchsanteil deutlich gesteigert werden und das Netz ist dann wirklich nur noch Backup für den Ausnahmefall. Im Gegenteil, jedes Einfamilienhaus kann potentiell noch Nachbarn mitversorgen. Schon rund 10 qm Solarzellen auf der Garage z.B. reichen um das eigene Elektrofahrzeug über 10'000 km zu fahren.

Sowohl die Effizienz, wie auch die Gestaltung der Solarzellen werden besser. Bunte oder rahmenlose Module (siehe links) erlauben das ganze Haus günstig in solaraktive Hüllen zu packen und ein Plus-Energiehaus zu werden. Sogar weisse Zellen sind möglich.

Ich bin sehr gespannt, was sich in den nächsten Jahren tut und ich würde jedem raten, mit dem Kauf eines neuen Autos noch 1-2 Jahre auf die neue emissionsfreie Welt zu warten oder sich eines der  neuen Modell vorzubestellen und damit neue innovative Firmen zu fördern.

Auch wenn wir damit natürlich nicht alle Klima oder Verkehrsprobleme lösen, so drehen wir doch immerhin den Ölländern den Geldhahn zu.

Viel Spass beim Lesen.

Die folgenden Bilder wurden von Prof. Ballif von der EPFL zur Verfügung gestellt - DANKE.

Ziegelfarbene Solarzellen

Schöne Schindeln mit denen auch komplexe Dachformen ästetisch bedeckt werden können


Die weissen Module haben zwar eine reduzierte Leistung, aber dafür können auch Fassaden ansprechende gestaltet werden.




Donnerstag, 31. August 2017

You caused Harvey !


Komisch :(
Der x-te Reporter fragt den x-ten Klimaforscher, ob der Klimawandel für die Überschwemmung in Houston verantwortlich ist. Und die Antwort: Dauert lange, besteht aus ganz vielen Worten und bedeutet: Ja und Nein.

Wie blöd sind wir eigentlich? Der Zusammenhang zwischen warmem Wasser und Verdunstung und mehr Regen ist so klar wie Klosbrühe. Der zwischen schmelzenden Eismassen und steigendem Meeresspiegel auch, genauso wie der zwischen CO2 und dem Treibhauseffekt.

Das ist ja das Groteske: Die grundlegenden Mechanismen zum Klimawandel sind ganz einfach und trotzdem WILL es niemand verstehen.

Lange bekannt
Die Forscher sagen seit Jahren genau solche Ereignisse voraus. Sie warnen seit langem, dass der Meeresspiegel steigt und mehr Regen kommen wird. Dass Wetterfronten dauerhafter über einer Region bleiben. Dass Küstenstädte unbewohnbar werden. Sie trauen sich aber immer weniger das ganz klar zu sagen, da sie in den letzten Jahren stark angegriffen wurden.

Nun passiert genau, was vorausgesagt wurde und alle machen lange Gesicher: "So überraschend! Ein Jahrhundertereignis. Wieviel Prozent davon ist denn nun der Klimawandel?"

Ist doch SCHEISSEGAL wieviel Prozent. Ohne den Klimawandel wäre der Sturm nicht so nass gewesen, wäre der Meeresspiegel tiefer und hätten vielleicht stärkere Westwinde geherrscht. Kann man alles nicht ganz genau wissen. Aber alles Genannte wird durch den Klimawandel verstärkt und das ist 100% sicher.

Und wir sind erst bei 1 Grad. Ohne massive Einschränkungen unseres CO2 Ausstosses landen wir bei über 3 Grad. Denkt einfach drei Mal mehr Houston, Tropenstürme neu auch in Südeuropa, stärkere Überflutungen an der norddeutschen Küste, 3 mal mehr Hitzewellen - ganz vereinfacht gesprochen.

Auch bei uns
Und wer sich nun in Europa freut, dass es die Richtigen trifft, nämlich die amerikanischen Klimasünder mit ihrem grotesken Präsidenten, der sogar den Klimavertrag gekündigt hat, der sollte sich nicht zu früh freuen. Auch Europa wird stark betroffen werden und dass nicht erst in der Zukunft. Die Folgeschäden von solchen Überschwemmungen sind oft viel grösser. Fukushima war so ein Folgeschaden und die Explosion einer Chemiefabrik mit potentiell giftigen Chemikalen auch.

Und schuld sind NICHT die anderen, schuld sind WIR ALLE. Mit jedem unnötigen Autokilometer in einem unnötig schweren Auto, jedem Ferienflug, jedem Kilo Fleisch, jedem Kilowatt Kohlestrom heizen wir dem Klima weiter ein. Weil es ja so bequem ist und wir es uns so verdient haben und weil wir sparen wollen - für den nächsten Urlaubsflug - oder den Wiederaufbau nach der Katastrophe.

Houston ist überall
Houston ist nur ein Ort. Bereits dieses Jahr sind über 1000 Menschen in Asien an Überschwemmungen gestorben.

Und wenn wir mal ganz ehrlich sind, dann bemerken wir den Klimawandel selber auch schon. Aber wir dürfen es natürlich nicht zugeben. Sonst müssten wir vielleicht was ändern.

Donnerstag, 24. August 2017

Auf ins Rheinland




Über 6000 Menschen werden am Wochenende im Rheinland zu den bisher grössten Protesten gegen Braunkohleabbau und Kohleverstromung erwartet. Sie wollen zeigen, dass Klimaschutz und Gerechtigkeit nicht mit Kohleverbrennung vereinbar sind.

Mit Hochdruck werden Zelte und Infrastruktur aufgestellt. Mindestens 6000 Teilnehmer werden ab morgen im rheinischen Klimacamp in der Nähe des Braunkohleabbaus Garzweiler erwartet, so viele wie nie zuvor. Sogar die Tagesschau berichtete letzte Woche im Schwerpunkt über die Klimabewegung.

Bewegung ist in der Mitte angekommen
Über die Jahre ist, nach dem Erfolg der Anti-AKW Bewegung, ein neues Protestbündnis gegen Kohle entstanden und vereint Menschen aller politischen Ausrichtungen und Alters. Im Camp geht es natürlich etwas linker und jünger daher, aber im Hintergrund sind in der Bewegung die verschiedensten Organisationen aktiv, z.B. in der Schweiz die KlimaSeniorinnenfossil-free.ch und Klima-Allianz. In Deutschland haben die Klimacamps im Rheinland und der Lausitz eine mehrjährige Tradition. In den Camps gelingt es sich zu vernetzen und neben den Protesten wird ein grosser Schwerpunkt auf Weiterbildung gelegt. „Die Anti-Braunkohle-Proteste sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, kommentiert die Pressesprecherin des Camps Janna Aljets.

Sicher und friedlich
Die Medien berichten verhalten über die Grossaktion und oft wird der Augenmerkt auf potentielle Gewaltausbrüche gelegt. Die Organisatoren des Camps betonen deshalb auch die langjährige Friedenskultur der Anti-Kohlebewegung und suchen den Kontakt zur lokalen Bevölkerung und Behörden.

Lokale und globale Auswirkungen
Neben den schrecklichen lokalen Auswirkungen des Kohleabbaus, wie zum Beispiel der Vernichtung von ganzen Dörfern, Wäldern, Quecksilber- und Staubbelastung, will das Camp besonders auf die weltweite Ungerechtigkeit des Klimawandels hinweisen. Der Klimawandel betrifft zwar alle Menschen und zeigt auch in Deutschland und der Schweiz schon deutliche Auswirkungen, aber oft werden gerade arme Länder, die selber nur sehr wenig zum CO2 Ausstoss beitragen, besonders in Mitleidenschaft gezogen. Für Janna Aljets bedeutet dies: „Diese Unterstützung ist gleichzeitig eine Mahnung: wenn wir in Deutschland nicht sofort aus der Kohle aussteigen, riskieren wir die Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen im globalen Süden.“

Paris umsetzen
Die Klimaverhandlungen in Paris haben gezeigt, dass alle Länder anerkennen, dass Klimaschutz wichtig ist und die Erwärmung unter 2 Grad bleiben sollte. Laut Wissenschaftlern reichen die zugesagten Massnahmen dafür allerdings nicht aus. Wie man am verschleppten Kohleausstieg und dem Agieren der deutschen Regierung im Dieselskandal sieht, werden ausserdem die beschlossenen Massnahmen nur zögerlich angepackt.

Effizienter Klimaschutz
Das Klimacamp will die Regierung und Bevölkerung erinnern, wie wichtig Klimaschutz ist und dass Braunkohle schnell ersetzt werden könnte. Die Chancen stehen nicht schlecht, da Kohle in der allgemeinen Bevölkerung keinen grossen Rückhalt geniesst und mit Solar-, Wind- und Wasserkraftwerken gute und günstige Alternativen zur Verfügung stehen, die zügig voran getrieben werden könnten und neben der Klimafreundlichkeit lokal Wertschöpfung bieten. 

Links
Klimaretter berichtet: http://www.klimaretter.info/protest/hintergrund/23531-der-trend-geht-zum-klimacamp